Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
Seite
24
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wirthſchaftliches Blatt, das nur der Landwirthſchaft und ihren Nebengewerben dient, von der landwirthſchaftlichen Bevölkerung nicht gerne aufgenommen werden.

Neben den Anträgen des Commiſſärs Gaul und des Bürgermeiſters Zimmer wurde aus der Verſammlung noch hervorgehoben, daß ein verbeſſerter Obſtbau weſentlich zur Hebung der Einnahmequellen beitrage, ebenſo die Cultur von leicht⸗ verkäuflichen Tafeltrauben.

In Betreff der Zölle für das Getreide, welche bei dieſer Gelegenheit in An⸗ regung gebracht wurden, glaubte man davon abſehen zu ſollen, dieſe in Vorſchlag zu bringen, indem man von denſelben ſich keinen dauernden Erfolg verſprach. Man be⸗ tonte beſonders von Seiten der anweſenden Landwirthe, daß ihre volkswirthſchaft⸗ lichen Kenntniſſe nicht ausreichten, ein beſtimmtes Urtheil abzugeben.

In Betreff der Melioration des kleinen Wieſengrundes wurde hervorgehoben, daß die Entwäſſerung der Wieſen und die Abholzung der darin ſtehenden werthloſen Bäume, ſowie Umrottung und Herſtellung culturfähigen Ackerlandes und der Anbau von Gartengewächſen, wie Bohnen, Kappes, Rothkraut ꝛc. nur der Gemeinde zum Vortheil gereichen könne.

Bei Erſtattung des Berichts, ſowie bei den Verhandlungen über Frage X waren anweſend: Herr Miniſterialrath Dr. Jaup aus Darmſtadt, Herr Kreisrath Kekulé aus Oppenheim, Herr Kreisrath Spamer aus Bingen, Herr Schuhler, Mitglied des Ausſchuſſes des landw. Vereins für die Provinz Rheinheſſen, aus Wörrſtadt, Großh. Beigeordnete Schwarz und Reſervelieutenant Porth, als Sachverſtändige, aus Ober⸗ Hilbersheim, ſowie beide Unterzeichneten.

So geſchehen zu Ober-Hilbersheim, am 17. Januar 1885.

Adam Gaul. Zimmer, Bürgermeiſter.

Beleg 1 zur Beantwortung der Frage X. Gutachten des Commiſſärs Gaul von Horrweiler.

Nach meinem Ermeſſen dürften in Ober⸗Hilbersheim manche Veränderungen und Verbeſſerungen in der Landwirthſchaft vorgenommen werden.

Vor allem glaube ich, daß eine reichlichere Fütterung von Kraftfuttermitteln ſehr angezeigt wäre, indem ſich hierdurch der Nutzen des Rindviehs außerordentlich ſteigern, und die Ergiebigkeit des Bodens ſich ungemein heben würde.

Man verlegt ſich hauptſächlich auf den Fruchtbau, und bei dem in den letzten Jahren geringen Ausfall der Erndten hätte man der Rüben Induſtrie mehr Aufmerkſamkeit ſchenken ſollen. Es iſt zwar die Verbringung des Erzeugniſſes zur nächſten Bahnſtation wegen der weiten Entfernung eine beſchwerliche, jedoch möchte ich annehmen, daß ſich wegen der geeigneten Boden⸗Verhältniſſe die Runkelrüben ſehr leicht herſtellen ließen, wodurch ſich wohl dieſer Mißſtand ausgleichen würde. Es iſt zwar in letzterer Zeit ſehr darüber geklagt worden, daß in Folge der Ueberproduction der Zucker ſehr ab⸗ geſchlagen ſei, dem gegenüber wurde mir jedoch von rationellen Landwirthen verſichert,

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