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halten wird; weiter muß bemerkt werden, daß die Ernährung keine normale iſt, indem dem Rindvieh im Winter ſelten oder gar kein Heu verabreicht wird.
An Kraftfuttermitteln, als Rapskuchen, Palmkuchen, Weiß⸗ oder Roggenkleien, wird faſt in allen Wirthſchaften zugekauft, es dürfte jedoch darin noch viel mehr geſchehen.
Die Gemeinde hält bei 350 ſprungfähigen Kühen und etwa 50 ſprungfähigen Rindern 3 Faſſelochſen, wofür ſie jährlich 960 Mk. aus der Genmeindekaſſe bezahlt.
Die Nachzucht des Rindviehes iſt im Allgemeinen keine große. Viel Vieh wird durch Handelsjuden in die Gemeinde gebracht. Es iſt ſchlimm, daß die Landwirthe noch kein richtiges Verſtändniß von der Viehzucht und Viehhaltung haben. Man trifft in den einzelnen Ställen Glan⸗, Donnersberger⸗, Vogelsberger⸗, Württemberger⸗, Schweizer⸗ und die verſchiedenartigſten Racen an, es mangelt ein einheitlicher Plan in der Viehhaltung.
Die Viehzucht dürfte in hieſiger Gemeinde der wundeſte Fleck ſein, woran die Landwirthſchafttreibenden leiden.
Der Viehhandel iſt ziemlich bedeutend und wird von auswärtigen Handels⸗ juden beſorgt. Die meiſten Schulden entſtehen durch den zu häufigen Handel mit Rindvieh.
Die Schweine werden meiſtentheils nur für den eignen Bedarf gemäſtet. Nur in kartoffelreichen Jahren werden auch welche an die Metzger nach Bingen und Mainz verkauft. Da jedoch die Fleiſchpreiſe in den letzten Jahren ſehr niedrig waren, ſo kam man von der Schweinemaſt immer mehr ab.
Künſtliche Düngemittel werden ſehr viele verwendet, ſowohl bei der Herbſt⸗, als auch bei der Frühjahrsſaat. Ebenſo wird mit Jauche ſehr viel gedüngt.
Der Behandlung des Düngers auf der Dunggrube wird ſehr viel Aufmerkſamkeit geſchenkt und nur wenige Wirthſchaften werden wohl zu finden ſein, wo kein Jauche⸗ behälter vorhanden iſt.
Frage II.
a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung?
b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung einge⸗ treten?


