Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Von Schweinen werden nur ſehr wenige in der Gemeinde ſelbſt gezogen, ſondern ſie werden von den Händlern angekauft. Schweinemaſt findet nur hauptſächlich für den eignen Bedarf ſtatt; an Metzger werden nur wenige verkauft.

Die Bewirthſchaftung des Ackerlandes iſt eine freie, jedoch wird im Allgemeinen folgende Fruchtfolge eingehalten:

. Roggen, gedüngt,

.Kartoffel, Weißrüben ꝛc., .Gerſte mit Klee,

Klee, ein⸗ oder zweijährig, Weizen oder Roggen, gedüngt, .Hafer, auch Weizen ꝛc.

Häufig wird bei dem kleineren Landwirthe eine eigentliche Fruchtfolge nicht ge⸗ funden, indem ein Jeder nach dem Kraftzuſtande ſeines Ackers denſelben gerade bebaut, wie er es für gut findet.

d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen kein rationeller zu nennen, indem man noch viele Landwirthe trifft, die mit ihrer Bebauung des Ackerlandes ober⸗ flächlich verfahren. Die Einwohner von Ober⸗Hilbersheim ſind wohl ſehr fleißig und thätig und gehen mit einem Eifer und einer Luſt an die Arbeit, daß es ein Ver⸗ gnügen für den Zuſchauer iſt. Der Eine ſucht den Andern durch Fleiß und Raſchheit der Arbeit zu überbieten; es iſt Grundſatz raſch zu arbeiten, was jedoch häufig auf Koſten der Qualität der Arbeit geſchieht; denn wer ſchlecht pflügt, der ſchlecht wiegt.

Die Grundſtücke ſind meiſtentheils durch Feldwege zu erreichen, wo dies nicht der Fall iſt, geſchieht es nach dem alten Herkommen des Angewenderrechts. Nur wenige Felder gibt es die nicht gut zu erreichen ſind.

Die Bauern von Ober⸗Hilbersheim ſuchen ſo viel als möglich ihre Parcellen zu vergrößern. Bei Theilungen wird höchſt ſelten ein Acker in 2 oder 3 Theile ge⸗ theilt. Wo dies der Fall iſt, ſo ſucht man durch Kauf oder Tauſch die Parcellen wieder zu vergrößern. Man trifft viele Parcellen an die mehr als ein Hectar groß ſind.

Dem Futterbau wird eine große Aufmerkſamkeit geſchenkt, insbeſondere wird Klee, Hafer mit Wickfutter, Weißrüben, Gelbrüben, Dickwurz und Kartoffeln gebaut. Alle dieſe Futterpflanzen gedeihen hier vorzüglich. Der Klee wird theils grün, theils als Heu verfüttert, während die Wurzelgewächſe im Allgemeinen roh verabreicht werden; auch gibt es viele Wirthſchaften, wo dieſelben entweder in Dampfkeſſeln oder in gewöhnlichen Töpfen gekocht und dann dem Vieh in gekochtem Zuſtande verabreicht werden. Der Futterbau ſteht im Verhältniß zum Getreidebau wie 1:3.

Die Viehzucht ſteht ziemlich im Verhältniß zum Futterbau; in futterreichen Jahren wird mehr und in futterarmen Jahren weniger Vieh gehalten. Im Allgemeinen iſt jedoch zu conſtatiren, daß im Verhältniß zum Futterbau eher zu viel, als zu wenig Vieh ge⸗

S Od d

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