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Zu b. Die Frage des Nebenverdienſtes wird für die Arbeiter der Gemeinde ſchon in der nächſten Zeit eine brennende werden. Seither wurde alles Getreide mit dem Flegel gedroſchen, und war dadurch für den größten Theil des Winters Beſchäftigung vorhanden, in den letzten Jahren iſt nun auch bei den größeren Grundbeſitzern Maſchinendruſch eingeführt. Dieſelben dreſchen nur noch Korn, ſo⸗ weit ſie davon das Stroh zu Seil⸗ und Heftſtroh brauchen, mit der Hand. In Folge deſſen wird die für den Winter überſchüſſige Arbeitskraft, die in den zwei letzten Jahren durch die Drainage(ſ. Frage I und III) beſchäftigt und ernährt war, ge⸗ nöthigt ſein, entweder auswärts Verdienſt zu ſuchen oder auszuwandern.
Zu c. Es ſind allerdings Landwirthe da, die in ihrer eignen Wirthſchaft nicht vollſtändig beſchäftigt ſein können, trotzdem ſuchen ſie keinen eigentlichen Neben⸗ verdienſt, da es einmal an Arbeitern nicht fehlt und Gelegenheit zu anderer Beſchäf⸗ tigung als Landwirthſchaft nicht da iſt. Ein Theil dieſer kleinen Grundbeſitzer hat nicht ſelbſt Geſpann, ſondern läßt die Geſpannarbeit durch einen Fuhrmann beſorgen, bei dem ſie dann als Handarbeiter den Fuhrlohn ganz oder theilweiſe wieder abverdienen. Auch der Fuhrlohn iſt ſehr gering bezahlt und iſt dieſe geringe Bezahlung nur dadurch möglich, daß auch hier wieder Leute im Ueberfluß da ſind, die für das Pferd, welches ſie halten, nicht vollſtändig Beſchäftigung haben.
Frage VIII.
a. Wie vertheilt ſich der ermittelte Betrag der Immobiliarverſchul⸗ dung auf die einzelnen Beſitzgruppen(größerer, mittlerer und kleinerer Grundbeſitz) und auf welche Gruppe entfällt der ſtärkſte Procentſatz der Schuldenlaſt?
b. Datirt der Schuldenſtand aus älterer oder aus neuerer Zeit, im letzteren Fall, wie hat derſelbe im letzten Jahrzehnt zugenommen?
c. Sind in den letzten 5 Jahren die Zinſen und Güterziele im All⸗ gemeinen regelmäßig bezahlt worden oder ſind bemerkenswerthe Rückſtände bekannt?
d. Welche Urſachen haben einen erkennenswerthen Einfluß auf die Ver⸗ ſchuldung z. B. das beſtehende Erbrecht oder die üblichen ehelichen Güter⸗ ſyſteme, unwirthſchaftlicher Ankauf von Grundſtücken zu hohen Preiſen, ungenügendes Betriebscapital, zu frühe Gründung eines eigenen Haus⸗ halts, Verſchwendung und nachläſſige Wirthſchaft, die Aufeinanderfolge ſchlechter Ernten u. ſ. w.?
Die ſchwierigſte Frage des Berichts iſt unſtreitig die Frage VIII. Schon bei den erſten Erhebungen in dieſer Hinſicht ergaben ſich ſo viel Hinderniſſe und Weit⸗ läufigkeiten, daß wohl jeder der Herren Commiſſäre in Rheinheſſen bedauert haben


