werden anderwärts weit überholt. Möhren und Weißrüben pflanzt man in erheb⸗ licher Menge und ergeben beſonders erſtere einen hübſchen Ertrag, davon wird ein Theil in die Stadt verkauft, der größere Theil dient im gekochten Zuſtand als Futter für Rindvieh und Schweine.
Der Kleebau, der bei den wenigen Wieſen doppelte Bedeutung hat, liefert im Ganzen geringe Erträge, ſollte aber noch ſehr ausgedehnt werden und würde bei ſorgfältiger Vorbereitung und Düngung bedeutend höhere Erträge liefern.
Der Obſtbau, der beſonders in Zwetſchen ziemlich bedeutend iſt, hat in den letzten 10 Jahren einen Durchſchnittsertrag von 8471 Mk. geliefert. Doch iſt der Ertrag ſehr ſchwankend, 1878 1512 Mk., 1875 16716 Mk. Die Zwetſchen werden in guten Jahren hauptſächlich nach England verkauft. Aepfel u. ſ. w. werden in der Hauptſache im Haushalt verbraucht. Obgleich durch die außergewöhnliche Kälte der Winter 1879 und 1880 ein nennenswerther Schaden an den Obſtbäumen nicht vorgekommen, ſo ſollen doch in den letzten Jahren die ſog. Spinnraupen die Obſt⸗ ernten faſt gänzlich zerſtört haben. Bekanntlich war die Temperatur in den oben⸗ genannten Wintern in den Thälern bis auf 18 Grad Reaumur unter Null herunter⸗ gegangen, während höher gelegene und gewöhnlich als kälter zu betrachtende Gegenden eine Temperatur von höchſtens 4 bis 5 Grad unter Null hatten.
Der Hauptverkaufsartikel iſt Wein und ſind in den letzten 10 Jahren auf 82 Hectar im Durchſchnitt 3280 Hectoliter gezogen worden. Davon ſind 10 pCt. für die Zeit abzurechnen, in welcher der Weinberg als Neurott nicht trägt= 328 Hecto⸗ liter, bleiben alſo rund 2950 Hectoliter. Rechnet man einen Durchſchnittswerth von 33 Mk. per Hectoliter= 2950 33= 97350 Mk., ſo iſt der Ertrag pro Hectar im Durchſchnitt 1187 Mk. 20 Pf. oder pro Morgen 296 Mk. 80 Pf. Die thieriſchen Producte ſind nicht von großer Bedeutung. Die Milch wird verbuttert und die Butter von den Producenten ſelbſt auf den Markt nach Mainz verbracht. Käſe⸗ matten, ſoweit ſie nicht im Haushalt und für die Schweinehaltung nöthig ſind, werden an Käſefabrikanten verkauft.
Gerade dieſe letztere Form der Verwerthung der Rückſtände beim Verarbeiten der Milch, der Käſematten, iſt bei dem landwirthſchaftlichen Kleinbetrieb, wie er in Zornheim durchweg ſich vorfindet, beſonders zu tadeln. Es entgeht den Betreffenden dadurch eine erhebliche Einnahme, die nur davon abhängt, daß die Frauen ſich der Arbeit der Verfertigung und Behandlung der Handkäſe unterziehen.
Die übliche Fruchtfolge iſt:
1. Brache, 2. Korn, 3. Gerſte, 4. Klee, 5. Klee(auch 6. Klee), 6. Korn, 7. Gerſte, 8. Kartoffel, 9. Hafer oder 1. Dickwurz, 2. Weizen, 3. Gerſte, 4. Klee, 5. Klee, 6. Korn, 7. Kartoffel, 8. Hafer.
Zu d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt gerade nicht irrationell zu nennen, doch wären vor Allem durch beſſere Düngung beſonders im Futterbau bedeutend höhere Erträge zu erzielen, und hat gerade Letzterer beſondere Bedeutung in einer Gemarkung, die immerhin erheblich Weinberge hat, welche zur Bereicherung des
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