Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Da ein erheblicher Theil der Gemarkung an ſtarken Abhängen liegt und kalkhaltiger Boden ohnehin ziemlich viel Feuchtigkeit bedarf, ſo leiden die Felder in trockenen Jahren leicht an Dürre. Trotzdem iſt das Klima für die Gemarkung im Ganzen und deren Fruchtbarkeit als mittelmäßig bis ziemlich gut zu bezeichnen, da die ungünſtige Ein⸗ wirkung abnorm trockener Jahre für Ackerfelder und Wieſen einigermaßen ausge⸗ glichen werden durch die günſtige Wirkung, die ſolche Jahre auf den Ertrag der Weinberge ausüben. Der Thonboden iſt größtentheils mit Weinſtöcken angelegt und leidet in feuchten Jahren an Näſſe. Im Jahr 1882 fand in Folge der großen Näſſe in dem thonigen Boden, der mit Reben bepflanzt iſt, ein Bergrutſch ſtatt. Die Drainage dieſer Fläche, ca. 20 bis 25 Hectar, iſt jetzt ausgeführt und koſtete etwa 18000 Mk. Die Arbeiten wurden unter Mitwirkung und Oberleitung der Landeskulturinſpection ausgeführt.

Die Gemarkung iſt durchgängig dem Kleebau, auch der Luzerne günſtig.(Unter Kleebau verſteht man in Rheinheſſen den Anbau von Luzerne, Eſparſette und Roth⸗ klee, welche drei Futterpflanzen gewöhnlich gemiſcht gepflanzt werden und in welcher Miſchung entweder Luzerne oder Eſparſette vorherrſchend iſt. Rothklee allein findet man ſelten, in neuerer Zeit bei Anpflanzung von Kleegras[Rothklee mit Raygras, Thimothee u. ſ. w.)).

Zu b. Das Kulturland der Gemarkung Zornheim beſteht aus Ackerland, Weinbergen und etwas Wieſen. Die Weinberge, die in guten Jahren einen ſehr brauchbaren Wein liefern, ſind im gegenſeitigen Verhältniß wie 1: 6. Wie der landwirthſchaftliche Betrieb in Rheinheſſen jetzt liegt und nach den beſtehenden ge⸗ ſchäftlichen Verhältniſſen dürfte eine Ausdehnung des Weinbaues, ſobald noch geeignete Lagen in der Gemarkung vorhanden ſind, den Bewohnern nur anzurathen ſein.

Die Wieſen, die in einem Verhältniß von 1:22 zu dem übrigen landwirth⸗ ſchaftlichen Areal ſtehen, werden größtentheils zu Grünfutter benutzt und liefern keine großen Erträge, ſind alſo in keiner Weiſe ausſchlaggebend.

Dagegen werden ca. 110 Hectar Land der Gemarkung im Durchſchnitt zum Futterbau benutzt in Form von Klee und Futterkräutern, ungefähr 62 Hectar zu Rübenbau und etwa 40 Hectar werden zum Bau von Kartoffeln benutzt.

Zu c. Die hauptſächlichſten Bodenproducte ſind Getreide und Wein, von Ge⸗ treide hauptſächlich Roggen und Gerſte. Der Weizenbau iſt in Zornheim, wie überall in Rheinheſſen, beſonders in weinbautreibenden Orten in neuerer Zeit ſehr einge⸗ ſchränkt worden. Der in der Gemarkung gebaute Hafer wird als Pferdefutter be⸗ nutzt und ſcheint im Ganzen nur geringe Erträge zu liefern.

Der ziemlich bedeutende Kartoffelbau deckt in erſter Linie den Bedarf der Be⸗ wohner, geringere Knollen werden zur Schweinemaſt, auch für das Rindvieh ver⸗ wendet und der Reſt in die Stadt verkauft.

Der Rübenbau könnte hauptſächlich in Runkelrüben noch mehr ausgedehnt und dazu erheblich ſtärker gedüngt werden. Die angegebenen Durchſchnittserträge davon