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durch das ganze Jahr hindurch zu gering iſt. Wollte man aber die Familien in Gut I und II, bei Aufſtellung der Rentabilitäts⸗Berechnung, ſoviel verdienen laſſen, wie ihnen der Lebensunterhalt koſtet, ſo würde die Rentabilitäts⸗Berechnung ein noch viel ungünſtigeres Reſultat ergeben.
b. Die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens iſt eine nicht be⸗ friedigende. Da von der großen Mehrzahl der Gutsbeſitzer ein Reinertrag nicht erzielt wird, ſo kann von einem eigentlichen Unternehmergewinn um ſo weniger die Rede ſein. Die Urſachen dieſer unbefriedigenden Rentabilität ſind im Weſentlichen zurück zu führen auf: die mangelhafte Melioration und die Zerſplitterung der Grundſtücke, den mangelhaften landwirthſchaftlichen Betrieb, ein zu großes Gebäudecapital, ſchlechte Preiſe,
. zu große Ausgaben(Steuern, Arbeitslöhne).
Wie ſchon bei Beantwortung der Frage 1 geſagt worden iſt, iſt die Wetterau, zu der Rodheim gehört, von der Natur nicht ſtiefmütterlich bedacht worden, ſie gehört zu den geſegnetſten Gegenden Deutſchlands. Ein vorzüglicher Boden, mildes Klima und geſchützte Lage ſind die Factoren die die Landwirthſchaft nach jeder Richtung hin begünſtigen. Für das Abſatzbedürfniß liegen große Städte in nicht weiter Entfernung, ſo daß die Nachfrage nach landwirthſchaftlichen Producten eine geſteigerte iſt. Die Bevölkerung iſt eine fleißige, nüchterne, der Belehrung zugängliche. Und doch das in den früheren Capiteln geſchilderte Bild: Wirthſchaftlicher Stillſtand, vielfach ſogar Rückgang.
Betrachtet man aber die Rodheimer Gemarkung mit ihrer ins Unendliche gehenden Zerſtückelung, mit dem hiermit verbundenen Flurzwang, wodurch jede Verbeſſerung, jede Anwendung moderner Grundſätze der Landwirthſchaft unmöglich gemacht wird, erwägt man, welche coloſſale Zeit bei der Bewirthſchaftung des Grund und Bodens verloren geht, welche moraliſchen Nachtheile hierdurch für die Bevölkerung entſtehen müſſen ec. 2c., ſo iſt es klar, daß hierin der erſte Grund für die ſchlechte Rentabilität geſucht werden muß. Die ſtarke und bei dem mittleren Gutsbeſitzerſtande für unnöthig bezeichnete Pferdehaltung, welche bei Unkenntniß der Verhältniſſe unerklärlich erſcheint, hat in der Zerſplitterung der Grundſtücke ferner ſeine Urſache. Ebenſo hat in vielen Guts⸗ wirthſchaften die erſte Schuldverſchreibung darin ihren Grund, daß man geglaubt hat, eine Parcelle, welche neben der eigenen lag, kaufen zu müſſen und gar oft zu unverhältnißmäßig hohem Preiſe. Auch der zweite für die ſchlechte Rentabilität an⸗ geführte Grund: der mangelhafte landwirthſchaftliche Betrieb iſt zum Theil auf den erſten zurückzuführen, denn wo die Einführung einer beſſeren landwirthſchaftlichen Praxis faſt unmöglich gemacht iſt, da hat auch die Erwerbung beſſerer Fachkenntniſſe nur einen geringeren Werth. Es wird ja nach der alten Schablone weiter ge⸗ wirthſchaftet.
Welch ungünſtiger Einfluß durch ein zu hohes Gebäudecapital auf die Rentabilität eines Gutes ausgeübt werden kann, iſt am leichteſten aus Gut III der Anlage erſicht⸗
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