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lich. Das Gebäudecapital beträgt hier 72,3 pCt. des Grundcapitals. Die vom Gebäude⸗ capital herrührenden Productionskoſten ſind mit 330 Mk. in die Rentabilitäts⸗Berechnung eingeſetzt. Da nun unter normalen Verhältniſſen das Gebäudecapital nur halb ſo groß ſein dürfte, ſo würde auch nur die Hälfte dieſer Productionskoſten, alſo nur 165 Mk., einzuſetzen ſein. Hierdurch entſtände dann beim Abſchluß ſtatt eines Ver⸗ luſtes von 50 Mk. 64 Pf. ein Reinertrag von 114 Mk. 36 Pf. oder vom Grund⸗ capital eine Verzinſung von ca. 1,4 pCt. Der Grund für die allgemein zu großen Gebäudecapitalien der Rodheimer Gutswirthſchaften iſt unter Frage IXa. ſchon be⸗ ſonders beſprochen worden.
Es ſind dies diejenigen Puncte, welche die ſchlechtere Rentabilität bedingen, die allgemein in einer fehlerhaften Wirthſchaftseinrichtung zu ſuchen ſind und deren Aenderung daher auch mehr oder weniger der eigenen Initiative der Landwirthe überlaſſen bleiben muß. Es iſt aber nicht zu bezweifeln, daß auch andere Momente eingewirkt haben und noch einwirken, die faſt vollſtändig außer der Macht der Landwirthe liegen. Es ſind dies die niedrigen Preiſe für die landwirthſchaftlichen Hauptproducte: Getreide und Fleiſch. Hauptſächlich die niedrigen Weizen⸗ und Schweinefleiſchpreiſe haben die Rentabilität der Güter in Rodheim ſehr ſtark herunter gedrückt. Hierzu kommt, daß die Ausgaben, ſpeciell die Communalſteuern ſeit 4 Jahren um 116 pCt., ſeit 20 Jahren um 295 pCt. geſtiegen, daß die Arbeitslöhne auch weſentlich höher geworden ſind, und daß die Ausgaben ſich auch in den anderen Rubriken vermehrt haben, ohne daß ſich in den Einnahmen ein Aequivalent ein⸗ geſtellt hätte.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
Faßt man den in dem Vorhergehenden fixirten Zuſtand der landwirthſchaft⸗ treibenden Bevölkerung der Gemeinde Rodheim hier noch einmal kurz zuſammen, ſo iſt zunächſt zu conſtatiren, daß, wie hauptſächlich aus Beantwortung der Frage VIII hervorgeht, die Verſchuldung eine bedenkliche Höhe nicht erreicht hat, daß alſo auch die wirthſchaftliche Lage als eine augenblicklich noch günſtige zu bezeichnen iſt, daß aber, weil von den 196 in Betracht gezogenen Wirthſchaften, 141 mit durchſchnittlich 15,3 pCt. ihres Werthes verſchuldet ſind, weil ferner die meiſten Gutswirthſchaften in Rodheim unter den heutigen Verhältniſſen einen Reinertrag nicht abwerfen, ein Zurückgehen der wirthſchaftlichen Lage angenommen werden muß und daß dieſer Proceß mit den Jahren eine größere Intenſität annehmen wird. Sobald man


