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Aus der Geld⸗Rechnung geht hervor, daß die Beſitzer des größeren und mittleren Gutes am Ende des Jahres, trotzdem ſie ihre volle Arbeitskraft der Wirthſchaft gewidmet, und ein beträchtliches Capital in ihrem Gutsbetrieb angelegt haben, einen Ueberſchuß nicht, oder von nur minimaler Bedeutung erzielen. Es entſpricht dieſes Reſultat den Anſichten und Aeußerungen der Rodheimer Landwirthe, daß man nämlich unter den heutigen Verhältniſſen, ſelbſt bei der größten Sparſamkeit, nicht daran denken könne, etwas zu erübrigen, daß aber Güter mit Schuldenbelaſtung wirthſchaftlich zurückgingen. Bei dem kleineren Gut ergiebt ſich ein Deficit von 110 Mk. Es kann alſo ein Gut von 16 Morgen eine Familie von 5 Perſonen nicht voll ernähren. Es müſſen hier die Verdienſte der Töchter und Schwieger⸗ ſöhne herangezogen werden, um ein Gleichgewicht in der Geld⸗ Einnahme und Ausgabe herzuſtellen.
Die Einnahmen ſetzen ſich zuſammen ungefähr zu gleichen Theilen aus dem Ackerbau und aus der Viehzucht. Es iſt ſchon bei Beſprechung der Natural⸗Rechnung hervorgehoben worden, daß und aus welchen Gründen die Viehhaltung den Wirthſchafts⸗ betrieb unrentabel macht und es muß daher der Schwerpunkt der Wirthſchaften ſo lange auf den Getreidebau zu liegen kommen, als die Urſachen für die ſchlechtere Ren⸗ tabilität der Viehzucht nicht gehoben ſind. Von den 196 in Betracht gezogenen Landwirthen entnehmen mindeſtens hundert faſt die Hälfte ihrer Einnahmen aus dem Getreide⸗ verkauf.
IV. Rentabilitäts⸗Berechnung, beſtehend aus den Nachweiſen über den Roh⸗ ertrag(excl. der für die Production in der Wirthſchaft wieder verwendeten Producte) die Productionskoſten und den Reinertrag.
Die Rentabilitäts⸗Berechnung hat ergeben, daß alle drei Güter mit Verluſt be⸗ wirthſchaftet werden, daß alſo das Grundcapital nicht nur als ſolches eine Rente nicht bringt, ſondern daß auch die übrigen im landwirthſchaftlichen Betrieb angelegten Capitalien nicht voll, ſondern nur zu ca. 3 pCt. verzinſt werden. Es erklärt ſich dieſes Reſultat aus den ſchon angedeuteten Urſachen, welche weiter unten überſichtlich zuſammengeſtellt ſind.
Bezüglich der Arbeitslöhne iſt hier zu erwähnen, daß, wenn man den wirklichen Werth der Arbeit der entſprechenden Familie mit dem Verbrauch derſelben vergleicht, ſo ergiebt ſich für Gut I, daß die Ernährung, Bekleidung und Heizung für die Familie(excl. Geſinde und Tagelöhner), ohne Wohnung koſtet(950+ 280+ 108)— 1338 Mk., daß Mann und Frau aber außer Wohnung nur 800 Mk. verdienen; bei Gut II, daß die Ernährung u. ſ. w. koſtet(795+ 250+ 75)= 1120 Mk., daß die 4 Familienmitglieder aber außer Wohnung nur 800 Mk. verdienen; bei Gut III, daß die Ernährung u. ſ. w. koſtet(700+ 150+ 56)= 906 Mk., daß die Familienmit⸗ glieder aber nur in der Wirthſchaft außer Wohnung 500 Mk. verdienen. In Gut I macht die Erziehung und Pflege der noch nicht arbeitsfähigen Kinder dieſe Sachlage erklärlich, bei Gut II und III muß aber zur Erklärung dieſer Thatſachen angenommen werden, daß die Arbeitsgelegenheit für die entſprechende Anzahl Familienmitglieder


