Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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Uebertrag.. Mk. 113,500 Aus dem Viehſtand: 80 Stück Milchkühe im Werthe von... 24,000 26 Faſſelochſen,... 8000 70 Jungvieh 14,000 190 Kälber... 4500 10,000 11,000 Pfd. Butter im Werthe von 10,000 60,500 Für fette Schweine und Ferkel 2 35,000

Mk. 209,000

Es iſt hieraus erſichtlich, daß Getreidebau und Viehzucht in den Wirthſchaften Rodheim's ungefähr zu gleichen Theilen berückſichtigt ſind, daß aber bei der Vieh⸗ haltung der Schweinezucht und Maſt eine ſtarke Berückſichtigung zugewendet wird. Bei der Rindviehhaltung ſteht die Aufzucht im Vordergrund, Milchviehhaltung tritt zurück, die erzielte Milch wird, ſoweit ſie nicht in der Wirthſchaft verbraucht wird, verbuttert, Maſt wird wenig getrieben. Beim Ackerbau ſteht die Getreideproduction, ſpeziell des Weizens, oben an, Handelsgewächſe werden nicht angebaut. Die geernteten Kartoffeln werden in der Wirthſchaft verbraucht, ſelten wenige Centner verkauft.

Die Fruchtfolge iſt die ſtreng eingehaltene verbeſſerte Dreifelderwirthſchaft: ca./ 1. Weizen, ½ Roggen, 2. ⅓6 Gerſte, Hafer, 3. Klee, ½ Rüben,

Kartoffeln. d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt faſt ohne Ausnahme kein rationeller. Die beiſpielloſe Zerſtückelung des landwirthſchaftlich benutzten Bodens, bei welcher 1 Hectar im Durchſchnitt in 21 Parcellen in der Gemarkung zerſtreut liegt(Parcellen von 1230 Quadratmeter ſind nicht ſelten) und der hiermit verbundene Flurzwang,

laſſen ſelbſt den einſichtsvolleren Landwirth zu einem rentableren Betrieb nicht über⸗ 4

gehen. Verbeſſerungen und Meliorationen an den kleinen Parcellen ſind zumeiſt un⸗ ausführbar, oft ſtehen aber auch die Reſultate in keinem Verhältniß zu dem auf⸗ gewandten Capital und zu der rieſigen Arbeit und Mühe. Der Culturzuſtand des landwirthſchaftlich benutzten Bodens iſt daher auch in der ganzen Gemarkung ein mehr oder weniger niedriger. Die Entwäſſerung der Aecker und Wieſen, die bei einem großen Theil der Gemarkung eine außerordentlich nothwendige Melioration iſt, die Tiefeultur(es wird allgemein nur 15 20 Centimeter tief gepflügt), die An⸗ wendung künſtlicher Düngemittel, die Einführung einer rationelleren Fruchtfolge unter⸗ bleiben, weil die Parcellirung des Grundbeſitzes den Unternehmungsgeiſt des Einzelnen lähmt und den Fortſchritt verhindert.

Während in anderen Orten der Wetterau häufig beſſere Pflüge und Geräthe, in neuerer Zeit auch Maſchinen, angetroffen werden, findet man dieſe in Rodheim nicht, weil ſie kaum zu verwenden ſind. Die Erträge nehmen daher trotz des fruchtbaren Bodens ab, ganz beſonders wird über die niedrigen Körner⸗Erträge geklagt: die Folge des viele Jahre fortgeſetzten Raubbaues; die Verunkrautung der Felder iſt eine außer⸗ gewöhnliche und nimmt von Jahr zu Jahr zu.