Der Boden iſt klee⸗ und luzernefähig. Das Terrain iſt coupirt. An der nordweſtlichen Grenze der Gemarkung entſpringt ein kleiner Bach, der die Grenze verfolgend, erſt nach Oſten ſpäter nach Süden gehend, ein fruchtbares Wieſenthälchen bildet. Im Weſten erhält die Gemarkung vorzüglichen Schutz durch die bewaldeten Höhen des Taunus. Das Klima iſt als Wintergetreideklima zu bezeichnen, in welchem der Nußbaum faſt jährlich Früchte trägt und die Weintraube regelmäßig reift.
Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt hiernach im Allgemeinen als eine ſehr günſtige zu bezeichnen, nur zum kleineren Theil würde ſie als eine mittlere angenommen werden können.
b. Abgeſehen vom Wald kommen in Rodheim, wenn man das wenige Gartenland 13,9 Hectar außer Rechnung läßt, als Kulturarten nur Ackerland und Wieſe in Be⸗ tracht. Das Verhältniß zwiſchen dieſen beiden Kulturarten iſt 6,6: 1. Unter den jetzigen Verhältniſſen, bei welchen die Dreifelderwirthſchaft durch den Flurzwang be⸗ dingt iſt, iſt dieſes Verhältniß als ein entſchieden ungünſtiges zu bezeichnen. Soll das in jeder rationellen Wirthſchaft geforderte Gleichgewicht bezüglich der Erhaltung der phyſikaliſchen Eigenſchaften und des Erſatzes der Pflanzennährſtoffe des Bodens in den Gutswirthſchaften Rodheims hergeſtellt werden, ſo müßte entweder die Frucht⸗ folge ſo geändert werden, daß die Hälfte des Ackerlandes mit Futterpflanzen angebaut würde, es müßte alſo eine Fruchtwechſelwirthſchaft eingeführt werden, oder das Verhält⸗ niß des Ackerlandes zu den Wieſen müßte mindeſtens auf 4:1 verengert werden. Da das letztere nicht herbeigeführt werden kann, ſo iſt die Einführung einer rationellen Fruchtfolge der einzige Ausweg, wenn man nicht Rauhfutter zukaufen will. Von den Gutsbeſitzern in Rodheim wird die Anſicht, daß das Verhältniß zwiſchen Ackerland und Wieſe kein richtiges iſt, dadurch beſtätigt, daß ſie den Wunſch äußern, mehr Luzerne im Ackerland anbauen zu können, daß ſie für den Pferch verhältnißmäßig hohe Preiſe bezahlen und daß ſie klagen, die entfernteren Felder, wegen Mangel an Dünger, nur ſelten mit Stallmiſt düngen zu können.
c. Die Productionsrichtung der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung Rodheims ergibt ſich aus den folgenden ſchätzungsweiſe angeführten Zahlen, welche aber auch durch die Rechnung als annähernd richtig gefunden wurden.
Rodheim führt in normalen Jahren aus:
Im Mittel:
Ca. 8000 Ctr. Weizen im Werthe von.. Mk. 70— 80,000 „ 1600„ Gerſte und Roggen im Werthe
Uo......... i, 12. 13,000 „ 2000„ Hafer im Werthe von.„ 12— 13,000
Mk. 94— 106,000 od. Mk. 100,000 In guten Jahren 2500 Malter Aepfel im Werthe voon........„ 12 15,000„„ 13,500
zu übertragen.. Mt. 113,500


