Es iſt hierzu noch zu bemerken, daß die Angaben über die Mobiliarverſchuldung nur in ſoweit als zweifellos ſicher anzuſehen ſind, als ungefähr die Hälfte der in Tabelle A. angegebenen Summe auf beſtimmten Angaben beruht, während der anderen Hälfte nur eine Schätzung zu Grunde liegt. Auf jeden Fall kann aber angenommen werden, daß die Mobiliarverſchuldung eher ¼ bis ⅛ höher als wie in Tabelle A. ange⸗ geben iſt.
Aus der Tabelle A. geht nun zunächſt hervor, daß in Burkhards 84 Beſitzer über ½ Hectar Grundbeſitz haben, daß von dieſen 65 verſchuldet und 19 nicht ver⸗ ſchuldet ſind. Der Liegenſchaftswerth der 84 Beſitzer beträgt 582,274 Mk., die Schulden derſelben betragen 105,235 Mk., ſo daß die Verſchuldung 18,07 pCt. aus⸗ macht. Berückſichtigt man nur den Liegenſchaftswerth der Verſchuldeten, ſo ſind die⸗ ſelben mit 26,44 pCt. ihres Liegenſchaftswerthes verſchuldet.
Beſonderes Intereſſe hat es, die Verſchuldung in den einzelnen Größengruppen zu verfolgen.
Die Gruppen 1 und 2, mit 0,5 bis 1 und mit 1 bis 2 Hectar, die man als die Handwerker⸗ und Tagelöhnergruppen bezeichnen könnte, ſind hier nur mit 7 Num⸗ mern vertreten. Aus dieſen Gruppen haben in den früheren Jahrzehnten die meiſten Auswanderungen ſtattgefunden. Die Lage dieſer Ortsbewohner iſt jetzt eine ver⸗ hältnißmäßig günſtigere geworden, weil die Zahl jetzt ſo klein geworden iſt, daß ent⸗ ſprechend mehr Arbeitsgelegenheit vorhanden iſt. Die Verſchuldung iſt zwar eine hohe, aber keine außergewöhnliche, nämlich 22,18 reſp. 24,08 pCt. des Liegenſchafts⸗ werthes der Verſchuldeten.
Die beiden Mittelgruppen, 3 und 4, mit 2 bis 5 und 5 bis 10 Hectar er⸗ ſcheinen bezüglich der Verſchuldung am ungünſtigſten, nämlich mit 32,62 reſp. 30,28 pCt. des Liegenſchaftswerthes. Es hat dieſer Mittelſtand wohl am ſchwerſten mit den ungünſtigen Zeitverhältniſſen zu kämpfen und dieſe Gruppen, hauptſächlich die Gruppe 3, liefern daher auch augenblicklich die größte Anzahl zu den Auswanderern.
Wie aus Anlage II hervorgeht, ſchränken ſich die Beſitzer dieſer Gruppen in ſo außergewöhnlicher Weiſe ein, daß ſelbſt die Ernährung eine mangelhafte iſt. Da hier weitere Erſparungen abſolut nicht gemacht werden können, ſo tritt bei einer gewiſſen Höhe der Verſchuldung(bei ungefähr 40 bis 50 pCt.) der Fall ein, daß das Ende ſicher vorauszuſehen iſt. Die Beſitzer ſuchen aber gewöhnlich vorher ihr Eigenthum zu verſilbern, um wenigſtens noch die Reiſekoſten zum Auswandern zu retten. Oft gehen auch nur die erwerbsfähigen männlichen Familienmitglieder ins Ausland und kehren, wenn ſie ſich etwas verdient haben, wieder zurück, um mit dieſem Verdienſt die Schuldenlaſt um etwas zu verringern.
Die Gruppen 5 und 6 ſind verhältnißmäßig niedrig verſchuldet, nämlich nur zu 8,11 reſp. 0,6 pCt.(auf den ganzen Liegenſchaftswerth bezogen). Es ſpricht dies für die Anſicht, daß der größere Bauernſtand bis jetzt hier noch in der Lage war, den harten Zeitbedrängniſſen zu widerſtehen.
Aus den Tabellen B, C und D geht hervor, daß Burkhards eine faſt aus⸗ ſchließlich auf die Landwirthſchaft angewieſene Gemeinde iſt. Von den 24 Beſitzern,


