die Haltung von Thieren auf die Rentabilität eines Gutes hat, deren Hauptnutzung nicht mit dem Haltungszweck übereinſtimmt, ergiebt ſich aus der Vergleichung der beiden Anlagen, die bei Beantwortung der Frage IX noch ſpecieller beſprochen werden. Das Züchtungsziel muß hier zweifellos ſein: höchſte Milchleiſtung in erſter Linie, Zugfähigkeit in zweiter, erſt weiterhin Frühreife und Maſtfähigkeit. Dieſes Ziel kann aber am ſicherſten und beſten durch züchteriſche Verbeſſerung des noch vor⸗ wiegend vorhandenen Vogelsberger Viehes erſtrebt werden. Hierbei muß jede Ver⸗ größerung des Körpers mit einer entſprechend höheren Milchleiſtung verbunden ſein.
Wenn man berückſichtigt, daß die Landwirthe in Burkhards die Hälfte ihrer ſämmtlichen Einnahmen durch den Verkauf von Milchproducten, ſpeciell von Butter, erzielen, wobei der Erlös aus der Schweinemaſt noch nicht einbegriffen iſt, ſo erſcheint es ferner von ausſchlaggebendem Einfluß auf die Rentabilität der Güter, daß das Molkereiweſen noch ſehr darnieder liegt. Die Milch wird einſeitig nach dem alther⸗ kömmlichen Verfahren auf Butter verarbeitet, die Magermilch an die Schweine verfüttert. Im Durchſchnitt dürften für das Pfund Butter kaum 80 Pfg. das ganze Jahr hindurch erzielt werden. Durch eine beſſere Verwerthung der Milch um 2 bis 3 Pf. pro Liter, welche ohne große Schwierigkeiten bei gemeinſchaftlicher Verarbeitung und Verwerthung erzielt werden könnte, müßten ſich die Einnahmen der Güter in Burkhards um 12 bis 15 pCt. erhöhen, wodurch das Wirthſchafts⸗ reſultat weſentlich geändert würde.
Bei der Schweinehaltung wird nur die Maſt berückſichtigt. Aus welchem Grunde nicht auch gezüchtet wird, hat nicht ermittelt werden können; auf jeden Fall würde bei dem hohen Preis, der für junge Schweine angelegt wird, an einer entſprechenden Rentabilität nicht zu zweifeln ſein.
Frage II.
a. Wie iſt das Verhältniß der Größe der Gemarkung zur Größe der anſäßigen Landbau treibenden Bevölkerung?
b. In welcher Weiſe vertheilt ſich das landwirthſchaftliche Gelände unter die anweſende Bevölkerung(todte Hand, Großgrundbeſitz, Groß⸗, Mittel⸗, Klein⸗Bauern, Taglöhner und Gewerbtreibende) und ſind in den letzten Jahren weſentliche Aenderungen in der Beſitzvertheilung eingetreten?
c. Iſt die Beſitzvertheilung im Allgemeinen als eine günſtige zu bezeichnen, wenn nicht, wodurch giebt ſich die behauptete ungünſtige Ver⸗ theilung zu erkennen, welche Umſtände haben letztere veranlaßt, z. B. das geltende bäuerliche Erbrecht, die üblichen Syſteme des ehelichen Güterrechts oder der Zuſammenkauf von Grundſtücken?


