Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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ſich die Anſicht bei den Landwirthen Burkhards Geltung verſchafft, daß Aecker der 3. und 4. Qualitätsclaſſe mit größerem Vortheil zur Futterproduction verwendet würden. Es verdient dieſe Thatſache nun deswegen um ſo größere Beachtung, als die ſehr billigen und gering veranſchlagten menſchlichen Arbeitskräfte gewöhnlich gerade die entgegengeſetzte Wirkung hervorbringen.

c. Aus den Erhebungen geht hervor, daß% der landwirthſchaftlich benutzten Fläche zur Futterproduction, alſo indirect zur Erzeugung von Milch und Fleiſch (Jungvieh) benutzt wird, während%¾ zur Erzeugung von Körnern dient. Von letzteren wird der Anbau von Gerſte und Roggen bevorzugt, während der von Hafer und Weizen zurück tritt. Der Antheil der betreffenden Fruchtgattung ergiebt ſich aus der folgenden ziemlich gleichmäßig eingehaltenen Fruchtfolge:

1. ca. Roggen, ca. Weizen, 2. ca.% Gerſte, ½ Hafer, 3. ca. ½¼ Kartoffeln, ½¼ Rüben, Hafer und ½⅛ Erbſen.

Im Allgemeinen dürfte für Burkhards anzunehmen ſein, daß in Jahren mit Mittelernten an Roggen, Gerſte und Kartoffeln der Bedarf der Bevölkerung geerntet wird und daß an Weizen, je nach dem Jahrgang, ca. 100 bis 200 Centner, an Hafer 200 bis 300 Centner verkauft wurden. Die Haupteinnahme erzielen die Landwirthe aus dem Verkauf von Rindvieh, fetten Schweinen und in erſter Linie an Butter.

d. Der landwirthſchaftliche Betrieb iſt im Allgemeinen als ein nicht ganz unrationeller zu bezeichnen. Die Fehler, die demſelben anhaften, liegen weniger in dem Wirthſchaftsſyſtem als in den gegebenen volkswirthſchaftlichen Verhältniſſen und zum Theil in der Ausführung des Syſtems. Von dem Culturland entfallen indirect auf die Erzeugung thieriſcher Producte,% auf die Erzeugung directer pflanz⸗ licher Nahrungsmittel. Viel ſtärker wird die Viehzucht wohl kaum berückſichtigt werden können, da es für Burkhards vortheilhaft erſcheinen dürfte, wenigſtens das Brodgetreide für die heimiſche Bevölkerung zu produciren. Als nicht ganz wirth⸗ ſchaftlich vortheilhaft könnte in der Fruchtfolge das bedeutende Ueberwiegen des Körnerbaues erſcheinen; wenn man aber bedenkt, daß die Felder jedes Jahr und ziemlich ſtark gedüngt werden können, ſo wird man auch dieſes Bedenken als einen weſentlichen Mangel nicht bezeichnen können. Es entfallen auf 2,4 Hectar Culturland 1 Stück Großvieh, was für die dortigen Verhältniſſe als ein nicht zu großer Vieh⸗ ſtand bezeichnet werden muß. Der Hauptfehler, welcher in der Viehzucht Burkhards gemacht wird, liegt darin, daß als Züchtungsziel nicht vorwiegend die höchſte Leiſtung in der Milchproduction erſtrebt wird, ſondern daß in letzter Zeit Frühreife und Maſtfähigkeit zu ſehr berückſichtigt worden ſind, daß man in Folge dieſes Beſtrebens mit Simmenthalern gekreuzt hat, daß man hierdurch das einheimiſche Vieh zwar ſchwerer, aber auch mehr Futter verlangend und nicht milchergiebiger gemacht hat. Das Verkehrte dieſes Handelns geht daraus hervor, daß, weil die Landwirthe ca. ½ ihrer Einnahmen aus dem Rindviehſtall durch Verkauf von Butter, ½ durch Verkauf von Jungvieh erzielen, ſie jetzt zwar ſchwereres, aber auch weniger Vieh halten, ihre Einnahmen aber pro Kopf nicht weſentlich erhöht haben. Welchen großen Einfluß