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Die Gemeinde Meſſel kann als typiſch angeſehen werden für ſolche Gemeinden des Landes, insbeſondere der Rhein⸗ und Main⸗Ebene der Provinz Starkenburg, welche bis zur Gegenwart einen vollſtändig landwirthſchaftlichen Character bewahrt haben und deren Beſitz⸗ und Vermögens⸗Verhältniſſe faſt gänzlich unberührt geblieben ſind von den Einflüſſen, welche die Umgeſtaltung der volkswirthſchaftlichen Verhält⸗ niſſe in der Neuzeit mit ſich brachten. Von dieſem Geſichtspunkt aus erſchien die Wahl Meſſels behufs der vorliegenden Enquete als beſonders geeignet gegenüber anderen durch die modernen volkswirthſchaftlichen Umwälzungen und durch die In⸗ duſtrie ꝛc. beeinflußten Gemeinden.
Die veranſtalteten Erhebungen zeigen, daß die Gemeinde bis zur Zeit zwar im Stande war, ſich von den Folgen der Umgeſtaltung unſerer geſammten volkswirth⸗ ſchaftlichen Verhältniſſe mehr oder weniger unabhängig zu erhalten und ſcheinbar könnte die ganze bisherige Thätigkeit der Bewohner von Meſſel auch noch eine un⸗ veränderte bleiben, ohne daß der wirthſchaftlichen Lage der Bevölkerung und nament⸗ lich der Landwirthe eine Gefahr drohte; allein bei genauerer Betrachtung der Reſultate der Erhebungen läßt ſich doch nicht verkennen, daß es für die Landwirthe in Meſſel hohe Zeit iſt, den wirthſchaftlichen Anforderungen unſerer Zeit mehr als bisher Rech⸗ nung zu tragen und die Wirthſchaftsführung in allen Beziehungen moderner zu geſtalten, wenn nicht in vorausſehbarer Zeit ein ſichtbarer Rückgang in der Wohlhabenheit der Gemeinde Platz greifen ſoll, und gerade die Verhältniſſe von Meſſel, wo man faſt ganz iſolirt geblieben iſt von den Bewegungen der Neuzeit, beweiſen, daß es auf die Dauer nirgends möglich iſt, ſich den nothwendigen Veränderungen zu verſchließen, die unſere wirthſchaftliche Weltlage gebietet.
Die Nachweiſe über die Hypotheken⸗Verſchuldung, ſowie die Veranſchlagung der Perſonalſchulden zeigen einerſeits, daß die Gemeindeangehörigen gegenwärtig noch voll⸗ ſtändig in der Lage ſind, ihren landwirthſchaftlichen Beſitz entſprechend zu melioriren, andererſeits, daß man auch immer noch im Stande war, die eingegangenen Perſonal⸗ ſchulden aus den Einnahmen beſſerer Jahre zu decken, daß alſo die ſchlimmen Zeit⸗ verhältniſſe der letzten Jahre durchaus keine gefahrdrohenden Wirkungen auf die Beſitzer ausgeübt haben und daß das Beſtreben des Kleinbeſitzes, ſich zu vergrößern, bisher immer noch mit Erfolg fortgeſetzt werden konnte.
Für ein der gegenwärtigen Zeit mit ihren ſtets wachſenden Anforderungen ent⸗ ſprechendes wirthſchaftliches Fortſchreiten und für eine gedeihliche Weiterentwickelung der geſammten Lage der Gemeinde Meſſel würde es vor Allem nothwendig ſein, der Viehzucht und Viehhaltung, insbeſondere der Rindviehhaltung, auf welche Meſſel mit ſeinem Wieſenreichthum ganz vorzugsweiſe hingewieſen iſt, eine weſentlich größere Aufmerkſamkeit als bisher zu ſchenken, namentlich durch eine beſſere Pflege des Futter⸗ baues und eine rationellere Verwerthung der Molkereiproducte, ſowie auch der ver⸗ käuflichen Thiere. Alles dies würde allerdings weſentlich gefördert werden durch eine beſſere wirthſchaftliche Lage der Felder und beſonders auch der Wieſen, als ſie jetzt iſt, alſo durch eine zweckmäßige Zuſammenlegung der Grundſtücke; umgekehrt würde aber auch letztere vorausſichtlich herbeigeführt werden, wenn eine zuverläſſigere und


