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hältniſſe überall klar machen, ſo würden manche Klagen über zu geringe Rentabilität der Landwirthſchaft verſtummen; man würde ſich überzeugen, daß man den Werth ſeiner Grundſtücke einfach überſchätzt hat, weil man die Preiſe, welche für einzelne Grundſtücke in der Gemeinde zeitweiſe bezahlt worden ſind, als mehr oder weniger maßgebend für den mittleren Kaufwerth gleicher Qualitäten erachtete. Immer kann man beim Kauf von Grund und Boden auch einer gewiſſen Speculation Spielraum laſſen und braucht nicht gerade die Produktion der Grundſtücke unter der bisherigen Bewirthſchaftung als maßgebend für den mittleren Kaufwerth zu betrachten; dieſe Speculation darf ſich dann aber blos auf die eigene Intelligenz gründen, mit der man höhere Erträge zu erzielen hofft.
In einem unmittelbaren Verhältniß zu den zu hohen Bodenpreiſen ſtehen die Fruchtbarkeitsverhältniſſe der Gemarkung. Dieſe Fruchtbarkeitsverhältniſſe ſind in Meſſel im Durchſchnitt kaum mittel und es iſt eine bekannte Thatſache, daß man für einen mittleren oder gar geringen Boden viel häufiger einen zu hohen Preis anlegt, als für einen recht guten Boden. Der Boden in Meſſel iſt ein ſchwieriger Boden, bei deſſen Bearbeitung man jede günſtige Witterung ſorgfältig wahrnehmen muß und der durch geſchickte Bearbeitung möglichſt widerſtandsfähig gegen die folgenden Witterungswechſel gemacht werden muß. Wie iſt das aber möglich, wenn auf 1 Hectar nahezu 12 Par⸗ cellen fallen, die in den verſchiedenſten Theilen der Gemarkung vertheilt ſind und wenn als Ackergeräthe nichts anderes als Pflug und Egge zur Verfügung ſtehen? Das Feldbauſyſtem entbehrt der modernen Grundſätze und die Fruchtfolge iſt dem Gedeihen der einzelnen Früchte nicht ſorgfältig angepaßt. Vielleicht würde ſich für diejenigen größeren und mittleren Beſitzer die nicht viel von dem früheren Waldland haben, etwa folgende Fruchtfolge empfehlen:
1. Kartoffeln, 2. Wintergetreide, 3. Kleegras, 4. Kleegras, 5. Hafer, 6. Rüben ꝛc., 7. Wintergetreide, 8. Sommergetreide.
Die Anwendung von künſtlichen Düngemitteln wird für die Zukunft ganz un⸗ entbehrlich ſein, wenn nicht die Produktion der Grundſtücke in bedrohlicher Weiſe ab⸗ nehmen ſoll, insbeſondere wird auch den Wieſen ein vollkommener Erſatz ihrer Mineral⸗ beſtandtheile geſichert werden müſſen; der Viehſtand muß vermehrt und rationeller ge⸗ füttert werden. Allem geht aber die Nothwendigkeit voran, die Grundſtücke zuſammen⸗ zulegen und damit zugleich eine beſſere Entwäſſerung und Bearbeitung des Bodens zu ermöglichen.
Frage X.
Zu welchen Schlußbetrachtungen gelangt die Commiſſion auf Grund ihrer Erhebungen über die Geſammtlage der landwirthſchaftlichen Be⸗ völkerung der Gemeinde, bezw. von welchen Verhältniſſen oder Maß⸗ nahmen glaubt ſie eine Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage erwarten zu dürfen?
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