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beſſere Verwerthung insbeſondere der Molkereiproducte voranginge und damit die Vortheile eines rationellen Futterbaues in Verbindung mit einer intenſiven Viehzucht und Viehhaltung mehr und mehr erkennbar würden. Deshalb erſcheint die Errichtung einer Sammelmolkerei als Privatunternehmen eines der hervorragenden Landwirthe Meſſels oder noch beſſer einer Genoſſenſchaftsmolkerei als der nächſtliegendſte und wirkſamſte Hebel für die Förderung der Meſſeler Landwirthſchaft.
Eine Molkerei⸗Genoſſenſchaft oder auch eine Sammelmolkerei, die den Land⸗ wirthen eine regelmäßige, ſichere und gewinnbringende Verwerthung der Milch gewährt, würde nach allen Richtungen förderlich auf die Geſtaltung der wirthſchaftlichen Thä⸗ tigkeit einwirken und eine weitere Folge würde wahrſcheinlich zunächſt die Bildung eines landwirthſchaftlichen Conſumvereins ſein, welcher den Landwirthen eine zweck⸗ mäßige Auswahl und Anwendung von Kunſtdünger und Kraftfutter lehren würde; vielleicht könnte ſich ſpäter auch mit Vortheil an dieſe Schöpfungen noch eine land⸗ wirthſchaftliche Darlehenskaſſe anſchließen.
Die Errichtung einer Landescreditkaſſe würde vorausſichtlich dazu beitragen, den für die Landwirthe erforderlichen Realcredit mit dem Vortheil der Möglichkeit einer mäßigen Amortiſation den Bedürfniſſen entſprechend zu organiſiren, wenn auch zu⸗ nächſt in dieſer Beziehung durch die Langener Sparkaſſe das Bedürfniß einigermaßen gedeckt erſcheint.
Die Ablöſung der Grundrente für die ſ. Z. von der Gemeinde erblich vertheilten Allmenden erſcheint für die Zukunft der Landwirthſchaft treibenden Bevölkerung Meſſels erwünſcht.
Im großen Ganzen liegt die Hebung der Wohlhabenheit der Gemeinde und der landwirthſchaftlichen Rentabilität z. Z. noch vollſtändig in den Händen der Gemeinde⸗ angehörigen ſelbſt und werden letztere durch ein energiſches Aufraffen zur Erfüllung der von unſern Zeitverhältniſſen geſtellten wirthſchaftlichen Forderungen die Zukunft der Gemeinde ſicherſtellen können; vor Allem aber iſt wenigſtens eine gewannweiſe Zuſammenlegung der Grundſtücke einſchließlich der Wieſen, die ſich gerade in Meſſel außerordentlich leicht bewerkſtelligen laſſen würde, in's Auge zu faſſen.
Sonſtige wichtigere Maßnahmen zur Beſſerung der wirthſchaftlichen Lage der Bevölkerung von Meſſel und insbeſondere der Landwirthe dürften kaum in Anwendung zu bringen ſein, bezw. einen praktiſchen Erfolg verſprechen; die Vertreter der Gemeinde wünſchten, daß den Bewohnern von Meſſel noch mehr Gelegenheit als bisher gegeben würde, im benachbarten ſiscaliſchen Walde Laubſtreu zu gewinnen.
Der Berathung über den Bericht, welche das vorſtehende Reſultat hatte, wohnten außer den Unterzeichneten bei: der Großh. Kreisrath, Provinzialdirector von Marquard, das Kreisausſchußmitglied Bürgermeiſter Schiemer von Pfungſtadt, der Bürgermeiſter von Meſſel und drei Landwirthe von da, von denen je einer dem Gemeinderathe und dem Ortsgericht angehört.
Meſſel, den 7. Juni 1884.
Jaup, Gr. Miniſterialrath. Weidenhammer, Gr. Landesöconomierath.


