Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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und feſtgeſtellt alle für landwirthſchaftliche Rechnungen benutzten Zahlen ſind, die nicht unmittelbar auf beſtimmten Thatſachen im concreten Falle beruhen, wie äußerſt ſchwierig es daher iſt, immer und überall das unbedingt Richtige zu treffen. Jede ſolcher Zahlen iſt von irgend welchem Geſichtspunkt aus angreifbar und wenn ſie nach der einen Richtung hin modificirt wurde, kann ſie nach der anderen hin wieder bemängelt werden. Außerdem ſind in der Landwirthſchaft ſo viele und ineinandergreifende Fak⸗ toren am Geſammterfolge mit wirkſam, daß auch um deswillen eine jede landwirthſchaft⸗ liche Rentabilitätsberechnung eine außerordentliche Empfindlichkeit in ſich bergen muß.

Der Angelpunkt für das ganze Reſultat der vorliegenden Rentabilitätsberech⸗ nungen iſt offenbar die Poſition 11 der ProduktionskoſtenArbeitslöhne, bei welcher es darauf ankommt, die ſeitens der Familienmitglieder für die Wirthſchaft geleiſtete Arbeit richtig zu ſchätzen. Um dieſe Arbeit einigermaßen glücklich zu löſen, müſſen die thatſächlichen Verhältniſſe der Wirthſchaft, ſowie die Eigenthümlichkeiten der Familie gegenſeitig abgewogen werden und wurde in den vorliegenden Fällen dann die Schätzung noch weiter an einer Maximalzahl von erforderlichen Arbeitstagen pro Hectar controlirt. Im thatſächlichen Erfolge bleibt es für den Beſitzer des Gutes vollſtändig gleich, ob der von ihm und ſeiner Familie in der Wirthſchaft verdiente Arbeitslohn hoch oder niedrig veranſchlagt wird; denn die Summe der beiden ihm zu Gute kommenden PoſtenArbeitslohn undGrundrente bleibt immer die gleiche. Wenn der Arbeitslohn der Familie hoch veranſchlagt wird, ſo ergibt ſich eine geringe Grundrente und wenn er niedrig verauſchlagt wird, ſo wird die Grundrente um ſo viel höher. Es handelt ſich hinſichtlich der zuletzt genaunten Beziehungen alſo in ſolchen Fällen hier blos darum, ein einigermaßen mit den vorliegenden Umſtänden übereinſtim⸗ mendes Zahlenverhältniß zu finden, um ſo die annähernd richtigſte Grundrente feſtzu⸗ ſtellen.*) Zu bemerken iſt hierbei noch, daß faſt in allen unſeren ſ. g. bäuerlichen Wirthſchaften ein gewiſſer Ueberfluß von Arbeitskräften gefunden werden wird, weil ſich gerade in den Wirthſchaften von ſolcher Ausdehnung ſtets ein ſehr lebhaftes Be⸗ dürfniß nach Hülfskräften fühlbar macht, ohne daß für dieſelben eine ſtändige Arbeit vorhanden iſt.

Die ganze Methode, welche zur Beantwortung der Frage IX a beobachtet wor⸗ den iſt und welche nun auch im Weſentlichen für die Arbeiten aller anderen Com⸗ miſſäre die maßgebende ſein ſoll, dürfe den Beweis mit ſich führen, daß das Be⸗ ſtreben vorlag, die ſtrengſte Objectivität zu ſichern und eine möglichſt große Durch⸗ ſichtigkeit der Verhältniſſe zu ſchaffen; die hier in Meſſel gefundenen Grundrenten ſcheinen denn auch, wenn alle Umſtände erwogen werden, mit der Wirklichkeit ziemlich vollkommen übereinzuſtimmen.

b. Die Rentabilität des landwirthſchaftlich benutzten Bodens in Meſſel iſt im Allgemeinen als eine nicht befriedigende zu bezeichnen, wenn auch einzelne Beſitzer,

*) Selbſtverſtändlich iſt es, daß bei der Schätzung der Arbeit des Wirthſchafters und ſeiner Familie nur die körperliche(manuelle) Arbeit in Betracht kommt, nicht die dirigirende Unternehmer⸗ thätigkeit; letztere muß ihre Belohnung im Unternehmergewinn finden, alſo in dem Ueberſchuß, der über die Grundrente hinaus gewonnen wird bezw. gewonnen werden ſoll.