Teil eines Werkes 
Band 2, Erster Theil (1886)
Entstehung
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a. Der Boden der Gemarkung Meſſel iſt ein Verwitterungsboden(Grundſchutt⸗ boden) des Rothliegenden und beſteht zum größten Theil aus einem ſandigen Thon⸗ boden und mageren Lehmboden, der an einzelnen Stellen mehr oder weniger in Sand⸗ boden übergeht. Der Oberboden iſt ſeicht und liegt durchſchnittlich kaum über 30 bis 35 Centimeter tief, worauf ein zäher Letten oder die Geſteinstrümmer des Roth⸗ liegenden, theils in Form von feſt verkittetem Grus, theils in Form von verwitterndem Geſtein folgen. Der Boden iſt daher ein kalter zu nennen, der gewöhnlich an Näſſe leidet, aber auch wegen Kruſtenbildung eine längere Zeit dauernde trockene Witterung im Sommer meiſt ſchlecht verträgt. Der Boden iſt kleefähig, aber nicht luzernefähig. Das Terrain iſt ſanft coupirt; die Tiefen ſind als Feldwieſen benutzt. Faſt die ganze Gemarkung iſt von Wald(zum Theil Laubwald) umgeben; indeß iſt der Schutz, welchen letzterer verleiht, doch nur ein ſehr partieller, da der Wald meiſt niedriger liegt als die Felder. Das Klima iſt das der ſüddeutſchen Ebene, alſo günſtig.

Die Fruchtbarkeit der Ländereien iſt hiernach im Allgemeinen als eine mittlere zu bezeichnen, die indeß in einzelnen Theilen faſt an eine geringe grenzt und auf den⸗ jenigen Grundſtücken, welche erſt in dieſem Jahrhundert aus früherem Waldland zu Acker und Wieſen umgeſchaffen wurden, auch wirklich in eine mehr oder weniger ge⸗ ringe übergeht.

b. Es giebt nur zwei Arten Kulturland in Meſſel und zwar Acker und Wieſe; wenig Gartenland. Die Wieſen ſind mittlere Feldwieſen ohne Bewäſſerung. Das Verhältniß der Ackerfläche zu der Wieſenfläche iſt ungefähr wie 2: 1. Die ganze Lage der Wieſen in ihrer Eigenſchaft als Feldwieſen würden ſie in hohem Grade geeignet machen, als Unterlage zu einer ſehr gedeihlichen Viehzucht zu dienen und namentlich im Herbſt eine brillante Weide für den geſammten Viehſtand zu gewähren, was für die Landwirthſchaft in Meſſel einen kaum berechenbaren Vortheil bieten könnte. Ueberall, wo die Wieſen einigermaßen gepflegt und gedüngt werden, zeigen ſie eine recht gute Grasnarbe und iſt hiermit alſo ausgedrückt, daß das Verhältniß zwiſchen den beiden Kulturländereien Acker und Wieſe kaum beſſer gedacht werden könnte.

c. Die hauptſächlichſten Bodenprodukte der Landwirthſchaft ſind Wieſenheu und Getreide, von letzterem namentlich Korn und Hafer; alle übrigen Producte, wozu Kartoffeln, Rüben, Weizen, Gerſte, Klee und etwas Raps gehören, treten zu⸗ rück und werden mit Ausnahme des Weizens und eines kleinen Theils der Kar⸗ toffeln faſt ausſchließlich in der eigenen Wirthſchaft verbraucht. Der Obſtbau iſt mittelmäßig und könnte beſſer und erfolgreicher betrieben werden. In guten Jahren werden 1000 Malter Aepfel und wohl auch mehr verkauft. Außerdem wird ziemlich viel Obſtmoſt ſelbſt conſumirt oder verkauft. Die thieriſchen Producte ſind relativ gering; nur in der Schweinehaltung und Zucht leiſten die Landwirthe etwas Nennens⸗ werthes. Die Milch wird verbuttert und die Rückſtände zum Theil als Käſe, zum Theil im Schweineſtall verwerthet.

Vorzugsweiſe geltend machen ſich demnach in der Productionsrichtung: Wieſen⸗ hen, Korn, Hafer, in zweiter Linie Kartoffeln, Schweinefleiſch. Die Fruchtfolge iſt