Ausgabe 
5.7.1850
 
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Frankfurt, 3. Juli. Nach einer heute Morgen

um drei Uhr hier aus Berlin eingetroffenen telegra⸗ phischen Depesche ist gestern Abend, den 2. d. M., zwischen Preußen und Dänemark der Friede definitiv abgeschlossen worden.(Fr. J.) a Stuttgart, 1. Juli. Die Monarchie weiß das Verdienst zu belohnen. So wurde kürzlich ein Reiter des vierten Regiments, der zur Zeit der Unruhen im Unterlande einen Freischärler am Strick nach Heilbronn transportirte, und dafür neulich als arbeitsuchender Beurlaubter aus Oehringen vertrieben wurde, von Se. Majestät dem König durch ein ansehnliches Gnadenge⸗ schenk für die Verachtung seiner Mitbürger zu entschä⸗ digen versucht.

Berlin, 29. Juni. Ein junger Pole aus dem Großherzogthum, Namens Jomicki, der beim Militär in Berlin sein Jahr abdiente, kam eines Abends in eine Restauration und las die demokratischeAbd.⸗Post. Ein Deutscher, der sich in demselben Lokal befand, und bemerkte, daß der Soldat eine demokratische Zeitung las, fing an, stichelnde Bemerkungen zu machen und mit verschiedenen beleidigenden Redensarten um sich zu werfen. Der junge Soldat that Anfangs, als ob er es nicht hörte, und las ruhig weiter. Während dem hatte der erbitterte Reaktionär von der Schenkerin er⸗ fahren, daß der Soldat ein Pole sei, und fing nun an, ganz laut und auf die gemeinste Weise auf das polnische Volk zu schimpfen. Der angegriffene junge Mann hatte die persönliche Beleidigung schweigend hin⸗ genommen, die Beschimpfung seiner Nation aber konnte

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er nicht dulden; er stand auf und forderte den Belei⸗ diger. Dieser nahm die Herausforderung an. Der Verabredung gemäß sollten sie sich über's Schnupftuch schießen, und um die Pistolen, von denen nur eine ge⸗ laden war, geloost werden. Das Unglück wollte, daß der Beleidiger die geladene Pistole erhielt. Milchver⸗ käufer, die früh zur Stadt fuhren, fanden den getödteten Tomicki am Wege liegen. Gaz. polska.)

Magdeburg, 27. Juni. Die Cholera, welche seitser im halberstädtischen mit großer Heftigkeit wüͤ⸗ thete, hat sich auch hier gezeigt. Bis jetzt sind schon 110 Erkrankungs⸗ und 44 Sterbefälle vorgekommen. Vom 10. Juli an, werden Extrafahrten von Leipzig nach Paris stattfinden. Die Hin⸗ und Zu⸗ rückreise kostet von Magdeburg aus, je nach der Wa⸗ genklasse 35 ¼½23 Thlr.

Paris, Juli. Die Legitimisten wollen dem neuen Preßgesetz ihre Stimmen verweigern, weil ihre eigenen Journale durch dasselbe allzu hart betroffen werden würden. Darüber große Angst und Bestürzung unter den Bonapartisten. Der Abentheurer v. Persigny ist vom Kaiseraffen nach Petersburg geschickt worden, um für denselben um die Hand der Tochter des Groß⸗ fürsten Michael anzuhalten. Der Mensch blamirt sich von Tag zu Tage mehr; er wird ein tragi⸗komisches Ende nehmen.

London. Das Ministerium, heißt es, wolle sich mit den 46 Stimmen Majorität, die es bei der letzten Abstimmung im Unterhaus erhalten, zufrieden geben und weder abdanken noch das Parlament auflösen.

N

Anzeigen.

Regelmäßige Postschifffahrt zwischen

8 Antwerpen und New⸗Pork. Abfahrt von Antwerpen am 1. und 15. jeden Monats.

Die Schiffe dieser Linie, wie Luconiga, Capt. Hamilton; Edwina, Capt. Parmelee; Cotton Planter, Capt. Pratt; Roscoe, Capt. Thompson u. s. w., find alle als vorzügliche amerikanische, gekupferte Dreimaster erster Classe bekannt, und werden von erfahrenen menschenfreundlichen Capitainen geführt.

Denjenigen Auswanderern, welche in der nächsten Zeit ihre Reise antreten wol⸗ len, diene zur Anzeige, daß die Eubleme, Capitain Cammett, am 15. Juli und Seath Sprague, Wadsworth, I. August expedirt werden, und daß sie zur Sicherung ihrer Plätze sich frühzeitig an die Unter⸗ zeichneten und deren Agenten wenden müssen.

Außer obigen Schiffen expediren wir auch schöne amerikanische Dreimaster nach New⸗Orleans.

Nähere Auskunft über Preise und Bedingungen ertheilen:

Dr. G. Strecker Joseph Stök in Mainz. in Bingen. in Creuznach. Strecker, Alein& Stöck in Antwerpen. In Frankfurt a. M. bei Herren W. Eckert& Comp. und Ch. Fr. Strauch Sohn.

In Oberhessen: Vilbel bei Hrn. Gemeindeeinnehmer Jacob. Grünberg bei Hrn. Butzbach bei Hrn. M. Kuhl. Schäfer. Ehringshausen bei Hrn. Postexpeditor Wüst. Laubach bei Hrn. Louis Walther. Page bei Hrn. Wm. Fertsch. Lauterbach bei Hru. B. Bernhard List. ießen bei Hrn. G. Schmidtborn.

Gemeindeeinnehmer

) Unser Schiff Cotton Planter ist in 22 Tagen, die Ebwing in 27 Tagen Tagen nach New⸗Nork gesegelt

Warum bekommen wir keinen Regen?

Nu, worum kriege mer kaa'n Rege? Die Routhe, siun Schuld draan, derr Rebubli⸗ kanner, derr Spitzbube, sie sinn kaan Rege werth, unser Herrgott hot kaan Wohlgefalle an'nen; deß Uhglück soll se verschmeiße! And de Arbeiter derrzu, derr Hallunke, derr Proletarier, die deille un raabe wolle und de Dunkelmänner de Häls abschneide wann's losgeht. Deß Uhglück soll se verzehre!

Aus den nachgelassenen Schriften

des Federhändlers Herrmann vom Neuenweg.

128) Eine kleine Dampfmaschine zu De⸗ monstrationen in Realschulen und Gym⸗ nasten besonders geeignet, ist billig zu ver⸗ kaufen. Wo sagt die Redaction d. Blits.

in großer Auswahl in allen Farben und den neuesten Mustern sind zu 10 kr. pr. Stück vorräthig in der Tapetenfabrik von Gießen. H. Hochstätter. Sonntag den 7. d. M., Nachmit⸗ tags 4 Uhr, rückt die Bürgerwehr zum Exercieren und Feuern aus. Gießen, 1. Juli 1850. Das Commando der Bürgerwehr Fresenius.

Verantw. Herausgeber: A. Becker und F. O. Schenck. Verleger: C. Sartorius. i Druck von M. Merck in Gießen.