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problem zu Leibe zu gehen; in der

anders eingerichtet werden muß; auch ist zu große Einseitigkeit bei keiner Naturwissenschaft bedenk⸗ 5 licher als gerade bei der Physio⸗ 1 logie. Aus all diesen Gründen be⸗ darf ein modernes physiologisches Institut dieser vier Abteilungen, 5 die je nach den wissenschaftlichen Absichten mehr oder weniger ent⸗ 4 wickelt werden können.

5 Ein besonderes Interesse hat 9 die Aniversität Gießen an dem 4 Ausbau der chemischen Abteilung, 1 hat doch hier ein Liebig zuerst * aller Welt dargetan, welch 5 große Bedeutung die physiologische 5 Chemie für Medizin und Land⸗ 3 wirtschaft hat. Ein agrikultur⸗ chemisches Institut besteht hier ö

1 schon längere Zeit, der Biochemie 1 des Menschen und der Tiere steht . aber im alten physiologischen 1 Institut nur ein Arbeitsraum

8 zur Verfügung; dabei besitzen . manche Aniversitäten schon zwei 5 Institute für Physiologie, das eine für Biophysik, das andere 7 5 für Biochemie.

Die Verschiedenheit der an⸗ 3 zuwendenden Forschungsmethoden 4 verlangt ferner eine räumliche Trennung der Anterabteilungen im Forschungstrakt, denn empfindliche physikalische Appa⸗ rate vertragen sich nicht mit

* chemischen Dämpfen, und die Haltung und Wartung lebender 4 Tiere stellt ganz andere An⸗ N ö forderungen an die Räume als

die Herstellung und Aufbewahrung anatomisch⸗histologischer Präpa⸗ rate. Es ist daher die physikalische

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1 anderer meteorologischer Faktoren.

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der modernen Naturwissenschaften sucht der Physiologe dem Lebens⸗ Hauptsache handelt es sich aber um physikalische, chemische, anatomisch⸗histologische und operativ⸗ chirurgische Methoden. Da kaum ein Mensch heutzutage mehr in der Lage ist, alle diese Methoden zugleich zu beherrschen, so speziali⸗ sieren sich die Physiologen meist auf das eine oder andere Gebiet und bauen ihr Institut nach der einen oder anderen Richtung aus. Das ist insofern von Nachteil, als für den Nachfolger, der auf einem anderen Gebiete arbeitet, ein solches Institut mit erheblichen Kosten

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tragen hat. Diese Form des Baues war nötig, um möglichst viele nach Norden gelegene Fensterplätze für Mikroskopie zu gewinnen und um den Hörsaal amphitheaterähnlich zu gestalten. Die Ab⸗ teilung erhält im Erdgeschoß einen Ausstellungsraum, der an Sonn⸗ und Feiertagen dem Publikum zugänglich gemacht werden soll, im 1. Obergeschoß Praktikumsräume für Biophysik und Biochemie, im 2. Obergeschoß einen großen und einen kleinen Hörsaal und einen Demonstrationsraum. N

In der links gelegenen Verwaltungsabteilung ist im Erd⸗

geschoß die Wohnung des In⸗ stitutsmechanikers, zugleich Haus⸗

Abteilung im 1. Obergeschoß, die chemische im 2. Obergeschoß, die anatomisch⸗histologische ebendort und die operativ⸗chirurgische im Erdgeschoß untergebracht. Dazu kommen im Erdgeschoß Werkstätten, ein erschütterungsfreier Naum für feine Registrierinstrumente, ein Naum für konstante Temperatur und auf dem Dache eine Plattform zum Studium der physiologischen Wirkung des Sonnenlichtes und

Im Dachgeschoß werden ferner noch zwei zur Zeit anderswo

befindliche Institute untergebracht, welche dem physiologischen ver⸗

. wandt sind, nämlich das Institut für experimentelle Psychologie

und das Institut für Körperkultur.

9 An der Anterrichtsabteilung fällt vor allem der Rundbau in die Augen, der dem Institute den NamenEngelsburg einge⸗

verwalters, untergebracht, im 1. Obergeschoß die zimmer samt Bibliothek und Separatensammlung, im 2. Ober⸗ geschoß die Zimmer des Abtei⸗ lungsvorstehers für physiologische Chemie und die Sammlung phy⸗ siologisch-chemischer Präparate.

Die günstige Lage des Instituts bei den Kliniken und den anderen medizinischen Instituten wird eine viel bessere Zusammenarbeit mit diesen ermöglichen als bisher. Die im Institut untergebrachte experimentelle Psychologie stellt ferner das erwünschte Bindeglied zur Philosophischen Fakultät her, ist doch die Physiologie auf enge Beziehungen zu dieser angewiesen. Es ist ferner dafür gesorgt,

Allgemeinheit in größerem Maße zugängig gemacht werden kann als im alten Institut, und das dürfte nützlich sein, denn noch ist zu wenig erkannt, daßwir alle nach ewigen, ehernen großen Gesetzen unseres Daseins Kreise vollenden müssen.

Groß sind die finanziellen Anforderungen, die ein Neubau wie dieser an den Staat stellt, aber diese Ausgaben sind wer⸗ bende Ausgaben. Die Physio⸗ logie wird der Menschheit noch manches Wunder der lebenden Substanz aufdecken und dazu

Neues Physiologisches Institut

beitragen, daß die menschlichen Verhältnisse noch mehr in Ein⸗ klang zu dem großartigen Natur-

geschehen gebracht werden, das die Bewegung der Himmels körper nach den gleichen Gesetzen regelt wie die Bewegung der kleinsten Teilchen der 5 Zum Schlusse noch eine Bitte. Vor kurzer Zeit sah Verfasser, wie im Physikalischen Institut der Aniversität Frankfurt eine Marmortafel angebracht wurde, auf welcher die Namen der Stifter vermerkt waren, die den Ausbau des Instituts und die wissen⸗ schaftlichen Arbeiten in ihm durch Spenden gefördert hatten; ihre Zahl war nicht klein. Sollte es nicht auch im Hessenlande solch gütige finanzkräftige Spender geben, welche im Interesse der Wissen⸗ schaft vom Leben bereit sind, durch Stiftung von Apparaten und Einrichtungen für den Neubau dem Staate einen Teil der Lasten abzunehmen?

Materie.

Herr Pfarrer A. Korell, M. d. N., Ehrensenator der Aniversität Gießen:

Wenn weder der Staat noch die Einzelpersönlichkeit die Mittel hat, um der Verkümmerung der Aniversität entgegenzuwirken oder gar sie weiterzufördern, muß die Genossenschaft es versuchen. Genossenschaft oder Zweckverband haben sich bisher im wesentlichen in den Dienst der Wirtschaft und Zivilisation gestellt. Warum sollten sie nicht, wie es die Hochschulgesellschaften begonnen haben, Wissenschaft und Kultur fördern?

Als Schüler und Ehrensenator der Ludoviciana wünsche ich der Gießener Hochschulgesellschaft viele neue Mitglieder und will selbst als Fuchs einspringen.

Rendel(Oberhessen), den 1. August 1924.

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daß die Lehre vom Leben der