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Vierte Sonderbeilage
ihrer Verhütung und Bekämpfung,
ein Ende. möglich, die Entstehung der Krebs- krankheit, an der jährlich im Deutschen
zu verhüten, weil die Arsache dieses furchtbaren Leidens immer noch nicht bekannt ist. Bis vor kurzem war man ebenso machtlos gegenüber der Ent⸗
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14. Nov.
Der Kreisdirektor des Kreises Lauterbach Herr Dr. Michel:
„Vergeßt nicht die Pflegestätten deutschen Geisteslebens! Ohne geistige keine wirtschaftliche, keine soziale, keine nationale Kraft, ohne Kraft kein Aufstieg der Gemeinschaft und des Einzelnen!“
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Über die Bedeutung der hygienischen Forschung für das volkswohl.
Von Dr. E. Gotschlich, o. ö. Professor der Hygiene an der Aniversität Gießen.
In seiner Studie über wirtschaftlichen Abbau und Volks⸗ gesundheit hat der frühere Leiter des Preußischen Gesundheitswesens A. Gottstein vor etwa einem Jahre ausgeführt, daß auch in der gegenwärtigen schweren Notlage unter allen Amständen im Interesse des Volkswohls aufrechterhalten
hältnisse gleichfalls eine hohe Bedeutung für die Volksgesundheit, wie sich das mit erschreckender Deutlichkeit in den Kriegs- und Hungerjahren gezeigt hat; aber daß es überhaupt gelungen ist, jetzt nach dem Kriege die durch die jahrelange Anterernährung
bedrohlich gestiegene allgemeine
werden müssen: die gesamte öffent⸗ liche Gesundheitspflege und gesund⸗ heitliche Fürsorge, die wissenschaft⸗ liche und technische Ausbildung und
Sterblichkeit sowie vor allem die Sterblichkeit an Tuberkulose an⸗ nähernd wieder bis auf den niedrigen Stand vor dem Kriege herab⸗
Fortbildung der Aerzte und des Heilpersonals, sowie endlich die Mög⸗ lichkeit der wissenschaftlichen For⸗ schung als unentbehrliche Grundlage jedes weiteren Fortschritts. Das Wort des englischen Philosophen Bacon, der am Beginn der UAra der neuzeitlichen Philosophie und Naturwissenschaft steht,„Wissen ist Macht“, hat wohl auf keinem Ge⸗ biete menschlicher Betätigung in so offenkundiger Weise sich bewahrheitet wie in der modernen öffentlichen Ge— sundheitspflege, die sich auf den Er⸗ gebnissen der hygienischen Forschung aufbaut. So weit unsere Kenntnis von der Arsache und den Bedingungen der Entstehung einer Krankheit reicht, so weit geht auch die Möglichkeit
und wo es an der ursächlichen Er⸗ kenntnis fehlt, da hat unsere Macht So ist es bis jetzt nicht
zudrücken, trotz der entsetzlichen Ver⸗ armung unseres Volkes, das ist ein Ergebnis, das nur dank der hochentwickelten auf dem Boden der wissenschaftlichen Hygiene fest gegründeten öffentlichen Gesundheits⸗ pflege unseres Volkes möglich war. Vor allem gilt das von den Erfolgen der Seuchenbekämpfung; während früher die Seuchen un⸗ zertrennliche Begleiter der Kriegsnot waren, ist es diesmal gelungen, unser Land vor diesen Heimsuchungen zu bewahren und etwa eingeschleppte vereinzelte Fälle seuchenhafter Krank⸗ heiten sofort unschädlich zu machen und so den drohenden Brand im Keim zu ersticken. Dabei bedenke man, daß Deutschland im Welt⸗ kriege in außerordentlich hohem Grade von der Seuchengefahr be— droht war, insbesondere von Osten her sowie von seiten der gegen uns aufgebotenen farbigen Völkerschaften, die oft genug Träger gefährlicher,
Reiche über 40000 Menschen sterben,
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sonst in unserer Heimat nicht vor⸗ kommender Seuchen wie Pest, Cholera, Fleckfieber u. a. waren;
stehung der Kropfkrankheit, die in manchen Gegenden gehäuft auftritt; erst seitdem ganz neuerdings die Arsache dieser Krankheit in der Verarmung des Körpers an Jod erkannt ist, gelingt es, die Entstehung des Kropfes auch in den am schlimmsten heimgesuchten örtlichen Herden durch vorsichtige dauernd fortgesetzte Darreichung außerordentlich kleiner Jodmengen mit der Nahrung zu verhüten. Auch alle anderen großen Erfolge, die die öffentliche Gesundheits⸗ pflege im letzten halben Jahrhundert aufzuweisen hat, sind in erster Linie der Entwicklung der wissenschaftlichen Hygiene zu verdanken, nicht, wie man im Publikum häufig die Ansicht verbreitet findet, der Hebung der wirtschaftlichen Verhältnisse in den letzten 40 Jahren vor dem Weltkriege. Zweifellos haben diese wirtschaftlichen Ver⸗
das Fleckfieber führt ja bezeichnend genug auch den Namen Kriegs- oder Hungertyphus und seine Geschichte ist, wie Hirsch treffend sagt, die Geschichte des menschlichen Elends. Alle diese Krankheiten haben für uns ihre Schrecken verloren, seit die wissenschaftliche Erforschung ihre Erreger sowie die Wege ihrer Verbreitung auf— gedeckt und auf diese Weise uns die Mittel zu ihrer Verhütung und Bekämpfung an die Hand gegeben hat. Selbst solche ansteckende Krankheiten, die dauernd bei uns heimisch sind, konnten durch geeignete wissenschaftlich begründete Maßnahmen in ihrer Ver⸗ breitung eingeschränkt und vor allem ihrer Gefährlichkeit durch neue wirksame Behandlungsverfahren zum großen Teil entkleidet werden. So ist es gelungen, den Anterleibstyphus und selbst eine so verbreitete Volkskrankheit wie die Lungentuberkulose


