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Zusammenwirken des akademischen Ausschusses mit der Studenten⸗ schaft gelang es endlich 1921, diesen Plan durchzuführen. Die Studentenschaft borgte und verzinste bei der Sparkasse 100000 Mark, während der Staat die Zinsgarantie übernahm. So wurde im Sommer 1921 der große Sportplatz hergerichtet und durch eine Terrassentreppe mit dem Platz für Leichtathletik verbunden. Dadurch näherte sich die Anlage ihrer mit griechischen Theater⸗ anlagen zusammenhängenden Grundidee. Dabei wurde versucht, dem ganzen Gelände möglichst den Charakter eines Gartens und Parkes zu geben. Mit Hilfe von Spenden aus den Baumschulen der Kliniken wurden entlang der Zufuhrstraße Fichten, Linden und Ahorn gepflanzt. Auch ist der Wall nach dem Walde zu mit Büschen und Kiefern besetzt worden, so daß die Gartenanlage organisch in den Wald übergeht.
Einen wesentlichen Fortschritt bedeutete ferner die Errichtung einer Baracke im Amfang von 10* 15 Meter dicht an der schon bestehenden Amkleidehalle, die nunmehr als Sonnenbad und Dusche⸗ raum dient. Diese Baracke wurde von der Stadt Gießen aus dem Bestand des angekauften Gefangenenlagers zu sehr günstigen Be⸗ dingungen überlassen, so daß im wesentlichen nur die Kosten der Aufstellung in Betracht kamen. Sie wurde 1923 hergerichtet und bewährt sich bei der starken Inanspruchnahme vortrefflich. Es ist jedoch die Aufstellung eines festen Baues, wie er von Anfang an auf einem dreieckigen Stück neben der Zufuhrstraße vom Schützen⸗ haus geplant war, unbedingt notwendig. Die betreffenden Pläne, die auch Räume für den Hochschul⸗Turn⸗ und Sportlehrer sowie das studentische Amt für Leibes⸗Abungen umfassen, liegen dem Landesamt für das Bildungswesen zur Genehmigung vor. Der Akademische Ausschuß ist bemüht, die Errichtung dieses Ge⸗ bäudes zu erlangen, da wir zur Zeit in dieser Beziehung hinter der Nachbar⸗Aniversität Marburg zurückstehen und diesen Nachteil unbedingt einholen müssen. Im übrigen ist der Ausschuß durch einen Aufruf bestrebt, Spender für den weiteren Ausbau des Platzes zu gewinnen. Auch wenn die Regierung das Sportshäuschen über⸗ nimmt, ist noch viel zu schaffen. Es sind hauptsächlich folgende Arbeiten in Aussicht genommen: 1. Einfriedigung an der West⸗ und Südseite, 2. Laufbahn von 100 und 450 Meter, 3. Anlage des Nestgeländes, 4. weitere Anpflanzung, 5. ein größeres Licht⸗, Luft⸗ und Sonnenbad, 6. wenn möglich eine 100-Meter⸗Schwimmbahn an der Seite des Waldes, unter Benutzung teils von Quell-, teils von Leitungswasser.— Für die weitere Entwicklung von Turnen, Sport und Gymnastik bietet das Gelände umfassende Möglichkeiten.
Herr Dr. h. c. Alfred Bock:
Nach neunjähriger Arbeit an dem Platz ist manches erreicht. aber noch viel zu tun. Jetzt stehen wir vor der entscheidenden Frage, ob die hessische Regierung den Bau des Sports-⸗ häuschens bewilligt. Immerhin steht Gießen, wie der Vergleich der Pläne bei dem Olympia in Marburg gezeigt hat, schon jetzt in bezug auf Sportanlagen, trotz mancher Mängel derselben, mit an erster Stelle in der Reihe der deutschen Hochschulen. Die Benützung im Semester und auch bei den von der Turnfachschaft
organisterten Ferienkursen ist sehr gut. Ferner hat die Aniversität
durch Vertrag den Platz einer hiesigen Sportvereinigung an ver⸗ schiedenen Tagen zugänglich gemacht und ihn auch sonst für Schulen und bei Festlichkeiten verwenden lassen, so daß er unter den Gießener Sportanlagen eine über den Rahmen der Aniversität hinausgehende Bedeutung erlangt hat.
Entsprechend der Entwicklung des Platzes und der Leibes⸗ Abungen ist auch die Organisation des Akademischen Ausschusses neu gestaltet worden. Nach den jetzigen Satzungen wählt der Gesamt⸗ senat drei seiner Mitglieder in den engeren Ausschuß für Leibes⸗ Abungen, die unter sich ihren Vorsitzenden bestimmen. Dadurch ist der Ausschuß zur Erfüllung der vielfachen Anforderungen viel besser aktionsfähig geworden, besonders, da die engste Zusammen⸗ arbeit mit der Studentenschaft gewährleistet ist. Diese ist in dem weiteren Ausschuß einerseits durch ein Mitglied des studentischen Amtes für Leibes⸗Abungen, andererseits durch einen Angehörigen der Turnfachschaft vertreten. Die von der Studentenschaft erhobenen Sportbeiträge werden gemeinsam verwaltet. Außerdem gehören der Hochschul-Turnlehrer sowie die Leiter der beiden Abteilungen des Instituts für Körperkultur und fünf von dem engeren Ausschuß gewählte Akademiker, die möglichst Erfahrung im Gebiete der Leibes⸗Abungen haben sollen, zu dem Ausschuß.
Nach den Verhandlungen in Marburg ist zu erwarten, daß die Leibes⸗Abungen an den deutschen Hochschulen für manche Examina, vielleicht allmählich für alle, obligatorisch wenigstens in dem Sinne werden, daß zu dem Examen Praktikantenscheine über Leibes⸗ Abungen vorgelegt werden müssen. Die Aniversität Gießen ist für diese grundlegende Anderung des Erziehungsplanes zum Teil vorbereitet. Es ist jedoch dringend zu wünschen, daß die vorliegenden Pläne zum Ausbau des Plahes und zur Errichtung eines Sports⸗ häuschens bald zur Verwirklichung kommen, damit, bei der fort⸗ schreitenden Einführung der Leibes⸗Abungen in die Lehrpläne der Aniversitäten, in Gießen alle Voraussetzungen zur wirklichen Durch⸗ führung solcher Bestimmungen geschaffen werden.
Die Studierenden, die unsere Ludoviciana aufsuchen, wollen, was sie bis dahin von Geistesgütern erworben haben, vervollkommnen und erweitern. Die Aniversität unternimmt es, ihre Schüler aus der Region begrenzten Anschauens„in die freien Gefilde des Gedankens“ zu führen, auf daß sie der Wissenschaft, dem Volksganzen dienen. In diesem idealen Streben muß die Aniversität von allen Anterstützung erfahren, die an Deutschlands Sendung in der Kulturwelt glauben.
Die Hochschulgesellschaft in Gießen, die sich der Landesuniversität als unermüdliche Helferin erwiesen hat, verdient es in
vollem Maße, daß ihr Werk von den weitesten Kreisen der Bevölkerung gehoben und gefördert werde.
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durch Ihren Beitritt. Anmeldungen sind schrifflich oder mündlich nach Johannesstraße 17 zu richten
Jahresbeitrag für außerordentliche Mitgliedern.. Mk. 5.— „ Mindestbeitrag) für ordentliche Mitglieder Mt. 10.—
Bankkonto: Mitteldeutsche Creditbank Filiale Gießen und deren Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 782
Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.
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