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Sonnabend, den 28. November 1925.

e erer cee denenare. derpolitik sowie während der Unruhen des separati⸗ stischen Spuks stets als treue Deutsche bewährten und lieber Verbannung und Gefangenschaft auf sich nahmen, als ihre Pflicht gegen Vaterland und Heimat untreu zu werden. And ich brauche nur der großen Januar⸗

kundgebung des Jahres 1923 zu gedenken, um daran zu

er innern, daß die gesamte Bevölkerung in all ihren Ständen und Schichten einmütig in der Verteidigung ihrer Rechte als Menschen und Deutsche zusammenstand. Gern nehme ich von Ihnen, Herr Staatspräsident, die Versicherung entgegen, daß die Rheinhessen auch in Zu⸗ kunft unwandelbar fest in ihrer Treue zum Vaterland beharren werden. Ich wünsche und hoffe, daß der Geist selbstloser Vaterlandsliebe und brüderlichen Zusam⸗ menhaltens, der damals in der Zeit der höchsten Not geherrscht hat, uns jetzt und in der Zukunft Beispiel und Wegweiser sein wird. Dann wird auch diesem Lande und uns allen neue Kraft und Stärke und unserem Paterlande eine lichtere Zukunft beschieden sein!

Danlschreiben des Neithspräsibenten an die gessische Reglernng.

Darmstadt, Im hessischen Staatsministerium ist folgendes Dankschreiben des Reichspräsidenten von Hin⸗ denburg eingegangen:

Berlin, 14. November, 1925. Sehr geehrter Herr Staatspräsident! Wieder nach Berlin zurückgekehrt, möchte ich Ihnen und der hessischen Regierung nochmals den herzlichsten Dank sagen für den warmen Empfang, den Sie und die hessische Hauptstadt mir anläßlich mei⸗ nes Besuches bereitet haben. Ich habe mit freudiger Genugtuung feststellen können, daß trotz der schweren Nöte, die die Besetzung für Hessen gebracht hat, der Geist treuer Vaterlandsliebe ungebrochen ist. Ich hoffe, daß für Ihr Land nun bald bessere Tage kommen werden. Indem ich Sie bitte, der Bevölkerung Darmstadts und seiner Umgebung in meinem Namen für die herzlichst dargebrachten Willkommensgrüße und auch den betei⸗ ligten Behörden meinen herzlichsten Dank für die beson⸗ dere Mühewaltung zu übertreffen, bin ich mit den besten Wünschen für Ihr schönes Land und mit freund⸗ lichem Gruß an Sie Ihr ergebener

gez. von Hindenburg.

Aus unserer Bewegung.

Blitzenrod. Am 4. November hatte dieEvange⸗ lische Vollsgemeinschaft zu einer imHamburger Hof dahier stattfindenden Versammlung eingeladen. Trotz widriger Umstände kamen immerhin einige Wähler und Wählerinnen zusammen, und zwar waren alle mögli⸗ chen Stände vertreten: Fabrikarbeiter, Landwirte und Beamte. Der zu den bevorstehenden Wahlen von dieser neuen Partei aufgestellte Spitzenkandidat Herr Bür⸗ germeister Stock von hier, eröffnete die Versammlung, indem er die späte und etwas überraschende Einberu⸗ fung entschuldigte. Plangemäß sollte die Versamm⸗ lung in einem Nachbarorte stattfinden; da aber die⸗ selbe in letzter Minute abgesagt wurde, entschloß sich der Redner, hier zu sprechen. Gleich im voraus sei es ge⸗ sagt: Sämtliche Erschienene sahen diese Verlegung als eine glückliche Fügung an, und keiner ging unbefrie⸗ digt heim. Herr Pfarrer Weidner⸗Oberlais, einer der Mitgründer der neuen Partei, führte in herzerfri⸗ schender Weise die Ursachen zur Gründung der neuen Partei und ihre wichtigsten Ziele an. Als der Schreiber dieser Zeilen zum erstenmal von dieser Neu⸗ gründung hörte, sagte er sich:Wozu denn zu den schon zu vielen Parteien noch eine neue fügen? Ein Ab⸗

bau derselben wäre eher not! Als er aber die Aus⸗

Und trotzdem ist noch keine Karawane, klein oder groß, von

ihrem Weg zurückgeschreckt. Heute queren drei Reiter die Wüste von der Küste aus. Bei glitzerndem Sternenschein sind sie flinken Trabes aufgebrochen. Der erste ist ein alter Afrikaner mit rau⸗ hem Bart und wetterharten Züge, braun gebrannt von der Tro⸗ pensonne. Als sie am Abend vorher beim Gerstentrank aus der Heimat zusammensaßen, hat der alte Farmer manchestory zum besten gegeben von Jagd und Farm. Nur von der Namib hat er nicht gesprochen man durfte es nicht berufen.

Die Sichel des abnehmenden Mondes steht über der Wüste und hält den Nebel nieder. Wie eine Zauberin nimmt die Wüste die beiden Neulinge in ihren Bannkreis auf. Eigenartig bleich sehen die welligen Dünen aus und werfen tiefschwarze Schlagschatten. Schweigend liegt die Nacht auf allem. So still ist es, daß man meint, die eigenen Gedanken müßten lautbar werden. Die Unterhaltung ist von selbst verstummt, denn das Schweigen der nächtlichen stillen Wüste schluckt jeden Klang, al⸗ wenn sich die hehre Einöde verwahren wollte gegen die vorlau⸗ ten Stimmen der unscheinbaren Menschlein, selbst das Trappen der Pferde erstickt schlurrend im Sande.

Ein ganzes Stück Weges lag schon hinter den Reitern, als das Frühlicht vom Osten heraufsteigend den Kampf mit dem Silberschimmer des Mondes aufnimmt. Ganz langsam wird es hell, bis endlich die Sonne über dem Kamm der fernen Felsen⸗ berge emporsteigt. Wie flüssiges Gold schießen ihre ersten Strah⸗ len die steilen Felslehnen hinunter und breiten sich über das weite Sandmeer aus. Aber noch müssen die Pferde kräftig aus⸗ greifen, damit in den ersten Frühstunden das nächste Gras- und Wasserdepot erreicht wird.

Halb ist die Sonne zum Zenith emporgeklommen, da springen die Reiter von den Pferden. Sie sind vor einer einfachen Well blechbaracke angekommen. Wie eine ganz kleine Insel im weiten Meer, so liegt dies Stückchen Menschenarbeit mitten in der gro⸗ ßen Sandöde. Schnell sind die Pferde abgesattelt und man at⸗ met ordentlich auf, als man vier Wände um sich fühlt. Wenn

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Nr. 4.

noch die Geschäftsstelle für Oberhessen.

halten werden.

Mitteilungen der Reichsgeithüftsjtelle. Die Geschäftsführung der Evangelischen Volksgemeinschaft in Hessen hat Pfarrer Ham-

burger in Staden. Ab 1. Februar 1926 werden auch in Darmftadt und Mainz Geschäftsstellen

errichtet. Die notwendigen Schritte sind bereits getan. In Staden ist ab 1. Februar dann nur

In Starkenburg und Rheinhessen finden in der 2. Hälfte sammlungen in Darmstadt und Alzey statt. Näheres später.

Alle Zuschriften für den textlichen Teil derEvangelischen Warte sind an die Schriftleitung in Staden(Oberhessen) zu senden, nicht an die Druckerei.

Auf Anfragen und geäußerte Wünsche wird weiter mitgeteilt, daß noch vor Weihnachten wahrscheinlich am 16. und 17. Dezember in Lauterbach und Alsfeld Kreisversammlungen ge

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des Januar große Werbever⸗

führungen des Redners angehört hatte, mußte er den Gründern beipflichten. Es gibt eine große Anzahl Mähler, denen keine der bestehenden Parteien ganz zusagt, und die bei der Wahl sich für diejenigen ent scheiden, die ihnen als das geringste Uebel erscheint. Diese auf eine bestimmte Partei nicht eingeschworenen Wähler zu sammeln, ist eine der Aufgaben, welche sich die Evangel. Volksgemeinschaft stellt. Sodann will sie die evangelischen Belange wirksam vertreten, den Athe⸗ ismus und Materialismus sowie die überragende Macht des Altramontanismus bekämpfen, dabei aber dennoch das gegenseitige Verständnis der Konfessionen fördern. Auf dem Gebiet der Schule soll für die Erhaltung un⸗ serer hessischen Simultanschule eingetreten und das Konkordatswesen bekämpft werden. 2 wir zu tragen haben sollen nicht auf die Schultern der Nächsten geladen werden, sondernEiner trage des

Andern Last. Trotz Meinungsverschiedenheiten im Einzelnen kann und soll bei allseitigem guten Willen

eine gemeinsame Arbeit aller Berufsstände erreicht wer⸗ den zum Aufbau unserer Volkswirtschaft. Die folgende Aussprache, an der sich von allen anwesenden Berufen lebhaft beteiligt wurde, zeigte volles Einverständnis mit den Ausführungen des Redners.

Aus Nah und Fern.

Warnung. In diesen Tagen wurde das Blättchen Missionswächter vertrieben. Es wurde für 20 Pfg. in den Häusern angeboten, und viele Gemeindeglieder haben es gekauft, wohl in der Meinung, die Heiden⸗ mission damit zu unterstützen. In Wahrheit haben sie damit die Sache der Adventisten unterstützt, die u. a. statt der Feier des Sonntags als des Auferstehungsta⸗ ges des Herrn die Feier des Sabbattages wieder ein⸗ führen wollen. Die Gemeindeglieder seien wiederholt gegenüber der Verbreitung von Büchern oder Bildern religiösen Inhalts von falsch angebrachter Vertrauens⸗ seligkeit oder Gutmütigkeit gewarnt. Man verlange in jedem Fall den Ausweis oder die Empfehlung des evangelischen Pfarramtes der Gem Täuschung sicher sein will. Das lich des Vertriebs von Bilde einen angeblich guten Zweck. E um Täuschung des Publikums.

Alten⸗Buseck, 17. November. Nach sieben Jahren fand hier am 15. November wieder einmal eine Kir chenvisitation und zwar durch Herr Dekan Gufmam Kirchberg statt, an der sich trotz des Wahlta b meindeglieder aus den beiden Orten Alte zahlreich beteiligten. In dem durch mehr⸗

die Baracke ja auch nur ein schmuckloser W ist doch ein fester Punkt in der Unendlichkeit, an dem man sich festhalten kann.

Jetzt ist erst mal Ruhe für Stunden vorüber sind und die Meere nimmt. Pferde Preßgraß aus der Reuse und schlürfen gierig das fade warme Wasser aus dem Blechtank. Die Reiter haben ihre ein⸗ fachen Vorräte auf dem rohgezimmerten Bohlentisch ausgebreitet ö und sprechen mit gutem Appetit dem frugalen Mahl aus Boer⸗ mehlbrot und Dörrfleisch zu und der Wassersack liefert den kühlen Trunk.

Als das Mahl zu Ende ist, ist selbst der alte Farmer ge⸗ sprächig geworden. Es scheint ihm, als verlören seine jugendli⸗ chen Begleiter den Respekt vor der Namib. Bedächtig richtet er sich von seinem Zeltbahnlager auf. Er stützt den scharfgezeich⸗ neten Kopf auf seine rauhe Hand und erzählt ihnen von alten Zeiten, als noch keine Gras- und Wasserreservoirs in der Namib angelegt waren:

So oft ich durch die Namib reite, schweifen meine Gedanken 15 Jahre in der Erinnerung zurück. Ich habe damals eine Pa⸗ trouille mitgeritten, die wir später die Todespatrouille genannt haben. Einen ganz kleinen Umstand habe ich es zu verdanken, daß mich der Sand der Namib nicht deckt, wie meine Kumeraden und meine braven alten Wachtmeister:

Langsam und gepreßt kamen ihm die Worte von den Lip⸗ pen; dann fuhr er nach kurzer Pause fort:

1Unsere Kompagnie hatte damals die Station Maltahohe am Rande der Namib angelegt Dom Stuurman, dez alte Hot⸗ tentottenhäuptling, machte uns mit seinen Viehräuberbanden viel zu schaffen. Früh genug hatte der verschlagene Fuchs von den Plänen der Kompagnie gehört, und ein os war er wie

vom Erdboden verschwunden, in der ganzen Gegend auch kleine bur mehr von ihm und seiner Bande. Die Atempause sollte nicht lange dauern. Eines Nachts schlug die Alarmglocke an,

Mensch und Tier, bis die heißen Sonne absteigend den Weg zum

ie Lasten, die

Frauenleben,

Draußen im Schatten des Vordaches rupfen die

zu finden war.

mischte Chor und 2 ausgezeichnete Violinsoli des Herrn Dr. Volz mit Orgelbegleitung von Herrn Schneider Friedberg festlich ausgestalteten Vormittagsgottesdien⸗ stes predigte der Ortsgeistliche über Mt. 22,15 bis 22. Dekan Gußmann legte seiner Ansprache Mt. 10,3233 zu Grunde. Um 2 Uhr nachmittags nahm der Jugend⸗ gottesdienst seinen Anfang, in dem das Schiff der Kirche von den männlichen und weiblichen Konfirmanten, den 1 Schulklassen von Alten⸗Buseck und den oberen Jahr⸗ gängen der Schulklassen von Trohe dicht besetzt war. An diesen Nachmittagsgottesdienst schloß sich noch eine Trauung und darauf eine Sitzung der Kirchengemeinde⸗ vertretung und des Kirchenvorstandes an, in der eine Anzahl wichtiger Fragen unseres Gemeindelebens zur Erörterung kamen. Unter Hinweis auf die wohlge⸗ lungene Erneuerung der Kirche zu Wieseck gab der De⸗ kan die Anregung zur baldigen Ausführung einer Kir⸗ chenheizung, die schon früher einmal geplant war, dann aber aufgegeben werden mußte, weil das dafür ange⸗ sammelte schon recht beträchtliche Kapital der Inflation zum Opfer gefallen war, sowie zu einer Erneuerung des ungemein kahlen und dürftigen Kirchenraumes. Hof⸗ fentlich ist es möglich, beide Vorschläge recht bald zu verwirklichen. 5

Nidda. Dieser Tage hatten sich etwa 15 Pfarr⸗ frauen zu einer Pfarrfrauenfreizeit hier eingefunden. Die Vormittage wurden jedesmal mit einer tiefgra⸗ benden Schriftbetrachtung eröffnet, die die Berufsar⸗ beiterin der Inneren Mission, Frl. Hardt, hielt. Die Rednerin sprach im Anschluß an Jesaia Kap. 6 bezw. Hohelied Kap. 1 überGesegnetes FrauenlebenWie kann ein Leben gesegnet sein, wenn wir in der Nachfol⸗ ge und Gemeinschaft Jesu leben undGesegnetes wenn wir im Gebet leben, eine rege Aussprache schloß sich jedesmal an. An den Nachmit⸗ tagen wurden im Anschluß an Vorträge des neuen Direktors des Hessischen Landesvereins der Inneren Mission, Pfarrer Dreves⸗Darmstadt und Pfarrer Mem⸗ mett⸗OberwiddersheimDie Arbeit der Frau an der Kirche im Rahmen der Inneren Mission undDie Arbeit der Kirche an der Frau besprochen und durch die Erfahrungen der Pfarrfrauen wertvoll ergänzt. An den Abenden wohnten die Teilnehmerinnen den Evan⸗ gelisationsversammlungen bei, die Frl. Hardt in der Kirche abhielt und die sich eines zahlreichen Besuchs seitens der Gemeinde erfreuen durften. Die Gottes⸗ dienste wurden an den verschiedenen Abenden durch mannigfache musikalische und gesangliche Darbietungen verschönt. Dankbaren Herzens für die innere Herzens⸗ stärkung und auch für die freundliche Aufnahme in den gastlichen Häusern verließen die Pfarrfrauen das Städtchen.

mel stand in lichter Lohe, aber wir kamen zu spät, die Farm war total ausgebrannt, und kein Schwanz war mehr da. Das Schlimmste aber war, daß auch von den Bewohnern keine Spur Wir suchten die Schutthaufen bis ins kleinste durch, wir patrouillierten die Gegend weit und breit ab, da blieb auch kein Busch undurchsucht, aber nichts. Das konnte niemand anders gewesen sein als die Stuurmanbande. Aus irgendwel⸗ chem Grunde mußten sie die beiden Weißen, die dort gewohnt hatten, mitgeschleppt haben. Aber wohin? Unserm Hauptmann war die Geduld gerissen. So oder so mußte ein Ende an die Mordbrennerei kommen, und wenn wir die ganze Namib um⸗ kehren müßten.

Nach einigen Tagen gründlicher Vorbereitung zog sich die ganze Kompagnie in kleine Patrouillen auseinander, um Stuur⸗ mans Schlupfwinkel zu erkunden. Wir sind alle unverrichteter Sache zurückgekehrt, bis auf die Patrouille, der ich zugeteilt war. Wir waren sechs und davon bin nur ich und noch ein Kamerad wiedergekehrt.

In einer kalten, nebeligen Nacht brachen wir auf mit unsern schwer bepackten Tieren, denn wir sollten entlang des Aoobri⸗ viers, wenn nötig bis an die Küste, durchreiten. Den Kara biner im Gewehrschuh, 120 Patronen in den Gurten, den Freß⸗ beutel gut gefüllt mit Maismehl und die sogenannte eiserne Ration und das Schanzzeug vorne, und hinter dem Sattel fest⸗ gerollt, Decke und Zeltbahn, dazu an jeder Seite einen Wasser⸗ sack mit je drei Litern Wasser, so ritten wir guten Mutes dahin. Uns hätte nur mal einer etwas von den Schrecken der Namib oder den Listen der verschlagenen Hottentotten erzählen sollen. gewiß, das war wohl ganz interessant, aber uns konnte keiner! Sollte es wirklich zum Gefecht kommen, waren wir ihnen immer noch überlegen, weil sie ja ihre alten Donnerbüchsen, erst mit Pulver und Blei oder wer weiß was für Brocken stopfen mußten. Das Gefecht sollte sowieso vermieden werden, da es sich nur um ein Aufklärungsxritt handelte, Fortsetzung folgt.)