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Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft

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Nummer 3.

oberhessische 8 und 1 Adolf 8

Ich lese oft sozialistische Blätter, aber ich muß geste⸗

hen, daß ich keines kenne, das eine solche Sprache führt

gegen evangelische Religion und Kirche, wie die zu Gießen er scheinendeOberhessische Volkszeitungde⸗ ren Druck in Frankfurt a. M. erfolgt; also einem Organ, das ausgerechnet in einem Lande und in einer Stadt gelesen wird, wo fast alles evangelisch ist. Vor jeder Wahl betont das Blatt seine religiöse Neutrali⸗ lät, ist es aber weit bis dahin, was an Beschimpfung en der Kirche das Unglaublichste geleistet. Ich bin über⸗ zeugt, daß auch sozialistischen Bürgern das längst schon piel Zuviel ist. Vor einiger Zeit brachte das Blatt ein cus dem Zusammenhang gerissenes Arteil eines chine⸗ ihc Christen über das Christentum, schließend mit einer Beschimpfung der im Kriege tätigen Geistlichkeit. Ich frage das Blatt: Hat denn einst auch die Sozial⸗ demokratie die Kriegskredite bewilligt, haben denn Abaots Söhne mit Erbsen geschossen, haben denn nicht gerade auch sozialistische Führer begeisterte Reden im

daß Paulus den Auferstehungsglauben 5 das christ⸗ liche Fundament bezeichnet. Wenn Jesus abergläubisch war, so eignet er sich sehr schlecht zum Menschheits⸗ freund. Der Herr Religiosus erdichtet sich ferner, die Besucher der Gottesdienste den dümmeren Teil des Volkes zu nennen. Natürlich um ein Beweis dafür, daß er keine Gottesdienste besucht, sonst würde er staunen über den Besuch der Gottesdienste durch die Gebildeten gerade hier in Gießen.

In derselben Nummer des Blattes folgen weitere hönische Bemerkungen zum Gustav⸗Adolf⸗Fest. Sehr interessant ist dabei, daß ein Sozialdemokrat die Frau⸗ en für nicht vollwertig hält, denn er bellet darub, daß se hr wiel Frauen im Festzug mitgingen. Sonst ist doch die Sozialdemokratie die alleinige Hüterin der Frauen⸗ 8 8 Die Reden beim Gustar Stockheim, waren geprasselt von und n iebenk

Phrasen(tönende⸗ Erz), hei gesteht man 10 große Sachlichteit zu. änzler waren neckisch, der Verein für christl.

dolf⸗Fest, wie die in

mit Ja.

Die Lotarno⸗Vorlage angenommen.

Artikel 1 des Locarno⸗Vertrages, der die Zustim⸗ mung zu den Verträgen ausspricht, wurde mit 300 ge⸗ gen 174 Stimmen angenommen.

Es folgt dann die namentliche Abstimmung über Artikel?, der den Beitritt Deurschlands zum Völter⸗ bund ausspricht. Artikel 2 wird mit 278 gegen 183 Stimmen angenommen.

In einfacher Abstimmung stimmte dann auch das Haus dem Artikel 3 der Vorlage zu, wonach das Gesetz an dem auf die Verkündung folgenden Tag in Kraft tritt. Dann wurde die Schlußabstimmung über das Ge⸗ setz vorgenommen.

Die Schlußabstimmung

über den Gesetzentwurf des Gesetzes über die Verträge von Locarno und den Eintritt Leutlschlands in den Vol⸗ kerbund ergab das folgende Resultat:

Abgegeben wurden 468 Karten, drei Abgeordnete enthielten sich der Stimme, 174 stimmten mit Nein, 291 Das Gesetz ist demnach in einfacher Mehrheit

1 2 0 K* 7 8 5 8 55 5 1 22 1 2 7 5ů le rien Wi 185 i ee en ae Erziehung in Haus und S 1110 ein drohend würde⸗ angessommen. Die im Artikel 76 der Reichsverfassung 1 nicht en und auf die Ander ren sch inen voller Stamm. So reiht sich? eschimpfung an Beschim⸗ vorgeschriebenen zwei Drittel aller Abgeordneten sind letz 8 8 n pfung. Nun freilich, es war sa auch ein evangelischer nach der Erklärung des Präsidenten anwesend.

wollen, wie nennt man denn das,Oberhessische Volks⸗

1 4 5 Jestzug. Ueber einen katholischen 5 man anders j carnovorlage ist angenommen. Die heftigen e tte das geschnieben man unterhielt und unterhält ja auch wohl e Kämpfe e feinen Mart 32 e iche Beziehungen zum Zentrum, wie das Blatt dn N 956 f

sozialdemokratische Blatt einen sehr schonenden Artikel, bas Gießener Gustav⸗Adolf⸗Fest überschüttet es aber mit Spott und Hohn, ausgerechnet in einer Nummer, die man zum Sonntag vorsetzt. Zun 170 ergreift ein 11 Religiosos das Wort, die evangelische Kirche wie ei⸗ nen dummen Schulbuben behandelnd, dem er vom ho⸗ hen Katheder herab Ohrfeige auf Ohrfeige versetzt. Dabei wundert er sich auch nach, daß viele evangelische

einmal gestand.

Alle, die das Gustav⸗Adolf⸗Fest erlebt, waren be⸗ geistert, nun wagt es ein aberhessisches Blatt es derart zu beschimpfen, es fürchtet sich wohl vor derartigen Kundgepungen in der OWelsentlichteit. keine Ehre im Leibe haben, wenn man dazu schwieg Ganz un J ist ei der pharisaische Hochmut, in dem das Bla att ste ets einhergeht.

Nun, man müßte

kraten,

der am 27. November 1925 stattgefundenen Reichstags⸗ sitzung u Abschluß. Für das Gesetz stimmten Sozial⸗ demokraten, Zentrum, Deutsche Volkspartei, Demo⸗ Bayerische Volkspartei, Bayerischer Bauern⸗ Deutsch⸗ Hannoveraner; dagegen die Zune iationalen, die Kommunisten, die beiden völ⸗

ischen Gruppen und die Wirtschaftspartei. Die Frak⸗ tionen stimmten geschlossen ab, nur bei der Bayerischen

bund und die

Geistliche der Demokratie, lies Sozialdemokratie, so Volkspa zrtei übten die Algeordneten Merck, Rauch und rend gegenüberstehen. Nun die Geistlichen müßten ja er ertönen die Phrasen von Frau Lang⸗Brummann Stimmenthaltung. Der Ver⸗ leine Ehre mehr im Leibe haben, wenn sie einer Partei sfriede. Man entrüstet such der Völkischen und Kommunisten, das Inkrafttre⸗

sachliefen, die sie fortwährend beschimpft.§ e

selbst ständig einen ganz

ten des Gesetzes durch Aussetzung der Verkündung um

Fuchs in Eisenach ist glücklicherweise eine 2 mit Gifrpfeilen nach zwei Monate zu verzögern, scheiterte daran, daß die Wie ich persönlich erfahre, hat er in einer von ihm ei eines ganzen Stan⸗ Antragsteller das für einen solchen Beschluß erforderliche berufenen Versammlung in der Amgebu ing von 0 5 1 i 1 war etwas ittel der Gesamtzahl der Abgeordneten nicht auf⸗ ach es nicht für nötig gehalten, einem kommunistif ziel anständi geres iftpfeile derOberhessi⸗ en konnten. Die ieee en der Kommu⸗ Lutherverleumder gegenüberzutreten. Auch Sozi schen 5 1d 6 bitheit⸗ Ehre ist und Völkischen gegen die Regierung wurden gegen

bemokraten haben es nicht verstanden. ich dieOberhessische über seine Maßre Lehrern die wahren Ursachen versch e* Religiosus in Nr. 223 bezeichnet den Gla i Auferstehung als Aberglauberei, will nur von e gu ten Menschen und Menschheitsfreund Jesus etwas Wif⸗ sen, da er im neuen Testament nicht Bescheid weiß, istöchte ich ihm zur Belehrung mitteilen, daß gerade Je⸗

5 1 1

N So ehen die den herbeiführ 5 ich ganz taub gegen das Schel ee ockigkeit im eigenen Lager. Du He

zieh erst den Balken aus dein

ler, sagt Jesus, 3 8 und darnach siehst, wie du den Splitter aus deines Bru⸗

de nWeltfrie

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immen der Antragsteller abgelehnt. Der Miß⸗ 15 8 der Deutschnationalen, der unter aus⸗ ugnahme auf den Locarnopakt der Re⸗ rauen entziehen will, wurde mit 285 Seinen abgelehnt. Angenommen wurde 1 sschliesn g des Zentrums, der Deutschen Volks⸗ partei und der Demokr aten, in der die Regierung auf⸗ gefordert wird, mit allen Kräften sich um die Erwefte⸗

sus sehr oft von Ewigkeit und Auferstehung geredet hat, ders Auge ziehst. rung der sogenannten Rückwirkungen zu bemühen. 8 2 2727 ͤ AA. eee N Wilhelm Buth, Blicke in die Daß weibliche Geschlecht des Hinterlandes scheint mir das land als eine arme Gegend zu betrachten, um so mehr, da neben

Hessen⸗Darmstädtischen Lande. Aus den hessischen Volksbüchern. 1. Abschnitt.

Die Hinlerländer.

Es wird im Hinterlande, besonders wenn man die Grenzen

desselben nicht zu streng zieht, hin und wieder etwas Vergbau betrieben. Ich erwähne diesen Umstand hier nur deshalb, weil ich dieser Lebensweise einen so entschieden guten Einfluß auf die Sitten glaube zuschreiben zu dürfen, daß ich allemal einem hanzen Dörfchen Glück wünsche, wo ich auch nur Einige mit dem bekanntenGlück auf! begrüßen kann, in der Hoffnung, daß e sich doch immer etlicher Hauspäter mehr werde zu erfreuen haben, die den übrigen mit dem Bespiel von Ordnung, Mäßig⸗ eit und einer gewissen Religiosität vorangehen, welche zum Junftgeist dieses Standes gehören. Die schwere körperliche Ar⸗ be eit dieser Leute läßt nicht leicht Lüsternheit auflommen. Die geit, in welcher ihr Geschäft meistens am schicklichsten betrieben hird, macht, daß die zwar der Freude, aber auch dn Ausschwei⸗ fungen aller Art vorzüglich günstigen Stunden dem Schlaf nicht ktzogen werden können, und das Gefährliche des Tagewerks Kb eine gewisse Besonnenheit, die sich bald in allem zeigt, was der Bergmann unternimmt.

Die vorerwähnten bergmännischen Tugenden sind wirklich die herrschenden im Hinterlande. Es gilt von ihm mehr als

ennt man hier nicht Zeitgeist. Zu den genannten Tugenden esellt sich noch eine besondere Liebe und Achtung gegen Vor⸗ esetzte, die in der genauesten Verbindung mit der großen An⸗

männliche an verhältnismäßiger Stärke, an Schönheit und e wandtheit bei weitem zu ubertressen. Nicht eben das laßt sich von dem Vogelsberg sagen, und in der Wetterau gilt gerade das Gegenteil. Die n aus dem Hinterland werden von Brotherren sehr zum Dienst bei dem Feldbau gesucht, weil sie im Notfall zugleich den Knecht ersetzen. Bei mancher meiner

Wanderungen staunte ich über die zentnerschweren Lasten, welche entfernten

die Hinterländ eines steilen

rin von oft weit hangs liegenden Kopf, nach Hause trägt, und über sie ihre Bürde, oft ohne alle, oft nur mittelst der ohnmächtigen Beihilfe eines Kindes heraufschwingt. Der Hinterländerin höch⸗ ster Putz sind die vielen Zöpfe ihres langen Haupthaars, dem sie allen weiteren Schmuck versagt, sowie die spärlich auf Ueberfluß hindeutenden häufigeren Falten des linnenen Anzugs von be⸗ scheiden blauer und schwarzer Farbe.

Die Gründener Bauern, die Einwohner des Breidenbacher Grundes, stehen in dem Ruf derkützelichen, was wohl mit dem Prädikatunruhige Köpfe ziemlich gleichbedeutend sein soll. Die Ursache davon scheint nicht sowohl in ihrem Charakter als in ihrer höchst sonderbar, immerwährende Streitigkeiten be⸗ günstigenden, jedem neuankommenden Beamten oft noch ganz fremden Verfassung zu liegen. Das gemeine Recht und der Grundsbrauch, nach welchem bisher gesprochen werden mußte, sollen nicht selten in offenbarem Widerspruch stehen. Es war eine weise Anordnung des jetzigen Regenten, kraft welcher dieser

oder an dem Fuß ut e, und zwar auf dem die G ichkeit, mit welcher

Seitdem der Wert der Waldungen so außerordentlich ge⸗ stiegen ist, und seitdem man an vielen anderen Orten sich durch Holzmangel genötigt sieht, auf diesen und jenen Betrieb Ver⸗

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den herrschaftlichen fast uberall noch andere e Wal⸗ dungen sind, welche oft sehr kleinen Gemeinheiten? eigentümlich zustegen. Der Hinterlander Untertan hat also fur wahres Haupt⸗ bedürfnis seiner Haushaltung weniger zu sorgen. Hunger und Frost, die den Armen sonst so oft auf den Gipfel des Elends bringen, lönnen ihn hier nicht leicht zusammen treffen. Das Getreide geht seltener als rohes Produkt aus dem Lande, sondern wird erst von dem Branntweinbrenner und zu Mastung vorteil⸗ haft benutzt und hat also auch steten und sicheren Absatz. Wenn die Heuernte fehlschlägt, kann der Hinterländer zum Ausbringen seines Viehstandes mehrere Ersatzmittel finden, von denen sich an anderen Orten oft gar kein, oft nur ein sehr eingeschre uch machen läßt. Bei der vorzüglichen Aufmerksamkeit, welche der jetzige Landesherr dem mit vollem Recht so wichtig geachteten Forstwesen! widmet und wovon die wenige Schonung, die man dem Wild angedeihen läßt, die häufigen neuen An⸗ saaten besonders schnell wachsender Holzsorten und dergleichen mehr mittelbare, die schon seit mehreren Jahren zur Abschätzung der Waldungen tätige Kommission eine unmittelbare Folge sind, darf man wohl nicht zweifeln, daß dieser Gegend ihr Reich⸗ tum in dem gedachten Artikel wohltätig erhalten werde.

Das sonst so industriöse Biedenkopf soll, nach der Versiche⸗ rung von Männern, die ein richtiges Urteil mit genauer Lokal⸗ kenntnis verbinden, noch eine ganze Generation zu tun haben, um den ehemaligen allgemeinen Wohlstand wieder herzustellen, welcher unlängst mehr noch durch Lotto- als durch Lotteriesucht?

ton jedem Distrikt unseres Landes, was der Vater der deutschen Grundsbrauch, wo ich nicht irre, zehn Jahre nach der Ver⸗ daselbst fast gänzlich zerrüttet war. beschichte! so schön von Germaniens Urbewohnern sagt:Dort öffentlichung des Befehls aufhören soll, richterliche Norm Durch den letzten Krieg hat die ganze Gegend, von welcher icht niemand des Lasters, und Verführer und Verführtwerden zu sein. id bisher redete, weniger als die meisten anderen des Landes

Man kann dies schon aus ihrer Lage abnehmen. Inparteilimit der ich den Hinterländern so viel Gutes glaubte sagen zu müssen, gebietet mir aber auch, ihre

gelitten. D

Jengigkeit steht, in welcher deren Hinterländer seinem Fürsten zicht zu leisten, dem man sich im Hinterland eben deswegen jetzt Fehler nicht mit Stillschweigen zu übergehen. Man könnte sie getan ist. mit doppeltem Vorteil widmet, muß man aufhören, das Hinter⸗ mit wenigen Worten in dem Ausspruch zusammenfassen: Im