Sounabend, den 28. November 1925.
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von der Evangelischen Volksgemeinschaft, die wir zum größten Teil gleichzeitig gute evangelische Bundesmän⸗ ner sind, erwarten auch von dem Evangelischen Bunde bei Befolgung seiner seitherigen Tätigkeit die Lösung von noch vielen Aufgaben. Aber nach Trennung von Staat und Kirche, durch die Herrschaft der Parteien bei der Gesetzgebung in den Ländern und dem Reiche, wurde unbedingt eine Ergänzung notwendig. Wir werden mit Füßen getreten, werden entrechtet, wirtschaftlich benachteiligt, kommen unter die Näder, wenn wir in den Parlamenten nicht die Sache u evangelischen Glaubens, unserer evangelischen Kirche, durch rein auf dem Boden des Evangeliums stehende Männer und Frauen vertreten. So wurde in diesem Sommer die Evangelische Volksgemeinschaft gegründet. 5 Nun darf ich unsere Freunde erinnern an lene Sitzung in Frankfurt a. M., in der unser Vorsitzender Bürgermeister Völler ⸗Lich den tell 10 sollten bei den Kreis⸗ und Provinzwahlen in Oberhessen den Versuch machen, zu sehen, wieweit unsere Sache im Volke bekannt ist und in der kurzen Zeit bereits An⸗ hänger gefunden hat. Es erschien uns in der kurzen Zeit unseres Bestehens ein zu gewagtes Unternehmen. Ohne großen Optimismus gingen wir dann doch an die Aufstellung der Listen. Schon da erlebten wir eine Ueberraschung. Wir fanden mit, Leichtigkeit in den Reihen unserer Freunde in allen Kreisen und Ständen solche, die ihren Namen für einen W serer Evangelischen Volksgemeinschaft hergaben. Dann setzte die Werbetätigkeit ein. Viele Versammlungen wurden von unserer Seite nicht veranstaltet. Gewiß konnten wir kurz vor den Wahlen unsere„Evangeli⸗
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sche Warte“ hinausgehen lassen, welche sofort einen
über unser Erwarten hinausgehenden Anklang gefun⸗
den hat. und Frauen hatten am Wahltag weder von der evan⸗ gelischen Volksgemeinschaft noch von der„Evangelischen Warte“ etwas gehört! Kurz vor den Wahlen durch Wahlaufrufe in den auch von uns. Der Wahlkampf scheint ziemlich allge⸗ mein in anständigen Formen geführt worden zu se Nur in dem in Friedberg herausgegebenen„Ober schen Anzeiger“ fand ich in Nr. 267 ei den„Irtfahrern Völk P
ker und P sie früher„gemeinsam mit Pfar. tische Nebelmeer“ gesteuert seien! So poetisch 1 „Viele evangelische Bürger“ unterzeichnete Aufruf sich liest, so vergaß er jedenfalls Herrn Beigeordneten Leuchtgens in Friedberg dazu zu nennen, der la be⸗ kanntlich früher ebenfalls ein eifriger Demokrat war. Leider scheinen das die„vielen evangelischen Bürger“ vergessen zu haben. Zum Glück stammen unsere Freun⸗ de und Kandidaten ungefähr im selben Verhältnis von der rechten Seite, wie von der linken, sodaß derartige Irreführungen bald von jedem als solche erkannt werden können.
Wir gingen mit 30 Kandidaten in die Provinzial⸗ tagswahl und mit 43 Kandidaten in die Kreistags⸗ wahlen. Wir brachten 4 Kandidaten in die Kreistage und einen in den Provinzialtag. Wir staunten selbst über diesen Erfolg in anbetracht dessen, daß unsere Be⸗ wegung so jung und noch so unbekannt ist. Bei der Provinzialtagswahl erhielten wir 3 044 Stimmen. Vielleicht fällt es manchem auf, daß in den Städten durchgängig für unsere Liste im Verhältnis viel besser gewählt worden ist, wie auf dem Lande. Das dürfte mancherlei Gründe haben. Die Stadt marschiert ja immer voran, das Land kommt erst hinterher. In der Stadt denkt man viel rascher wie auf dem Lande, wo man noch Zeit hat. Die Reaktion gegenüber dem Mam⸗ monismus und Materialismus der letzten Jahre ist in der Stadt viel weiter fortgeschritten wie auf dem Lan⸗ de. Auch die Propaganda bevorzugt mehr die Stadt als das Land. Wenn wir en
von diesem trachten, so künftigen Wahlen wir mehr und mehr auch Lande bekannt geworden sind und wir weiteren wachs an Anhängern zu erwarten haben.
dem Ergebnis der zu lassen. ö gestanden hat, ist heute durch die To he ü daß unsere Bewegung Aussicht hat, die gesteckten zu verwirklichen. a Wahl Oberhessen dürfen wir mit ruhigem Gewissen jeden treu evangelischen Mann und jede gute evangelische Frau einladen, sich uns anzuschließen. U anderen Provinzen Hessens wie in n dern Deutschlands werden bei künftigen Wahlen unse⸗ rem Versuche in Oberhessen mit berechtigter Hoffnung trag stellte, wir folgen. erfüllen, unsere sieghaften Kandidaten herzlichst zu be⸗ glückwünschen zu ihrem Erfolge. lien üt. wir für ihre Bereitwilligkeit und Tätigkeit zur Erring⸗ ung der ersten Erfolge. ung der ersten Erfolge. Dami i Hoffnung verbinden, daß sich jeder bei kommender Ge⸗ legenheit mit gleicher Selbstlosigkeit zur Verfügung stellt. in der ein nenne
Wahlvorschlag un⸗
Aber wie viele treu evangelische Männer
wurde von allen Parteien Tageszeitungen gewirkt, so ben.
In Of
ine Warnung vor r Weidner“ weil 1 Korell durchs poli⸗ 1 sch dieser mit partei und Hessischer Landbund 88 000, Kommunisten
unter Berücksichtigung
„Evangelische Warte“
allen den Erfolg des ersten Versuches b haben wir berechtigte Hoffnung, 1 auf dem
Zu⸗
So haben wir demnach berechtigten Grund uns von Wahlen für die Zukunft ermutigen Wie mancher, der noch mißtrauisch zur Seite Tatsache überzeugt, Ziele
Nach unserem ersten Wahlerfolg i!
Ansere Freunde in den den anderen Län⸗
Zum Schlusse will ich noch die angenehme Pflich! Allen übrigen danken
Damit darf ich wohl auch die Damit darf ich wohl auch die
Dann werden wir bald die Zeit erleben können, an den Geschicken der Länder und des Reiches swertes Teil beitragen kann
die Evangelische Volksgemeinschaft.
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Die Kommunalwahlen in gessen.
Darmstadt. Aus den vorliegenden Ergebnissen ist
zu ersehen, daß in den großen Städten ein starkes An⸗ wachsen der soztaldemokratischen Stimmen statigefunden
hat, während die Rechtsparteien Verluste erlitten ha⸗ Zentrum und Demokraten haben sich behauptet. fenbach haben die Kommunisten fünf Sitze ge⸗
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Wonne
Darmstadt. Bei den Provinzial tagswahlen
zum hessischen Provinzialtag entfallen auf die einzelnen
Parteien rund folgende Stimmenzahlen: Sozialdemo⸗ n 164 000, Zentrum 78 000, Deutsche Volkspartei
1 000, Demokraten 35 000, Deutschnationale Volks⸗
31 000, Evangelische Volksgemeinschaft(Oberhessen) 3000, Freie Bauernschaft(Rheinhessen) 12 500, Ar⸗ beitsgemeinschaft wirtschaftlicher Verbände 3 500. Die Zahl der Mandate wird voraussichtlich folgendermaßen sich verteilen: Sozialdemokraten 44, Zentrum 21, Deutsche Volkspartei 13, Demokraten 9, Deutschnatio⸗ nale und Hessischer Landbund 24, Kommunisten 7, Ev. Volksgemeinschaft 1, Freie Bauernschaft Rheinhessen 4,
Arbeitsgemeinschaft wirtschaftlicher Verbände 1.
Was jeder Evangelische wissen muß! Ein Jesuitenkolleg in Schlesien.
Im April ds. Is. ist, wie das„Evangelische Kir⸗ chenblatt für Schlesten“ Nr. 42 meldet, ein Teil des Gutes und das Schloß in Mittelsteine, Schlesien, ein bisher evangelischer Besitz, in katholische Hände ge⸗ kommen. Das Schloß wird augenblicklich in ein Jesu⸗ itenkloster(Noviziat für 40 bis 60 Zöglinge) umge⸗ baut. Das Nebengebäude, in dem der verstorbene, Gutsherr von Lüttwitz vor etwa 30 Jahren einen Bet⸗
saal für evangelische Gottesdienste eingerichtet hatte,
ist auch Eigentum der Jesuiten. Die evangelische Ge⸗ meinde von mehr als 300 Seelen ist dadurch plötzlich heimatlos geworden, was um so bedenklicher ist, als Mittelsteine Filialgemeinde ist und der Seelsorger et⸗
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daß bei geht ma tation in
Vorgang c Provinzen nas 1 folgende Entschließung gegen in Arbeit befindliche Konkordat eines Konlordats mit der römis tergräbt die Hoh sche Ki Familie. Die das Verhältnis der gang von 5 ö deuischem Recht geregelt wird.
gsndenburgs Anfprache in Darm
Nr. 4.
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nt wohnt. In dieser Notlage eine Kirche mit Diakonissen⸗ errichten.
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Kilometer entfer an jetzt daran, Mittelsteine zu
Wider das Reichskonkordat.
ie schlesi Fropinzialsynode hat nach dem
Auch die schlesische Provinzialsyn nach dem i nach eingehender Durch⸗ be E f u 2 und mit dem Pn 5 5 zreuf 5 ie Schlesische Provinzial⸗ Ber peer 1 d lb E Ache e egen Abschluß Inode erklärt sich mit Entsch 921 0 sumehl em wie in Preußen. Ein Konkordat un⸗ eit des Staates, gefährdet die deut⸗ Kultur und Bildung in unserem Volk, ja in der Die Schlesische Provinzialsynode fordert, daß Kirchen zum Staat nach dem Vor⸗ Württemberg durch ein Staatsgesetz nach
stadl.
Herr Staatspräsident, meine Herren
Deutschen Reich
Hochverehrter Die freundliche Begrüßung, die Sie, Herr Staats
präsident, wie der Herr Landtagspräsident und der Herr Oberbürgermeister,
an mich gerichtet haben, erroidere ich mit Gefühlen und Worten herzlichen Dankes, die ich in gleicher Weise auch der Bevölkerung in Stadt und Land für die mir allenthalben bezeigten Will⸗ kommengrüße entgegenbringe. Es ist mir ein Bedürf⸗ nis gewesen, auf meiner Reise nach Süddeutschland auch Hessen und seine Hauptstadt zu besuchen, um hier Be⸗ kanntschaft mit den führenden Persönlichkeiten des Lan⸗ des anzuknüpfen, mit ihnen Aussprache zu pflegen und die Sorgen und Nöte kennen zu lernen, die auf Ihrer Heimat lasten. Ich weiß, daß diese Ihre Sorgen schwer und ernst sind. Ist doch Hessen das Land, das von al⸗ len deutschen Ländern verhältnismäßig am härtesten von der uns auferlegten Besetzung betroffen ist und in besonders schwerem Maße die Last fremder Trup⸗ penbesatzung und Einquartierung trägt. Tausende von Wohnungen, viele Tausende von Einzelzimmern, zahl⸗ reiche öffentliche Gebäude und Schulen sind für Besat⸗ zungszwecke beschlagnahmt, und groß sind die Entbeh⸗ rungen und Beschränkungen, die aus solchem Zustand der Bürgerschaft in Stadt und Land entstehen müssen. Das Reich hat dieser Notlage stets volles Verständnis entgegengebracht und sich nach Kräften bemüht, Ihrem Lande, insbesondere Rheinhessen, sein schweres Los zu erleichtern. Es hat Wohnbauten für die Besatzung wie für die Bevölkerung errichtet, in Mainz eine neue Schule erbaut und überall geholfen, wo Hilfe am dringendsten war, und wird es auch künftig an hilfs⸗ bereiter Mitarbeit nicht fehlen lassen.
Wir wollen hoffen, daß die schlimmsten Zeiten nunmehr überstanden sind, und daß die in Locarno an⸗
gebahnten Verhandlungen dazu führen mögen, dem be⸗
setzten Gebiet und in ihm auch Hessen Befreiung von den schlimmsten Lasten zu verschaffen und die zum Le⸗ ben notwendige Bewegungsmöglichkeit wiederzugeben.
Mit aufrichtigem Dank und stolzer Anerkennung spreche auch ich es hier aus, daß die Hessen in der Zeit harter Bedrückung und großer Not immer ihr Deutsch⸗ tum als höchstes Gut erkannt und bewahrt haben, daß sie sich in den bösesten Tagen der Sanktions⸗ und Pfän⸗
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Kartoffeln verkauft, so bringt er gerade den Preis für seine Saatkartoffeln heraus. Nein, die Erdenhoff⸗ nungen haben sich nicht bei uns erfüllt!
Danken wir unserem Gott, daß wir das erken⸗ nen müssen. Wir haben zuviel am Kalenderjahr ge⸗ hangen und das Kirchenjahr zusehr vergessen. Daher kommt der Advent zu uns und ruft uns zu: Bereitet dem Herrn den Weg! Glaubet wie Juda geglaubt hat. Es wußte, daß die Erlösung nur von Gott kommen kann. Ohne Gott wird es auch bei uns in Deutschland nicht besser werden. Ohne daß wir unserem Heiland Jesus Christus im Hause des Bauersmannes, in der Wohnung des Arbeiters, im Palaste des Besitzers, im Kaufhause des Kaufmannes einen Weg bahnen, wird unser Mund nicht voll Lachens werden, werden wir nicht sein können wie die Träumenden. Hoffen wir daß die Zeit nicht mehr ferne ist, wo der lebendige Gott von den Deutschen wieder erkannt wird. Dann wird unser ganzes Volk wieder Kraft und Zuversicht, Selbstbewußtsein und Opfermut gewinnen. Dann wer⸗ den alle Schichten unseres Volkes neue Kraft kriegen, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler. Möchte man nicht bei diesem Gedanken unseren Heiland in jede Hütte bringen: Nehmt ihn auf, nehmt ihn auf! Bei ihm ist Hoffnung, durch ihn ist Rettung! Wie würden wir uns alle dann die Hand reichen und zusammen zu unserem Gott voll Dankbarkeit sprechen:
Erlöst! O welche Liebe
hat uns der Herr erzeigt,
mit welchem Vatertriebe
sein Herz zu uns geneigt!
Von seiner Himmel Thron kommt, Rettung vom Verderben uns Sündern zu erwerben,
sein eingeborner Sohn. Amen. Hr.
Staubnebel und aus dem Staubnebel heben sich finste re, jagende Sendwolken empor. Die aber gießen eine sengende Glutwelle 1 über die Wüste aus, die auch das geringste Tröpflein Naß, das sich auf ihrem Wege findet, aufsaugt. 73 5
22 Msislenrilt. Aus„Erinnerungen aus Deutsch⸗Süd⸗West“. ö Von Missionar Johs. Jürgens.
Wie ein lauerndes Ungeheuer lagert die Namib vor dem Binnenland von Südwestafrika. Kein andrer Weg führt zu den Schätzen, die es bewahrt, als über seinen Rücken, wenn es schläft. Weh' aber dem kühnen Reiter, wenn sein Zorn erwacht, dann saugt es mit seinem Glut⸗Atem das Blut aus seinen Adern. wie der Vampyr, bis seine Seele ruhlos durch die Wüste irrt und doch den Weg hinaus nie findet.
Mehr denn hundert Kilometer breit und zwei Tausend Kilo⸗ meter lang streckt sich die Wüste Namib aus. Als die Eisenbahn ihren Stahlweg noch nicht durch dieses trostlose Sandmeer ge⸗ graben hatte, mußte der Ochsenwagen mit zwanzig Zugtieren be⸗ spannt vier Tage lang seine Spur durch den Sand mahlen, bis man endlich durch die Felspforten des gewaltigen Khangebirges in das grüne Land der weidenden Herero und Bergdamera einfuhr.
Tief mahlt sich die Spur des schweren Wagens in den Wü⸗ stensand, und doch ist weder Weg noch Steg zu sehen. Unaufhör⸗ lich wandert die Wüste von Osten nach Westen. Langsam schiebt der Wind die Wanderdünen vor sich her, sodaß nach wenigen Stunden jede Spur im ewigen Sande versunken ist. 1
Von den Kronen der Dünen flattert Stunde um Stunde fei⸗ ner Sandstaub wie eine dünne Rauchsäule von Osten nach We⸗ sten. Aber was der Wind abnimmt, trägt der Wind auch wieder hinauf. Wenn aber der Wind zum Sturm anwächst, wenn sein feines Sausen zum Brüllen eines wütenden Ungeheuers wird, dann wachsen die seinen Staubsäulchen zum undurchdringlichen
Darum sucht sich der Fluß tief unter dem Sand verborgen seinen Weg, Tropfen für Tropfen sickert das verborgene Flußbett durch den Sand, bis es endlich nach mühseligem Ringen von der salzigen Flut des unendlichen Meeres aufgenommen wird. Aber noch andere Tröpflein finden sich in der Namib. Wenn der See⸗ nebel hinaufsteigt bis an die bizarren Felswüsten, die sich hie und da aus dem Sande erheben wie eine Wüste aus der Wüste, wenn dieser Seenebel sich ausnahmsweise einmal zu einer Re⸗ genwolke verdichtet hat, rieselt ein kleines Rinnsal an den Fel⸗ sen hinunter und sammelt sich in den Vertiefungen.
Das sind die einzigen Wasserreservoirs der Wüste. Spärliayß
zeigen sie den Weg vom Meere aufwärts bis an die Felsenpfor⸗ ten, indem dann und wann ein graugrünes dorniges Büschlein sich hinter einem schützenden Felsen hervorgewagt hat. Weh dem Reiter oder dem Ochsenwagenzug, der von diesem schmalen Le⸗ benspfade im glühenden Ostwind abirrt. Er würde den schreck⸗ lichsten Tod sterben müssen, den überhaupt ein Lebewesen sterben kann, er würde verdursten! Das heißt, langsam, ausdörren und dann bei lebendigem Leibe verbrennen in rauchlosem Feuer, Aber das Feuer brennt von innen heraus, wie das Höllenfeuer die Verdammten brennt, das heißt verdursten!
5 Und das sind die anderen Wegmarken, die abseits dem Wü— stenwanderer„Memento mori!“ zuwinken. Kleine Sanddünen sind es, rund wie ein aufgedunsener Tierkadaver. Wenn man den Sand abgraben würde, träfe man auf gebleichte Gebein von Ochsen, die vor ihrem Zuge zusammengestürzt sind, verbrannt von innen heraus vom ausglühenden Wüstendurst. Der ewig wan⸗
dernde Sand hat sie mitleidig zugedeckt, nach dem die Aasgeier ihre Es ragt auch wohl einmal ein schlichtes Kreuzholz aus dem Sande.
ihren Fraß gehalten hatten. 1 5 Da ruht ein Menschenge⸗ bein aus nach furchtbarer Todesqual. Der Zufall ließ das Stelett im Sande finden. Die Knochenhände sind eingekrallt in die leeren Augenhöhlen, weil doch der Wahnsinn die letzte Etappe war auf diesem Marterweg. Die armen Augen konnten den krei⸗ enden Feuerball am Himmel nicht mehr ertragen.
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