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Doöfnerstag, den 24. Dezember 1925.

zur Parität des preußischen Jufttzministers.

Auf eine kleine Anfrage im preußischen Landtag wegen un⸗ gerechter Bevorzugung der Katholiken bei der Besetzung der Richter⸗ und Staatsanwaltsstellen an den Essener Gerichten hat der preußische Justizminister folgende Antwort erteilt:

Die freien Richter⸗ und Staatsanwaltsstellen bei den Justizbehörden in Essen sind auf Grund der eingegangenen Bewerbungsgesuche besetzt worden. Dabei sind die Bewerber ausgewählt worden, die nach Fähigkeit und Leistungen die geeignetsten waren. Die Konfession hat bei der Auswahl keine Rolle gespielt.

Dazu wird von kundiger Seite geschrieben: Das bedeutet, wenn man es aus der Parlamentssprache in gutes Deutsch über⸗ setzt, zunächst einmal, daß der Justizminister die Richtigkeit der in der Anfrage wiedergegebenen Zahlen zugeben muß. Also sind nach dem Stande vom 1. Juli 1925 von den 26 Amtsgerichts⸗ räten am Amtsgericht Essen 20 katholisch, 2 Israeliten und nur 4 evangelisch, von den 45 Landgerichtsräten 30 katholisch, 2 Israeliten und 13 evangelisch, von den 16 Landgerichtsdirek⸗ toren je acht evangelisch und kotholisch, von den neunzehn Staatsanwaltschaftsräten 12 katholisch und 7 evangelisch und von den 3 Ersten Staatsanwälten 2 evangelisch und 1 katholisch. Außerdem sind der Landgerichtspräsident und der Oberstagtsan⸗ walt katholisch.

Als dieser Stand der Dinge schon im Oktober im Landtag zur Sprache kam, fand der Zentrumsvertreter Oppenhoff das nicht bedenklich, weil annähernd 60 v. H. der Einwohner des Landgerichtsbezirls Essen katholisch seien. Da annähernd 40 v. H. der Einwohner des Landgerichtsbezirks Essen evangelisch sind, müßten 18 Landgerichtsräte, 10 Amtsgerichtsräte und 8 Staatsanwaltschaftsräte evangelisch sein. Es sind also 6 evan⸗ gelische Amtsgerichtsräte, 5 evangelische Landgerichtsräte und 1 evangelischer Staatsanwaltschaftsrat zu wenig. Das erscheint zunächst nicht so ungeheuerlich. Man muß aber dabei bedenken, daß es sich hier nicht um irgendwelche beliebigen, vielleicht un⸗ tergeordneten Staatsbeamten handelt. Sicherlich soll auch von uns nicht behauptet werden, daß auch nur einer der katholischen Richter bewußt bei seiner Amtsführung sich von konfessionellen Gesichtspunkten leiten ließe. Aber jeder Richter ist und bleibt Mensch, und infolgedessen wird seine Konfession nicht ganz ohne Einfluß auf seine amtliche Tätigkeit sein. Am größten ist diese Gefahr bei den Amtssrichtern, die mit mehr verwaltungsmäßi⸗ gen Aufgaben der Fürsorge betraut sind, z. B. Vormundschaften.

Ist es schon aus diesem Grunde mehr als bedenklich, daß gerade unter den Richtern die Evangelischen so zurückgedrängt sind, so ist die Paritätsverletzung angesichts der verfassungs⸗ mäßig garantierten Anabsetzbarkeit der Richter auf schärfste zu mißbilligen. Es würde für die Sache Roms keinen allzu großen Vorteil bedeuten, wenn zu viel katholische Staatsanwälte an⸗ gestellt würden. Denn es könnte sich eines Tages ändern. Nur die zuviel vorhandenen katholischen Richter können durch keine Macht der Erde beseitigt werden. So versucht man also die Vorherrschaft der Katholiken auf einem der wichtigsten Gebiete für mindestens ein Menschenalter zu verankern.

Nun aber zurück zu der Antwort des Justizministers. 1914 waren von den 85 unabsetzbaren Richtern der verschiedensten Rangstufen bei den Essener Gerichten 52, also mehr als 60 v. H., katholisch, 31, also weniger als 40 v. H., evangelisch. Immer norausgesetzt, daß die Zahlenangaben der kleinen Anfrage stim⸗

men. 1925 sind von den 88 Richtern nur noch 25, also weniger

als 30 v. H., evangelisch. Das ist nach Ansicht des Herrn Mini⸗ sters reiner Zufall.Die Konfession hat bei der Auswahl keine Rolle gespielt. Die Bewerber sind ausgewählt worden,die nach Fähigkeit und Leistungen die geeignetsten waren.

Soweit die Zuschrift. Es ist eine sehr bequeme Methode, die von der ultramontanen Propaganda gewählt worden ist, den es ist kaum möglich, nachzuweisen, daß das unberechtigte Uebergewicht der Katholiken bei der Besetzung der Richterstellen auf etwas anderem beruht als auf Zufall. Aber wir möchten bei dieser Gelegenheit darauf hinweisen, mit welcher Zähigleit

einheit

Evangelische Warte

und Unermüdlichteit das Zentrum einst in der Bismarckzeit schon während des Kulturkampfes und noch eifriger nach seiner Beendigung daran gearbeitet hat, Aberall die lonfessionelle Zu⸗ sammensetzung der Behörden festzustenlen und daraufhin in den Parlamenten herzbewegende Klagen Über die Bevorzugung der Evangelischen zu erheben. 1

Es wäre für jemand, der die Zeit und die Fähigkeit hat, die Parlamentsakten jener Zeit durchzustudieren, eine dankbare Aufgabe, Material darüber zu sammaln, teils um es den heu⸗ tigen Zentrumsleuten als Spiegel entgegenzuhalten, teils um daraus für die Wahrung der evangelsschen Interessen zu lernen.

(Tägl. Rundschau.)

223200ñ Das Konkerdatsproblem der Gegenwart.

Am Abend des 24. Oktober sprach in Hagen im großen Saale des Evang. Vereinshauses Universitäts⸗ professor Geheimrat D. Mirbt aus Göttingen über da⸗ Konkordatsproblem der Gegenwart. Der Redner legte in seinem interessanten Vortrag das Gefährliche der Konkordate dar, die ein fruchtbringende⸗ Jusam⸗ menarbeiten der Konfessionen verhindern. Der Katho⸗ lizismus als Religion ist zu achten. Aber der Katho⸗ lizismus ist zugleich ein politisches Problem, und dieses ist stets eine bedeutende Gefahr für das mach Volk⸗ tum und den deutschen Staat gewesen. Anna sichtlicher Wille zur Macht, der im Staate den jederzeit zu Gehor⸗ sam verpflichteten Diener sieht, kennzeichnet das Poli⸗ tische des römischen Kirchentums. Das Werk Martin Luthers, der das Gefährliche dieser einseitigen Bestre⸗ bung klar erkannte, befreite den Einsichtigen aus der oft schwierigen Lage, in der er sich durch das Zwiespältige des katholischen Kirchentums fast tagtäglich befand. Der Staat wurde zu einem autonomen, gegenüber der Religion paritätischen Gebilde. Der Katholizismus, der diese Entwicklung verwirft, ist jedoch seitdem mit allen Kräften bemüht, wieder die alte Vorherrschaft zu ge⸗ winnen. Besonders seit dem Ausgang des Krieges zeigt sich ein fieberhaftes Arbeiten. Der Redner wies in diesem Zusammenhang auf Paragraph 137 der neuen Reichsverfassung hin. Sie gesteht den Kirchen die Selbst⸗ verwaltung zu; eine Neuordnung ist daher nötig, aber diese darf nie und nimmer auf dem Wege des Konkor⸗ dats erfolgen. Welches Gesicht der Abschluß eines Kon⸗ kordats in der Gegenwart trägt, zeigt das im Januar dieses Jahres zustande gekommene Bayerische Konkor⸗ dat. Es ist in äußerst geschickter Form mit dem evan⸗ gelischen Staatsvetwaltungsvertrag verknüpft und hat durch die Gültigkeitserklärung des kanonischen Rechtes die staatliche Freiheit, vor allem die Staatsschule, preis⸗ gegeben. Mit einer eindringlichen, noch einmal das Wesentlichste seiner Ausführungen zusammenfassenden Warnung vor dem Konkordatsgeist, der die Volkseinheit untergräbt, schloß der Redner seine interessanten Dar⸗ legungen.

Tagung des Bundes religiöser Sozialisten in Berlin.

Der Bund religiböser Sozialisten trat in der Zeit vom 13. bis 16. November 1925 in Berlin zu einer Haupttagung zusammen. Er eröffnete sie mit einem parlamentarischen Informations⸗ und Diskussionsabend im Preußischen Landtag zu dem der Abgeordnete, haupt⸗ sächlich Mitglieder der S. P. D. Fraktion, sowie füh⸗ rende Männer der Gewerkschaft eingeladen hatte. Nach den beiden Referaten von Bernhard Göring und Pfar⸗ rer Francke über den Bund religiöser Sozialisten, seinen äußeren Aufbau und seine innere Grundhaltung eröff⸗ nete und leitete Lic. Dr. Piechowski⸗Neukölln die Dis⸗ kussion, die bis gegen Mitternacht währte und ein ern⸗ stes Ringen um Auswege aus den vorhandenen Schwie⸗ rigkeiten darstellte. Die Aussprache zeigte insofern eine

liche Linie, als von allen Seiten die Notwendig⸗

Ein Weihnachtsmürthen.

Die heilige Nacht stieg langsam zur Erde nieder. Die kla⸗ ren Sterne funkelten, und der volle Mond wob ein zartes blaues Licht auf die schimmernde Schneedecke, in der goldene Sterne wundersam glänzten.

Auf dem festgefrorenen, schmalen Pfad, der von der sanften Höhe aus einem dichten, hochstämmigen Fichtenwald zu Tal führte, trippelte mit leichten, behutsamen Füßchen eine kleine Lichtgestalt in goldenem Kleide mit silbernen Flügeln dem Dorfe zu. Als das kleine Wesen an die ersten niedrigen, tief⸗ verschneiten Häuser gekommen war, waren die jubelnden Glok⸗ kenstimmen und die innigen Weihnachtslieder schon verklungen. Die Großen und Kleinen waren mit leuchtenden Augen und warmen Herzen aus dem Kirchlein in die Stuben zurückgekehrt. Tiefe Einsamkeit lag auf den Gassen, eine heilige, weihevolle Einsamkeit, die nur manchmal durch jauchzende Kinderlaute un⸗ terbrochen wurde. Denn hinter den Butzenscheiben strahlten die Lichtlein der Weihnachtsbäumchen, funkelten die bunten Glas⸗ kugeln und andere Wunderdinge. Auf groben, blütenweißen Leinen lagen all die Herrlichkeiten, die mir das Christkind zu schenken vermag. Die Bratäpfel auf dem behaglich brennenden Ofen dufteten. Die Kinder jubelten und die Erwachsenen freu⸗ ten sich still. Ueberall schien lichte Freude zu herrschen. Da⸗ kleine Lichtwesen ging an den Häusern mit den Lichtaugen und der sicht⸗ und hörbaren Fröhlichkeit vorüber. Es blieb wohl mal stehen, lauschte, stellte sich auf die Zehenspitzen, drückte sein Näs⸗ chen dicht an die Scheiben und betrachtete eine Weile das fröh⸗ liche, frische Treiben einer Weihnachsstube. Das hatte es zwef⸗ oder dreimal getan, schritt dann hurtiger weiter und kam zu einigen kleinen Häusern, die ohne Licht wie tot dalagen, gleich als sei in ihnen alles Leben, alle Freude erfroren. Hier wohnten sehr arme Leute, auch solche, die das Leben verbittert hatte und Menschen, aus deren Mitte der rauhe Tod ein geliebtes Wesen herausgerissen hatte. Bei jedem dieser Häuser klopfte die gestalt dreimal leise an die Fensterscheiben. Und jedesmal ging

notwendige Küsterstelle zu besetzen.

Nr. 8,

keit einer Beseelung der sozialistischen Bewegung von der Seite der Religion anerkannt wurde. Auf der an⸗ deren Seite wurde aber wieder angezweifelt, besonders von dem Abgeordneten Kleinspähn Nordhausen, ob für Sozialisten innerhalb der gegenwärtigen Kirche eine religiöse Gemeinschaft überhaupt möglich se. Die re⸗ ligiöse Verkündigung der Kirche sei für den Proletarier keine Vergegenwärtigung des Ewigen. und der tradi⸗ tiogelle Gottesbegriff sei schon längst im proletarischen Bewußtsein zerbrochen worden. Die ganze Veranstal⸗ tung stellte den erstmaligen Versuch dar, die führenden Männer der politisch⸗sozialistischen und freigewerkschaft⸗ lichen Bewegung in eine nähere Berührung mit den Gedanken des religiösen Sozialismus zu bringen.

Der Sonnabend war organisatorischen Fragen ge⸗ widmet. Aus dem Geschäftsbericht de⸗ Vorsitzenden Göring⸗Berlin wurde ersichtlich, daß die Bewegung des teligidsen Sozialismus nach überwundener Inflation in ständigem Wachstum begriffen ist. An die Nachmit⸗ tagssitzung anschließend fand im Festsaal des Abgeord⸗ netenhauses ein offizieller zegrüßungsabend statt. Der Sonntagvormittag veres die Delegierten, Bundes⸗ freunde und Gäste im gssaal zu einer proletarf⸗ schen Feierstunde. An wurden die eigent⸗ lichen Referate gehalten. Lic. Dr. Piechowski⸗Neukölln sprach über die Stellung des Bundes zur Kirche. Die Nussprache gestaltete sich vielfach dramatisch, in Sonder⸗ heit durch das Eingreifen der bekannten Sozialistin Minna Todenhagen⸗Berlin, die sich unter Ablehnung der Freidenkerbewegung für eine Steigerung des Sozi⸗ alismus bis zur Religion einsetzte. Starke Bewegung löste auch der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Fries⸗Siegen aus, der aus seinen Lebenserfahrungen heraus ein erschütterndes Bekenntnis zur Religion ab legte. Hervorragenden geistigen Anteil an der Ge samttagung nahmen die auswärtigen Freunde der Ar⸗ beitsgemeinschaft, so Dr. theol. Fuchs⸗Eisenach und Pfar⸗ rer Eckert⸗Meersburg. Letzterer kam in seinem Haupt⸗ referat zu Wort: Die religiös⸗sozfalistische Bewegung im Zusammenhang mit der geistigen Kultur der Gegen⸗ wart. Dagegen mußten die beiden anderen Referate über das Problem der Schule und über den Zusammen⸗ hang von Religion und Wir oft infolge der nord rückten Zeit vertagt werden. Jedoch erhielt nach Sani⸗ tätsrat Dr. Talfusburger⸗Schöneberg das Mort, der die ernsten Schäden von Alkohol und Tabak für unser Volksleben unter allseitiger Zustimmung beleuchtete. Die Tagung schloß am Montag mit drei öffentlichen Volksversammlungen, die unter dem Thema: Braucht die Arbeiterschaft die religiösen Sozialisten? einbe⸗ rufen waren und zum Teil zu den heftigsten Auseinan⸗ dersetzungen mit Kommunisten, proletarischen Freiden⸗ kern und Häusserleuten führten.(D. Pfarrerblatt).

Freundlichteiten gegen die evangelischen Kirther in Posen.

Nachdem bereits vor längerer Zeit der Posen r Stadtpräsident angeregt hatte, die Leichen der außer⸗ halb der Stadt gelegenen evangelischen Kirchhöfe S.. Lukas und St. Paulus zu exhumieren und auf einem Centralfriedhof beizusetzen, um Baugelände zu gewin⸗ nen, hat neuerdings ein Stadtbaurat der evangelis ßen Petrigemeinde vorgeschlagen, die Petrikirche abzur ißen zur Verbreiterung des Straßengeländes. In dasselbe Kapitel gehört, daß mit Erlaubnis der Stadt unmittel⸗ bar an dem Grundstück der evangelischen Paulikirche eine Benzinstation eingerichtet wurde, ohne daß die Kirchengemeinde auch nur gefragt wurde oder ihr Pro⸗ test Gehör fand. Derselben Gemeinde wurde ihre Küsterwohnung zugunsten der polnischen Optanten be⸗ schlagnahmt und trotz Einspruch und Klage polizeilich versiegelt, sodaß die Gemeinde nicht in der Lage ist, die

ein eigentümliches rotes Leuchten durch die vorher dunklen Stu⸗ ben. Die bekümmerten Menschenkinder standen auf einmal in langen, roten Gewändern da, verließen schweigend die Stuben und schlossen sich der Lichtgestalt an. Schließlich war so eine kleine Gemeinde schweigender, verklärter Menschen zusammen⸗ gekommen, und der Zug setzte sich, mit dem kleinen Führer an der Spitze, in einem feierlichen Rhythmus in Bewegung. Sie gingen durch das Dorf auf demselben Pfade nach dem Walde, aus dem das Lichtwesen gekommen war. Als sie den hohen Fichtenwald fast erreicht hatten, vernahmen sie ein wunderlieb⸗ liches Klingen in der klaren Luft. Während ihre Augen ge⸗ spannt an dem flimmernden, sternenübersäten Nachthimmel hin⸗ gen, sahen sie Wunder über Wunder Stern für Stern sich loslösen und zur Erde niederfahren, goldene Bahnen beschrei⸗ bend. Alle Sterne aber strebten dem hohen, schweigenden Fich⸗ tenwald zu, und auf jedem saß ein kleines, fast unkörperliches Wesen. Da fanden die Großen und Kleinen des feierlichen Zuges ihre Sprache wieder, und alle riefen entzückt wie aus einem Munde:Die Engel kommen, die Engel, die Engel! And wie auf Verabredung knieten sie nieder und beteten. Der kleine Führer aber mahnte zur Eile. Doch wieder standen sie wie ge⸗ bannt. Denn die Engel waren verschwunden, aber an den silberüberfluteten Zweigen der Fichten glitzerten und gleisten die Sterne in schimmerndem Gold. Silberner Schnee, goldene Sternenpracht und blaßblaues Mondlicht woben einen märchen⸗ haften Glanz um den Wald, aus dem liebliche Stimmen er⸗ tönten. Wie staunten aber erst die Menschenkinder, als sie den verzauberten Wald selbst betraten! Zu beiden Seiten des brei⸗ ten Weges die stattliche Schar funkelnder Lichterbäume und je eine lange, lange Reihe Engel, in goldenem Gewande mit sil⸗ bernen Flügeln, jeder mit einem grünen Fichtenzweig in der Hand. Die Menschen schritten vorüber, mit träumenden Augen, in stummer Verwunderung und mit freudig pochenden Herzen. So lamen sie auf einen großen, kreisförmigen Platz. Schweigend

waren die Engel gefolgt, und jeder gesellte sich einem Menschen⸗

kind bei. And so führten die Engel ihre Schugbefahlenen zu

den ausgebreiteten Weihnachsherrlichkeiten, und alle sahen ihre

Weihnachtsherzenswünsche erfüllt. Da jauchzten die Großen und Kleinen, und ihre Freude kannte keine Grenzen. Lächelnd schau⸗ ten die Engel zu. Auf einmal klatschte der Führer dreimal in

die Hände. Die Engel traten zurück. Die Menschen aber blick

ten auf und sahen gerade den breiten Weg gegenüber drei schmale Gänge in den freien Platz einmünden. An dem einen Eingang leuchtete ein rotes, an dem andern ein blaues, an dem dritten ein grünes strahlendes Licht. Die Menschen folgten dem Führer zuerst in den Gang mit dem roten Licht. Im Hinter grund stand eine hohe weibliche Gestalt in rotem Gewand und drückte jedem fest die Hand. Da ging den Menschen ein eigen⸗ tümliches Leben und ein warmer Strom Liebe durch die Herzen, Im 2. Gang mit dem blauen Licht wurden sie empfangen von einem weiblichen Wesen in blauem Kleid. Bei ihrem Hände druck bewegten sich der Menschen Lippen und murmelten leise Ich glaube. Als sie endlich in den dritten Gang mit dem grünen Licht einbogen, schwebte ihnen eine in grüne Gewänder gehüllte Gestalt mit selig lächelnden Angesicht entgegen, und

während sie jedem kräftig die Hand schüttelte, bekamen die Men

schenaugen einen verklärten, sieghaften Schein und die Gesichten eine starke Freudigkeit. Als sie nun wieder auf den freien Platz zurückkehrten, verneigten sich alle Engel dreimal und san⸗ gen ein himmlisches Lied, dessen Schönheit die Menschen nur ahnen, nicht fassen konnten.

grünen Zweigen Lebewohl winkten, gingen die begnadeten

Menschenkinder, mit dem kleinen Führer voran, denselben Weg zurück, auf dem sie gekommen waren. So erreichten sie das Dorff

und gingen in ihre Häuser.

Als der Tag sich erhob und die Weihnachtsglocken über das

verschneite Land die selige Botschaft läuteten, wachten die Men⸗ schen auf aus ihrem schönen Weihnachtstraume. Sie waren wie

der Mensch geworden, d. h. liebende, glaubensselige, hoffnungs⸗

freudige Menschen und Gotteskinder. 9

And während die Engel mit den

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