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Herzogin Amalie.
Feuilleton.
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Er unterſcheidet genau, ob, wenn im Nebenzimmer eine Flüſſigkeit eingeſchenkt wird, dieſelbe Waſſer oder eine geiſtige iſt. Beim Weine unterſcheidet er ſogar, ob es Weiß⸗ oder Rothwein iſt. Ob er auch durch das Ohr echten von nachgemachtem Champagner zu unterſcheiden vermag, wird nicht geſagt.
Kellnerin:„Herr Oberſchreiber, woll'n Sie Ihr'n Kalbskopf abgebräunt oder in Eſſig g'ſotten?“
Oberſchreiber:„Abgebräunt!“
Kellnerin(ſtellt ſich vor den Aſſeſſor):„Herr Aſſeſſor! a Ganſerl wär' auch da!“
Aſſeſſor:„Das ſeh' ich!“
Ein Kandidat von ſehr unanſehnlicher Geſtalt be⸗ gann ſeine Predigt mit den Worten:„Fürchtet Euch nicht;“ blieb dann ſtecken und begann mehrmals von Neuem:„Fürchtet Euch nicht!“
Da rief ein Bauer aus der Gemeinde:„He wär' mi ook de Kerl darnach!“
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Anekdoten von Goethe.
Goethe befand ſich einſt in einem Abendeirkel bei der Es ward dort, wie öfter, vorgeleſen. Der Herzog Karl Auguſt kam dazu und öffnete, weil er es in dem Zimmer zu warm fand, ein Fenſter. Goethe ſchloß es leiſe. Der Herzog öffnete es wieder und Goethe wiederholte unbemerkt, was er vorher gethan.„Nun,“ rief der Herzog verdrießlich,„wer macht denn das Fenſter immer wieder zu?“ Alles ſchwieg. Da trat Goethe vor und ſagte:„Ew. Durchlaucht haben zwar das Recht über Leben und Tod Ihrer Unterthanen, doch erſt nach Urtheil und Spruch.“
Höchſt originell war die Art und Weiſe, wie Goethe einſt an einer Hofdame, einem Fräulein v. G., einem ſehr gebildeten, aber auch ſehr boshaften Fräulein, das durch allerlei Umtriebe manche geſellſchaftlichen Irrungen ver anlaßte, ſich rächte.
Der weimariſche Hof befand ſich auf einem Sommer⸗ ſitz und war ziemlich eng logirt. Fräulein v. G. wohnte in einem Privathauſe. Dahin begab ſich einſt Goethe, als jene Dame der Dienſt bei der Herzogin Amalie feſt⸗ hielt, nahm einen Maurer mit, ließ die Thür des Zim⸗ mers ausheben und die Oeffnung dergeſtalt vermauern und überſtreichen, daß das Ganze nur eine Wand zu ſein ſchien. Er entfernte ſich hierauf. Es war ſchon tief in der Nacht, als Fräulein v. G. nach Hauſe kam. Sie fand, wie gewöhnlich, unten im Hauſe ein brennendes Licht und eilte nach ihrem Zimmer. Oben auf der Treppe erloſch durch einen Zugwind das Licht., Zu ſtolz, ſelbſt hinunter zu gehen und ihren Wirthsleuten ein gutes Wort zu geben, beſchloß ſie, im Dunkeln nach ihrem Zimmer zu gehen und im Nothfall ihre Kammerjungfer, die ſie eingeſchlafen wähnte, hinunter zu ſchicken. Dieſe befand ſich in der vermauerten Stube.
Vor ihrem Zimmer angelangt, ſuchte Fräulein v. G. mit den Händen an den Wänden herumtaſtend, vergebens die Zimmerthür. Schreien und Lärmen half nichts. Es kam Niemand. Mehrere Stunden brachte ſie zu, die Thür zu ſuchen, und nichts von dem Schalksſtreiche ahnend,
verlor ſie darüber den Verſtand. Die mitleidigen Wirths⸗
leute kamen endlich mit Licht und nun klärte ſich die Sache auf. Maurer waren in der Nacht nicht zu finden, und da die Kammerfrau hinter der Mauer ruhig fort⸗ ſchlief und, vielleicht abſichtlich, nicht zu ermuntern war, ſo mußte die verzweifelnde Hofdame ſich endlich ent⸗ ſchließen, im vollen Putz des Gallatags, auf einem Seſſel den Anbruch des Morgens zu erwarten, wo endlich Rath geſchafft werden konnte..
Die Nachricht von dem plötzlichen Tode ſeines Für⸗ ſten, des Großherzogs Karl Auguſt von Weimar, der ihm
länger als ein halbes Jahrhundert nur Auguſt und Mä⸗ cen und Freund im edelſten Sinne des Wortes geweſen, überraſchte den Dichter bei einem Mittagsmahl, zu wel⸗ chem an jenem Tage dieſer und jener Ünbedeutende ge⸗ zogen worden. Man zögerte, ihm die Nachricht mitzu⸗ theilen; endlich geſchah es. Da ſagte Goethe zu den An⸗ weſenden:„Das iſt grob! Reden wir von etwas An⸗ derem!“
Eine der erſten noch lebenden dramatiſchen Künſtle⸗ rinnen begann ihre Laufbahn zu Weimar. Goethe ließ ſie zu ſich kommen und ſprach:„Nun, mein liebes Kind, ſagen Sie mir doch einmal, was Sie morgen auf dem Theater zu ſprechen haben.“ Sie gehorchte. Goethe be⸗ lehrte ſie nun und ließ ſie die Worte wiederholen. Sie that es.„Noch einmal!“ ſagte er ruhig. Sie leiſtete willig Folge. Und ſolließ er ſie mit dem ruhigſten:„Noch einmal!“ dieſelben Worte wohl fünfzigmal wiederholen, ohne von ihrem inneren Aerger und zurückgedrängten Thränen irgend Notiz zu nehmen. Endlich ſagte er:„Nun, mein liebes Kind, gehen Sie nach Hauſe und kommen Sie morgen wieder. Da wollen wir es noch ſo vielmal wiederholen, und dann wird es ſchon gehen.“
Kleine Prager Chronik.
Um unſer Verſprechen vom vorigen Hefte zu halten, müſſen wir vor Allem über den Erfolg des Roſen'ſchen Luſtſpieles„Männer von heute“ relationiren.
Der anerkannte Kunſtkritiker des„Tagesboten aus Böhmen“ ſchrieb hierüber:
Das Luſtſpiel„Männer von heute“ von Julius Roſen ging Mittwoch vor ſehr gut beſuchtem Hauſe in Scene. Wir waren ſeinerzeit verhindert, den beiden Auf⸗ führungen des Luſtſpiels„die Kompromittirten“ von dem⸗ ſelben Verfaſſer beizuwohnen; ſo weit ſich indeß aus der Lekture des letztern Stückes ein Eindruck gewinnen läßt, ſteht es unbedingt über dem jetzt gegebenen. In den „Kompromittirten“ hält die geſchickt gruppirte Handlung bis zum Schluſſe das Intereſſe aufrecht; in den„Männern von heute“ erlahmt dasſelbe vom zweiten Akte an, der allerdings einen das Beſte verſprechenden Anlauf nimmt. Die„Männer von heute“ ſind ein Bund von vier Ehe⸗ ſcheuen, die auf das Wort ihres Meiſters, des Gutsbeſiz. zers Holberg(Herr Hallenſtein) ſchwören, daß die Heirat den„Männern von heute“ nicht erſprießlich ſei, weil man heutzutage die Frau nicht mehr für die Häuslichkeit, ſon⸗ dern für die Welt oder um der Mitgift willen nehme. Dieſen Anſichten Widerpart zu halten, fühlt ſich die junge Witwe Karoline v. Waldau(Frl. Porth) berufen. Sie bietet Holberg die Wette an, daß binnen 24 Stunden ſeine drei Anhänger ihr eheſcheues Glaubensbekenntniß auf die ſprechendſte Weiſe abſchwören würden, indem ſie bis da⸗ hin alle verloht ſein müßten. Gelänge dies, ſo ſolle Hol⸗ berg mit der Wette ſeine Freiheit verlieren und Frau v. Waldau die Hand reichen müſſen. Nun beginnt ein, ſeit dem„Wandernden Brief“ und„Unſere Allirten“ nicht mehr neues Intriguenſpiel zwiſchen der Dame und dem Herrn, das ſchließlich zu Gunſten der erſtern mit der Ver⸗ lobung aller vier Paare endet. Eine Hauptſchwäche in der Anordnung dieſes Stoffes liegt darin, daß er keiner Kom⸗ bination, keinem organiſch ineinandergefügten Ban Raum gibt, ſondern von der Expoſition an von Akt zu Akt mit der Wiederholung einer und derſelben, ſchließlich in die forcirte Verlobung von einem der Paare auslaufenden Situation weiter rückt, worauf das eben verlobte Paar immer unthätig aus dem Spiele tritt und nur noch ſtumme Staffage für den Fortgang des Stückes wird. Ueberdies hat der Dichter mit der Art, wie er den Dichter Lenz (Herr Sauer) und den Beamten Boller(Herr Siege)„an die Braut bringt“, entſchiedene Mißgriffe gethan. Der
erſtere verlobt ſich in Folge einer Etourderie, die denn doch über das Menſchenmögliche hinausgeht; und letzterer


