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Band 88.
ninnerungen.
☛ 1864.
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Volksſtudien.
Badeſkizze in fünf Kapiteln mit einem Poſtſkript.
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Wie lieblich fließt durch grüne Tannen Auf Böhmens Höh'n der Sonne Strahl, Durch's Dickicht rauſcht das Reh von dannen, Durch Felſen blinkt der Quell in's Thal, Und fern zu blauen Bergeswarten Verliert ſich träumend Aug' und Sinn.
83 Bergeswarten! nah und fern— an denen war kein Mangel. Standen ſie doch rings ſo ſchroff V dicht, als wollten ſie über das Städtchen herein⸗ brechen. Einen Augenblick wohl zog der Schatten einer Wolke über ſie, und ſie blickten drohend nieder, wie ein verlarvter Freund, der uns einen Faſtnachts⸗
Erinnerungen. 88, Bd. 1864.
Heft V.
ſchreck zugedacht hat; aber ſieht er unſeren halb furcht⸗ ſamen, halb verlegenen Blick ſo lüftet er die Maske und— lacht uns aus— das Wölkchen zieht weiter, die Berge glänzen wieder im Sonnenlicht und rufen den Zaghaften zu:„Nur Muth! wir ſind ja keine mürriſchen Gletſcher mit brechenden Stegen, begraben⸗ den Lawinen und ähnlicher Moral.“
„Beruhigt Dich nicht unſer friſches grünes Kleid, und die Häuſer und Gärten, die an unſerem Fuße, eines über das andere, an die ſteile Wand hingeklebt ſind, wie ein Krippenſpiel voll kindlicher Weihnachts⸗ freude? Glänzt Dir nicht von jedem Gipfel ein Zeichen von Menſchenhand— ein freundliches Ziegeldach, ein luftiges Gloriet oder ein blumengeſchmücktes Kreuz ent⸗ gegen?“
„Hin und wieder leuchtet durch's Dickicht der ſil⸗ berne Faden unſeres ſorgſam gepflegten Kiesweges oder
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