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Erinnorungen.
Band 88.—h 1864. He
Heft VIII.
„Schleswig⸗Holſtein meerumſchlungen.“
Roman in zwei Büchern von Julius Roſen. (Fortſetzung.)
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er ſüße Straßenpöbel Kopenhagens hatte einen
feſtlichen Tag. Kriegsgefangene waren daſelbſt
—o eingetroffen und wurden mit Schimpfworten,
Geheul und Drohungen empfangen. Nur mit
Mühe hielten die däniſchen Soldaten, welche die
Gefangenen eskortirten, den Pöbel zurück welcher
Miene machte, an den Gefangenen Satisfaktion zu
nehmen für die Niederlagen der däniſchen Armee. Das
verletzte Nationalgefühl des Kopenhagener Pöbels, wel⸗
ches ſich in einer Katzenmuſik vor dem Palaſte des Kö⸗ Erinnerungen. 88. Bd. 1864.
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nigs und der Miniſter Luft gemacht hatte, ſuchte ſich aufzurichten in den Schimpfreden, womit es wehrloſe Gefangene traktirte, und jedem Schuſterjungen dünkte ſeine Ehre rehabilitirt, wenn es ihm gelang, einem Oeſterreicher ein Schnippchen zu ſchlagen, oder die Zunge ſo weit herauszurecken, als es eben nur ein Schuſterjunge im Stande iſt. Ruhig und ohne eine Miene zu verziehen, ſahen die öſterreichiſchen Soldaten dem Straßenſkandal zu, ja es gab welche darunter, die ſich mit dieſen Aeußerungen der Volksbildung unter⸗ hielten. Es mochten etwa zweihundert Mann ſein, Ge⸗ fangene und Geißeln, bunt durcheinander, wie ſie eben von allen Punkten des Kampfgebietes zuſammenge⸗ klaubt worden waren, um im Vaterlande Parade zu machen. Vor zwei jungen kräftigen Männern, in wel⸗ chen unſere Leſer gar bald den Jäger Berger und den armen Wilhelm erkennen werden, ging ein ehr⸗
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