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Erinnerungen.
Ein Fälſcher. Eine Kriminalgeſchichte von Emil Dietze. (Schluß.)
ie Unterſuchung begann hier von Neuem; wenn
man aber geglaubt hatte, auf Grund der vor⸗
handenen Akten raſch vorwärts zu kommen, wie
ſehr ſah man ſich getäuſcht, denn, o Entſetzen!—
der Bombardier Nieme wandelte ſich ſchon bei
ſeiner erſten Vernehmung urplötzlich in einen Dr.
Hugo um, deſſen Geburtsort Neitau in Kurland, deſſen
Vater Major in ſchwediſchen Dienſten und 1817 in
Wilna und deſſen Mutter bei ſeiner Geburt geſtor⸗ ben war.
Die Mainzer Behörde ermangelte nicht, die er
forderlichen Berichte abzufaſſen, um die Wahrheit der
Erinnerungen. 83. Bd. 1864.
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Band 88. ☛3 1864. 8
Heft II.
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gemachten Angabe zu verläſſigen; allein ehe noch die
verſchiedenen Schreiben couvertirt und adreſſirt waren, nahm der Gefangene aus freien Stücken und ohne äußere Veranlaſſung ſeine Ausſage zurück und er⸗ zählte:
„Ich will nicht länger mit der Wahrheit zurück halten; ich bin weder der Bombardier Nieme, noch iſt mein Name Hugo. Ich heiße Müller,— Friedrich Müller— mein Geburtsort iſt Berlin; mein Vater iſt ein Rittergutsbeſitzer und lebt von ſei⸗ nem Vermögen meine Mutter habe ich nicht gekannt, denn ſie ſtarb kurz nach meiner Geburt, auch mein Vater iſt mit Tode abgegangen, und eine Schweſter meines Vaters lebt noch in Berlin. Ich ſelbſt bin mit fünfzehn Jahren dem Rufe des Vaterlandes gefolgt und habe 1814 den Feldzug gegen Frankreich mitgemacht. Gleich nachher wurde ich zum Lieutenant beim erſten
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