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Julius Roſen:„Schleswig⸗Holſtein meerumſchlungen.“ 357
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„Ich ſcherze nicht, Wilhelm,“ entgegnete Elſe, „es iſt mein Ernſt, Du darfſt leben.“
„Ich darf leben!“ jubelte Wilhelm;„ ſprich, wie iſt das möglich!“
„Früher laſſe uns beten und Gott danken, Wil⸗ helm, nur ſeiner Gnade verdanken wir Deine Rettung.“
Wilhelm ſank an ihrem Bette auf die Knie nieder und Beide beteten mit dankbarem, gerührtem Herzen. Dann ſtand er auf, reichte ihr ſeine Hand und ſprach:
„Nun rede, Elſe, wie ward es möglich!“
„Höre denn. Als ich Dich verlaſſen hatte, nahm ich mir vor, mir beim Könige eine Audienz zu ver⸗ ſchaffen. Ich wollte ihn mit glühenden, beredten Worten um Dein Leben bitten, und wenn es mir gelungen wäre, vor ſein Angeſicht zu treten, gewiß er hätte meiner Bitte niemals widerſtehen können. Mir gelang es aber nicht, hart ſtieß man mich von der Pforte des könig⸗ lichen Palaſtes und meine Bitten prallten ab an der eiſernen Bruſt herzloſer Höflinge, und ich rang in Ver⸗ zweiflung die Hände, denn ich mußte nicht, was ich für Dein theures Leben thun ſollte. Da fuhr es mir wie ein Blitz durch den Kopf, daß ja auch die Königin uns helfen könne, und abermals flehte und bettelte ich um Einlaß. Man wies mich abermals zurück und ich durfte nicht einmal die Luft athmen, welche die Königin athmete. Da erfaßte die Verzweiflung mein Herz. Konnte ich Dich nicht retten, wollte auch ich nicht länger leben. Untergehen mußte ich mit Dir, das konnte ich, wenn ich auch nicht mit Dir weiter leben konnte. Ich hielt mein Geſchick für gerechte Strafe meiner großen Sünde. Ich freute mich auf den Moment, untergehen zu dürfen, ich hätte lachen mögen bei dem Gedanken, daß mich die Königin ſehen müßte, wenn ich nur recht wollte.“
„Arme Elſe, was haſt Du gethan?“
„Als ſie in den Wagen geſtiegen war und zum Thore ihres Palaſtes hinausfuhr, da ſtürzte ich mich den Pferden unter die Füße, ich ließ mich zermalmen und zertreten, aber ſie, von deren Gnade Dein Leben abhing, mußte mich hören. Sie hörte mich, ſie ſah, weſſen ein verzweifelndes Weib fähig iſt, und Du biſt gerettet.“
„Großes, edles Weib!“ rief Wilhelm aus und ſchlang ſeinen Arm um Elſe.„Wenn ein guter Gott uns vergönnt, in der theuren Heimat und mit einander zu leben, ich will Dich auf meinen Armen tragen, wie ein theures Geſchenk des Himmels, und Dich über Alles lieben, denn Deine That verdient eine gött⸗ liche Belohnung, welche ich Dir leider nicht gewähren kann.“
„Du kannſt es, Wilhelm,“ entgegnete lächelnd Elſe,„Du kannſt es. Wenn ein armes Weib, das durch eigene Schuld Familie und Heimat verlor, das durch die Herzloſigkeit ſeiner That den geliebten Gatten in die Arme des Todes trieb, das nahe daran war, in der Verzweiflung ſeines Herzens zur Selbſtmörderin zu
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werden, etwas thun kann, womit es die Vergangenheit auslöſcht aus dem Gedächtniſſe ſeiner Lieben und mit einem Schlage glücklich wird, iſt dieſes Weib nicht gött⸗ lich, nicht himmliſch belohnt? O nimm mich wieder zu Gnaden auf, Wilhelm, liebe mich als Dein treues Weib und laß mich mein Kind in die Arme ſchließen, dann bin ich glücklicher als ich es im Himmel ſein könnte. Willſt Du das thun, mein Wilhelm, haſt Du mir verziehen?“
„Sprich nicht vom Verzeihen, Elſe, ich bin ja Dein Schuldner. Keine Sylbe mehr über die Ver⸗ gangenheit.“
Als die Gatten noch mit einander ſprachen und ſich mit einer glücklichen Zukunft freuten, wurde die Thür des Gemaches geöffnet und herein rauſchte die Königin mit ihrem Gefolge. Auch Major Gramonz war dabei.
„Die Königin, unſer retten der Engel!“ rief Elſe.
„Die Königin,“ wiederholte Wilhelm und ſank auf die Knie vor der hohen Frau.
Dieſe hieß ihn ſich zu erheben und als er in ehrer⸗ bietiger Stellung vor ihr ſtand, wandte ſie ſich zu Major Gramonz und hieß ihn vortreten.
„Hier iſt der Mann, Major, welcher durch Ihr Zeugniß zum Tode verurtheilt wurde. Ich kann ihn nur dann vom Tode befreien, wenn es ſichergeſtellt iſt, daß Ihr Zeugniß ein falſches war. Reden Sie nun: Hat dieſer Mann treulos ſeine Fahne verlaſſen und gegen die Dänen gekämpft?“
Gramonz war in der furchtbarſten Situation. Hier in Gegenwart des ganzen königlichen Hofſtaates ſollte er ſich zu einer Lüge bekennen! Ihm ſchwindelte.
„Nun? fragte dringend die Königin,„haben Sie nichts zu erwiedern? Iſt der Mann ſchuldig oder un⸗ ſchuldig?“
„Majeſtät,“ ſtotterte Gramonz und ſeine Augen ſchweiften über das Gefolge.
„Die Anweſenheit meines Hofſtaates kann Sie doch nicht geniren, Major,“ ſprach die Königin weiter. „Haben Sie vor dem von Seiner Majeſtät aufgeſtellten Kriegsgerichte, haben Sie ſelbſt vor Gott, den Sie zum Zeugen anriefen, gelogen, warum könnten Sie nicht in Anweſenheit meiner Damen die Wahrheit ſagen. Ant⸗ worten Sie!“
Der Ton der Königin klang ſo entſchloſſen, daß Gramonz eine weitere Zögerung für gewagt hielt. Er warf ſich der Königin zu Füßen und ſtammelte:
„Sie zermalmen mich, Majeſtät! Der Mann iſt unſchuldig.“
„O daß ich Sie zermalmen könnte,“ rief erregt die Königin und ſetzte hart den Fuß auf die Dielen nieder,„daß ich Sie und mit Ihnen alle jene zermal⸗ men könnte, welche ihre übergeordnete Stellung dazu benützen, um ungefährdet und leicht Unrecht zu thun. Sie halten ſich für beſſer, Major, weil ſie höher geboren ſind, und doch, glauben Sie mir, iſt uns am Throne die Wahrheit eines niedrig Geborenen werther als die feine Heuchelei der ſogenannten Großen!— Gehen Sie in ſich und beſſern Sie ſich, wenn das noch möglich iſt,
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