Jahrgang 
1864
Seite
355
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Julius Roſen:Schleswig⸗Holſtein meerumſchlungen. 355⁵

lung ihres ſchönen Traumes begann zu wanken. Man näherte ſich ja der Kirche und noch immer erſchien kein Berger. Sie hatte ſo zuverläſſig darauf gehofft, ſie hatte ſich bräutlich geſchmückt und ſich geſtanden, daß es ihr ſehnlichſter Wunſch ſei, nun auch ſo bald als möglich unter die Haube zu kommen, ſie hatte ſchon ſo manchen ihrer Sparpfennige ausgegeben, um Kleinig⸗ keiten unter der Hand und für die Wirthſchaft zu kaufen, nun ſollten ihre Pläne und ſchönen Entwürfe eines un⸗ bedeutenden Umſtandes wegen zerfallen, darum zer⸗ fallen, weil der Bräutigam fehlte.

Sie grollte mit dem Schickſale und das Weinen war ihr näher als das Lachen. Man nüäherte ſich der Kirchenthür. Da mit einem Male wurde der Zug durch einen Aufſchrei Mariens zurückgehalten, welche Fräulein, ſie kommen! rufend, die Schar der Dorfbe⸗ wohner durchbrach und einen Hügel hinaufeilte, der zur Landſtraße führte. Verwundert ſah ihr Alles nach und verwunderte ſich noch mehr, als ſie einem jungen Manne, welcher einen alten Herrn unterſtützend die An⸗ höhe herunterſchritt, ſtürmiſch umarmte und herzte.

Dieſer Anfall Mariens ſchien epidemiſch zu ſein, denn bald eilte auch die Braut ohne Rückſicht auf ihre Toilette und Schleppe der Straße zu und lag in den Armen des alten Herrn. Der Braut wanderte der Bräutigam und dieſem das ganze Dorf nach und bald ſtand das Kirchlein verlaſſen, während es auf der An⸗ höhe wimmelte und Jauchzen und Vivatrufen hinab⸗ tönten.

Vater, mein Vater! jauchzte Bertha, als ſie den alten Herrn umarmte,ich habe Dich wieder und nun bin ich das glückſeligſte Weib unter der Sonne.

Mein gutes Kind, entgegnete zitternd der alte Mann und ſchloß die Glückliche in ſeine Arme.

O wie habe ich alle Tage für Dich gebetet, mein Vater, wie habe ich den Himmel angefleht um Erhal⸗ tung Deines theuren Lebens. Ich konnte mich keiner Freude hingeben, denn alle meine Gedanken waren bei Dir. Der Himmel hatte Freude an mir und meinem Flehen, denn er gab mir den geliebten Vater wieder.

Ja, Mädchen, wir müſſen ihm danken, entgeg⸗ nete der Vater,denn nur dem Himmel und ſeinen wunderbaren Fügungen verdanke ich mein Leben. Er ſandte mir einen braven treuen Mann zu, welcher mit eigener Lebensgefahr mein Leben rettete und dem ich es nächſt dem Himmel am meiſten zu danken habe.

Berthas Auge fiel auf Berger. Dieſen hatte Marie mit Beſchlag belegt und war nur durch vieles Zureden zu bewegen, ihn auf einen Augenblick heraus⸗ zugeben, damit Bertha dem braven Manne, dem Lebensretter ihres Vaters, die Hand ſchütteln könne.

Wie ſoll ich Ihnen danken, Sie braver edler Mann, ſprach ſie.Die Sprache hat keine Worte für ſolche Thaten und das ganze Leben iſt zu kurz zum Danke für die Erhaltung eines Vaters. O ſprechen Sie, was kann ich thun, um Ihnen zu danken, zu lohnen.

Es iſt ja nichts von Bedeutung, entgegnete ver⸗ legen der Oberjäger,ich that meine Pflicht und rettete

ja auch mir das Leben. Wenn Sie aber ſchon etwas für mich thun wollen, gnädiges Fräulein, dann, dann erlauben Sie, daß ich die da er deutete auf Marie heirate.

Nehmen Sie ſie, Berger, ſie gehört Ihnen ja doch zu mit ganzer Seele.

Nun trat auch Wall auf Berger zu.Grüß Gott, alter Kamerad, ſprach er und ſchüttelte ihm die Hand.Willkommen im Vaterlande.

Im Vaterlande?

Ich denke wir bleiben hier, fuhr Wall fort, und ſchaffen uns hier eine neue Heimat. Doch hübſch Alles nach der Ordnung. Hier übergebe ich Ihnen die große goldene Medaille, welche Sie ſich verdienten, ohne ſie bisher bekommen zu haben, und hier, ich weiß nicht, ob es Ihnen recht ſein wird, ich habe es eigenmächtig erbeten, Ihren Abſchied.

Juchhe! jubelte Berger und warf ſeinen Hut in die Luft.Juchhe! ich bin frei und kann mein Mädel auf der Stelle heiraten. Ich danke Ihnen, Herr Lieute⸗ nant, Gott lohne es Ihnen an Kind und Kindes⸗ kindern!

Und nun zur Kirche, ſprach Brander,Ihr waret ja am Wege dahin.

Du biſt deshalb nicht böſe, Papa, ſagte Bertha, aber ich konnte nicht länger zögern, Deinen Wunſch zu erfüllen, ſonſt hätte Wall um meinetwillen mich ver⸗ laſſen müſſen.

Iſt es nicht auch Dein Wunſch, Mädchen? fragte Brander.

Bertha verbarg die ſchamrothen Wangen an der Bruſt ihres Vaters und dieſer legte das Mädchen in ihres Bräutigams Arme. Man ging zur Kirche. Mariens Traum war in Erfüllung gegangen. Das Fräulein wurde beim Hauptaltare, ſie bei einem Seiten⸗ altare getraut und eine halbe Stunde ſpäter gab es zwei glückliche Paare mehr in Schleswig.

Im Schloſſe war inzwiſchen ein feſtliches Mahl angerichtet worden und die Geſellſchaft verſammelte ſich um die reich beſetzte Tafel. Auf daß dieſer Tag ein all⸗ gemeiner Feſttag werde, bewirthete Graf Brander das ganze Dorf und ſo erſcholl denn Jubel aus dem Saale, Jubel aus dem Hofraume, wo das junge Volk zu den Tönen eines Dudelſackes ſich gar luſtig im Kreiſe drehte.

Bei der Tafel ergriff Graf Brander ſein Glas, und es hoch erhebend ſprach er:Kinder, ſtoßt an. Wir wollen trinken auf das Wohl der braven öſterreichiſchen Armee!

Hoch! tönte es durch den Saal undHoch! wiederholten die Bauern.

Ein Glas dem Andenken der gefallenen Brüder!

Es ſoll in unſerem Herzen leben! rief Robert.

Es lebe! tönte es von den Lippen aller An⸗ weſenden.

Da es jedoch auf dieſer Welt gar keine unge⸗ trübte Freude gibt, ſo auch hier. Das Andenken an den braven Wilhelm und ſeine Gattin Elſe war ein bitterer Tropfen in dem Becher der Freude und die

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