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Julius Roſen: Vom Prager Turnerfeſt. 395
Schürze bedeckte ihren Schoß und ſollte ihre beſondere Fähigkeit zur deutſchen Hausfrau beurkunden. Die bei⸗ den andern Mädchen waren nicht minder aufgeputzt und glänzten wie die Sonne an einem trüben Decem⸗ bertag.
Der Zug war angekommen, die Einquartirungs⸗ Billete vertheilt und Herr v. Haxerl machte ſich im Gefolge von ſechs wackern Turnern auf den Weg. Am Heimwege betrachtete er ſich die Leutchen genauer. Es ſchienen ihm lauter geſetzte, wohlhabende Männer zu ſein, alle bis auf einen über die erſte Jugendzeit hinaus. Dieſer eine, ein junges hübſches Bürſchchen von etwa zweiundzwanzig Jahren, ſchien ein großer Schalk, war um ſo fröhlicher, je ernſter die übrigen waren, und machte eine ſo vertrauenerweckende Miene, daß Papa Haxerl ihn zu ſondiren beſchloß.
„Meine Töchter werden ſich freuen, bis ſie uns erblicken,“ ſprach er zu dem jungen Manne.
„Sie haben Töchter,“ entgegnete dieſer paßt vortrefflich.“.
„Wie meinen Sie das?“ fragte v. Haxerl.
„Ehret die Frauen, ſie flechten und weben himm⸗ liſche Blumen in's irdiſche Leben, ſingt ja unſer Dich⸗ ter,“ entgegnete der junge Mann.
„Frau habe ich nur eine,“ antwortete mit einem Lächeln v. Haxerl,„die übrigen Frauenzimmer ſind Mädchen. Sagen Sie mir doch,“ fuhr er ſeine Stimme zum Flüſtern herabſtimmend fort,„ſind unſere Gäſte ledig?“
Der junge Mann, es war ein junger Fabrikant Namens Brem, ſah den Alten verſchmitzt an, und augenblicklich über die Urſache der Frage im Klaren, beſchloß er ſich und ſeinen Gefährten einen Jux zu machen.„Alle ſind ſie ledig,“ entgegnete er,„und dabei von einer Heiratswuth, daß ſie ſich zugeſchworen haben, nicht ohne ihre Frauen von Prag abzureiſen.“
„Ach!“
„So iſt es. Hüten Sie demnach Ihre Töchter, Herr v. Haxerl,“ fuhr Brem fort,„ſonſt könnten Sie leicht kinderlos werden.“
Der Alte rieb ſich vor Vergnügen die Hände und ſtotterte:„Was Sie ſagen. Was für Landsleute ſind denn meine Gäſte?“ fragte er weiter.
„Ausländer ſind's,“ entgegnete Brem,„Leip⸗ ziger und Dresdner.“
„Wie muß man denn dieſe Herren behandeln, um ihnen den Aufenthalt angenehm zu machen?“
„Immer geradezu ohne Komplimente. Es ſind⸗ Leute, welche Jedermann, der nicht zu den Ihrigen ge⸗ hört, eben ſo behandeln.“
„Darf ich fragen, wer dieſe ‚Ihrigen' ſind?“
„Freimaurer.“
„Freimaurer?“
„So iſt es. Wenn Sie mit ihnen in nähern Ver⸗ kehr treten wollen, wenden Sie ſich an mich. Ich kenne die Zeichen, woran die Freimaurer einander erkennen.“
Man war beim Hauſe Haxerls angekommen und trat ein. Die Wände zitterten nach dem donnern⸗ den„Gut Heil“, welches die Töchter Haxerls mit 1864.
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„
Erinnerungen. 88. Bd.
aller Kraft ihrer Lungen ausgeſtoßen hatten. Dieſer Donner iſt jedoch nicht figürlich gemeint, es donnerte wirklich und ein Staub erhob ſich, daß man im erſten Augenblicke nicht unterſcheiden konnte, was geſchehen war. Madame war, um ihre Stimme ertönen zu laſſen, auf die Treppe hinausgetreten, und da dieſe nicht wie ſonſt geſtützt wurde, krachte ein Brett, ſie brach durch und hing nun zwiſchen Himmel und Erde, ſich mit den Händen an die Stiegenbalken anklammernd. Haxerl war in Verlegenheit, Schamröthe überzog ſein Geſicht, denn die Unvorſichtigkeit ſeiner Gattin hatte den Gäſten einen Anblick bereitet, den man ſonſt gar nie oder doch nur im engſten Vertrauen zu haben pflegt. Die Turner ſchienen übrigens nicht ſehr erbaut von dem, was ſie geſehen hatten, ſie machten ſich vielmehr daran, Ma⸗ dame aus ihrer unbequemen Lage zu befreien, was ihnen auch nach viertelſtündiger Anſtrengung gelang. Madame ſchnaufte ihren Dank und überſchüttete ihre Gäſte mit Schmeichelworten. Papa hatte inzwiſchen die Mädchen davon verſtändigt, daß die Turner ledige Freimaurer wären, und ihnen Brem empfohlen, wel⸗ cher ſie in die Syſteme der Freimaurerei einzuführen in der Lage wäre. In Folge deſſen wurde denn Brem von den Mädchen occupirt, welche ihn in ihr Zimmer zogen, wo er ihren Bitten nachgab und ihnen das Ver⸗ ſtändigungszeichen der Freimaurer verrieth. Marie ſchlich ſich zur Mama und gab es auch ihr bekannt, die Mama theilte es dem Gatten mit, und als man das Nachtmahl auftrug, welches im Salon eingenommen werden ſollte, wußte die ganze Familie, woran ſich die Freimaurer erkennen.
Man aß eine delikate Kalbskeule. Der erſte Appetit der Gäſte war geſtillt und die Konverſation konnte be⸗ ginnen. Je zwiſchen zwei Turnern ſaß eine Haxerl und Mama präſidirte vom krachenden Sopha aus. Die Mädchen ſchenkten Bier ein. Einer der Turner, neben welchem Marie ſaß, wandte ſich zu dieſer, um ihr für ihre Aufmerkſamkeit zu danken, kam jedoch nicht dazu, da er über ihr Benehmen erſtaunen mußte. Sie ſteckte nämlich den Daumen der rechten Hand in den Mund und wackelte mit dem Kopfe ununterbrochen hin und her.
Verwundert ſah er nach den andern Mädchen. Auch dieſe biſſen mit wahrem Heißhunger auf ihre Daumen und wackelten mit ihren Köpfen, daß die Bän⸗ der ihrer Coiffüren hin und her flogen, wie vom Sturme bewegt.
Brem wollte vor Lachen platzen, als er die ver⸗ dutzten Geſichter ſeiner Gefährten ſah. Dieſe blickten nach Vater und Mutter, aber auch Vater und Mutter ſogen an ihren Daumen und wackelten wie Pagoden mit ihren würdigen Häuptern. Waren ſie in ein Irren⸗ haus gekommen, oder trieb die Familie ihren Spott mit ihnen. Der Anblick war jedoch zu komiſch, und als Brem ebenfalls den Daumen in den Mund ſteckte und mit dem Kopfe zu wackeln begann, brachen alle in ein Gelächter aus, das kein Ende nehmen wollte.
Papa Haxerl wurde verlegen.„Warum lachen denn die Herren?“ wendete er ſich, den Daumen mit der Serviette abwiſchend, zu Brem.
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