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Kleroth: Das Miſtweibel. 271
zu laſſen und ihr denjenigen vorzuſtellen, der nun Herr des väterlichen Hauſes und beſchränkten Wirkungskreiſes
ſeiner Exiſtenz war und ſie entweder erhalten oder ver⸗ nichten konnte. Als Joſefa erſchien, verbeugte ſich der Impreſſario tief und äußerte ſeine Freude, die holde Jungfrau welche durch ihre Schönheit und ihren himmli⸗ ſchen Geſang das Publikum entzücken und begeiſtern werde, begrüßen zu dürfen. Er zog einen Kontrakt aus der Taſche und ſtellte ihr den Antrag, denſelben unter der Bedingung zu unterſchreiben, daß er alle eingelöſten Wechſel dem Vater zurückgeben werde und es von der bewilligten Feilbietung ſein Abkommen haben ſollte. Er ſchilderte ihre Zukunft mit den lockendſten Farben, er verkündete ihr Glück, Reichthum, Bewunderung und
Liebe in dem reichſten Maße, wenn ſie ſeinen Antrag“
annehmen und als Primadonna ſeiner Truppe ange⸗ hören wolle.
Joſefa warf ſich zu den Füßen des Vaters und bat ihn um ſeine Einwilligung. Er zögerte lange, als aber Joſefas ſchöne Augen ſich mit Thränen füllten, ſie die weißen Hände bittend zu ihm emporhob und ihn beſchwor, ſie vor Verzweiflung und Noth zu retten, da willigte er endlich ein. Da Joſefa noch minderjährig war, ſo unterſchrieb der Vater für ſie den Kontrakt; der Theaterdirektor übergab die bezahlten Wechſel dem Tiſchler, und verſprach allſogleich die nöthigen gericht⸗ lichen Schritte zu thun, damit die Feilbietung nicht ſtattfinde. Als dieſer wichtige Akt vorüber war, fühlte ſich Joſefa wie neugeboren, ſie fiel ihrem Vater um den Hals, herzte und küßte ihn und ſchwur, ihm alle ſeine Liebe und die großen Opfer zu vergelten, die er ihr gebracht. Während dieſer Verſicherungen ſah der Tiſchler finſter vor ſich hin, der Impreſſario jedoch lächelte ſpöttiſch und machte JFoſefa aufmerkſam, daß es nun Zeit ſei, ihre Angelegenheiten in Ordnung zu bringen, die Sachen zu packen, um mit ihm das Haus zu verlaſſen und nach Deutſchland zu folgen. Joſefa gehorchte der Mahnung des Direktors und eilte in ihr Zimmer, um ſich reiſefertig zu machen.
Der Tiſchler ſchlug ſich verzweifelnd vor die Stirn, daß endlich der Augenblick gekommen ſei, wo er ſich von ſeiner Tochter auf längere Zeit trennen, ſie den Verſuchungen der Welt Preis geben, und nichts thun könne, um ſie zu ſchützen. Der Direktor tröſtete ihn und machte ihn darauf aufmerkſam, daß ſeine Tochter nun verſorgt und einer glänzenden Carriére entgegengehe, welche ſie in den Stand ſetzen werde, ihm ein ſorgen⸗ freies Alter zu verſchaffen. Ungeachtet dieſer Verſiche⸗ rungen konnte er ſich doch nicht tröſten und verwünſchte jene Zeit, wo er, verblendet durch den Liebreiz ſeines Kindes, ſich zu einem Aufwand hinreißen ließ, welcher nun ſolche traurige Folgen nach ſich zog. Auch hierüber tröſtete ihn der Impreſſario und empfahl ſich'mit der Verſicherung, gegen Abend wiederzukommen und Jo⸗ ſefa zur Reiſe abzuholen.
Der Vater gab ſich indeß ſeinem Schmerz ohne Rückſicht hin, und erſchwerte durch ſeine Klagen Jo⸗ ſefa die Vorbereitungen zur Abreiſe, welche ihre Freude einer glänzenden Zukunft entgegenzugehen nur ſchwer zu verbergen vermochte. In ihrem Innern ſchon lange
müde, konnte ſie den Augenblick nicht erwarten, wo ſie die ihr ſo verführeriſch geſchilderten Bretter betreten und durch ihre Schönheit und Talente Triumphe feiern werde, nach welchen alle ihre Fibern ſich begierig ſehnten. Als daher der Theaterdirektor nach Sonnen⸗ untergang mit einem großen geſchloſſenen Wagen vor ihrer Wohnung erſchien und er ſelbſt ſorgfältig gekleidet, das fahle Geſicht leicht geröthet, das Feuer ſeiner kleinen Augen durch innere Aufregung erhöht, in ihr Zimmer trat, da hatte Joſefa den Schinerz der Trennung vergeſſen und ging dem Direktor freundlicher entgegen, als es die Rückſicht erheiſchte, welche ſie ihrem Vater ſchuldete. Dieſer jedoch, als er den Direktor erblickte, der ihm in dieſem Augenblick wie der böſe Feind ſelbſt erſchien, der gekommen war, ihm ſein liebſtes Kleinod zu entreißen, zog ſeinen Trauring vom Finger und ſagte:„Joſefal ſieh hier den Ring Deiner verſtor⸗ benen Mutter, das Einzige, was mir von ihr geblieben iſt, trage ihn und lege ihn nie ab, er möge Dich ſtets an Deine theure Mutter und an mich erinnern, Dich ſchützen vor den Gefahren, welche Deiner Unſchuld dro⸗ hen, und Deine Seele rein erhalten, damit Du nicht elend zu Grunde geheſt.“
Nach dieſen Worten wollte der Tiſchler ſeiner Tochter den Ring an den Finger ſtecken, doch der Di⸗ rektor lächelte höhniſch, riß ihm denſelben aus der Hand und ſagte:„Joſefa wird ganz andere Ringe tragen als dieſen abgenützten Reif, der nicht zwei Groſchen werth iſt,“ und ihn zum offenen Fenſter hinausſchleu⸗ dernd faßte er Joſefa bei der Hand, riß ſie, ohne ihr Zeit zu laſſen vom Vater Abſchied zu nehmen, mit ſich fort, die Treppe hinab und ehe noch der Tiſcher ſich von dieſer Gewaltthat erholt hatte, ſaß ſie im Wagen und fuhr pfeilſchnell davon. Der Vater eilte auf die Straße, um ſeine Tochter noch einmal zu ſehen, allein es war zu ſpät, der Wagen war ſeinen Blicken bereits entſchwunden. Er rang die Hände und brach in ein lautes Weinen aus. Als er ſich gefaßt hatte, erinnerte er ſich des Ringes und ſuchte ihn auf der ganzen Straße, allein er konnte ihn nicht finden, er war ver⸗ loren. Troſtlos ging er in ſeine Wohnung zurück und überließ ſich dem Gram über den Verluſt ſeines ein⸗ zigen Kindes, welches er für immer verloren zu haben fürchtete. Indeß fuhr Joſefa an der Seite des Di⸗ rektors, welcher Alles aufbot, um ſie zu erheitern und über die Trennung von ihrem Vater und den Verluſt des Ringes zu tröſten, aus der Stadt. Er ſteckte ihr einen Brillantring an den Zeigefinger der rechten Hand und meinte, daß die blitzenden Steine für ſie einen größeren Werth haben dürften als der abgenützte dünne Goldreif. Und wirklich fand Foſefa an dem koſtbaren Ring Vergnügen und hatte den ihrer Mutter bald ver⸗ geſſen. Der Impreſſario verdoppelte ſeine Aufmerkſam⸗ keiten und erfüllte jeden ihrer Wünſche, was ihr un⸗ endlich ſchmeichelte und ihr die Reiſe nach Sachſen ſehr genußreich erſcheinen ließ.
Ihr erſtes Auftreten in Meißen als Pimida von Salieri war von dem günſtigſten Erfolge begleitet;
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