Jahrgang 
1864
Seite
271
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Sie ſprachen:Ja, wir haben es gethan: er liegt in dieſem Ofen hier und brennt im Feuer. Der Jüngling ſprach:Wer brennt im Feuer? Sie ſprachen:Das thut der Rothe. Der Jüngling, der erſchrak und ge⸗ dachte, daß es über ihn ergehen ſollte, und dachte da bei ſich ſelber:Herr im Himmelreich, wie mag dies kommen? nun weiß ich doch nichts an mir, womit ich das verſchuldet habe. Wie mag dies kommen und dachte:darum will ich doch meinen Herrn nicht fliehen, da ich nichts an mir weiß, und kam wieder heim.

Da ihn der Herr erſah, da erſchrak der Herr gar ſehr und gedachte da, daß es übel ausgegangen war, und ſprach zum Jüngling, wie es ausgegangen. Da ſprach der Jüngling:Herr, da haben ſie den Rothen ver⸗ brannt in dem Ofen. Da ſprach der Herr:Wie kommt das, daß der Rothe verbrannt iſt: es ſollte doch dir geſchehen ſein? Warum ſäumteſt du dich, daß er eher dahin kam als du? Da ſprach der Jüngling:Herr, das will ich euch ſagen. Da ich auf die Straße kam, da hörte ich läuten zur Meſſe in einer Kapelle, die dort am Wege ſteht. Da dachte ich: höre die Meſſe; inzwiſchen kam der Rothe zum Ofen, und ich will euch ſagen, Herr, wie das kam, daß ich die Meſſe hörte. Da ich von meinem Vater ſchied, da empfahl er mir zwei Dinge, daß ich die thun ſollte allezeit. Das eine war, wohin ich immer käme in den Dienſt, wenn ich dann meine Heerſchaft traurig und ungemuth ſähe, ſo ſollte ich mit ihnen traurig ſein, wenn ich ſie aber wohlge⸗ muth ſähe, ſo ſollte ich mit ihnen fröhlich und wohl⸗ gemuth ſein. Das andere war, daß ich niemals einen Tag ſollte hingehen laſſen, ich ſollte alle Tage eine Meſſe hören, wenn ich es thun könnte. Da ich da hörte zur Meſſe läuten, da gedachte ich an meines Va⸗ ters Lehre und hörte die Meſſe. Und da der Herr des Jünglings Rede vernahm von den zwei Sachen, die ihm ſein Vater empfohlen hatte, da gedachte er, daß er eine rechte Sache vollführt hatte; das Trauern, das er da that ſeiner Frau wegen, wie ihm der Rothe ge⸗ ſagt, daß zer das in guter Meinung gethan hatte der Lehre wegen, die ihm ſein Vater empfohlen hatte, und es erkannte der Herr da, daß er unſchuldig war an der Sache, die ihm der Rothe hatte geſagt, und daß es ihm der Rothe aus Feindſchaft hatte angethan. Und es war der Herr froh, daß der Jüngling am Leben war geblieben, und hatte ihn noch viel lieber als je zuvor.(Eur.)

Politiſche Ueberſicht.

Orag am 24. Oktober 1864. Der Reichsrath iſt nunmehr auf den 12. November einberufen; das kaiſerliche Patent, durch welches die Einberufung erfolgt, nimmt auf den Artikel 10 der Ver⸗

faſſung Bezug. Da dieſer Artikel von dem Wirkungskreis des geſammten Reichsraths handelt, nämlich von jenen Gegenſtänden der Geſetzgebung,welche ſich auf Rechte, Pflichten und Intereſſen beziehen, die allen Königreichen und Ländern gemeinſchaftlich ſind, ſo iſt für die dies⸗ jährige Seſſion ausdrücklich der weitere Reichsrath berufen. Der Ümſtand, daß der weitere Reichsrath vor dem engeren

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Politiſche Ueberſicht. 269

einberufen iſt, wird daraus erklärlich, daß das Finanzjahr bald zu Ende geht, und daß es daher vor Allem noth⸗ wendig erſcheint, das Budget pro 1865 der verfaſſungs⸗ mäßigen Behandlung zu unterziehen. Die früheren Gerüchte von einer Vorlage zweier Budgets, nämlich für 1865 und 1866 beſtätigen ſich nicht, indem nur das Budget des nächſten Jahres zur Vorlage kommen wird. Außer dieſem erfordern auch verſchiedene andere dem geſamaten Reiche gemeinſchaftliche Angelegenheiten eine baldige Erledigung, darunter mehrere dringende Eiſenbahnfragen, wie die ſieben⸗ bürgiſche. Wenn dieſe dem weiteren Reichsrath zuſtehenden Angelegenheiten erledigt ſein werden, dann wird der engere Reichsrath einberufen werden, um wichtige Geſetz⸗ vorlagen bezüglich innerer Reformen und Einrichtungen vorzunehmen.

Unter den Reichsrathsabgeordneten herrſcht bereits lebhafte Bewegung aus Anlaß der nun nahe bevorſtehen⸗ den Seſſion. Mannigfache Anträge ſollen bereits vor⸗ bereitet ſein, ſo wird namentlich verſichert, daß gleich nach Eröffnung der Verhandlungen des Abgeordnetenhauſes ein Dringlichkeitsantrag eingebracht werden wird, der auf eine Abänderung der Geſchäftsordnung gerichtet iſt. Es ſoll ſich darum handeln, die möglichſte Beſchleunigung bei der Einbringung und Erledigung der Vorlagen zu Stande zu bringen.

Die Friedenskonferenz ſtand vorgeſtern noch dicht am Abſchluß ihrer Aufgabe. Heute heißt es wieder, daß noch einige Anſtände obwalten. Herr von Balan nämlich ſoll nachträglich ſeinen Diſſens mit einem ſchon diskutirten Po⸗ ſten in der Liquidation erklärt und ſich bemüßigt gefunden haben, darüber an ſein Kabinet zu referiren. Hiedurch ſind die Sitzungen abermals in's Stocken gerathen. Sie ſind ſeit Montag unterbrochen, um erſt nach Eintreffen der von den preußiſchen Bevollmächtigten erbetenen neuen Inſtruktion wieder aufgenommen zu werden, und bis dahin wird noch einige Zeit vergehen, da bekanntlich Herr von Bismark erſt am 25. d. M. nach Berlin zurückkehrt. Die Verzögerung ſieht einer abſichtlichen Verſchleppung ſehr ähnlich.

Einer demWdr. zugehenden Mittheilung aus Berlin entnehmen wir die intereſſante Thatſache, daß man dort über die in Wiener Blättern in den letzten Tagen ſo vielfach ausgedrückte Erwartung, daß die Erwiederung des Berliner Kabinets auf die letzte öſterreichiſche Note in der Zolleinigungsfrage ſtündlich in Wien eintreffen müſſe, höchlichſt verwundert ſei, indem authentiſchen Verſicherungen zufolge in maßgebenden Berliner Kreiſen noch in den letzten Tagen die Anſicht die herrſchende zu ſein ſchien, daß es mit der Beantwortung des fraglichen öſterreichi⸗ ſchen Aktenſtückes vorderhand keine Eile zu haben brauche.

Berliner miniſterielle Mittheilungen behaupten, daß für das Verhalten Preußens in der ſchleswigeholſtein'ſchen Erbfolgefrage nicht das Wohlwollen und die Sympathie des königlichen Hauſes für den Auguſtenburger, ſondern das Intereſſe des Staates entſcheidend ſei und daß der Auguſtenburger allzulange geſäumt habe, durch ſein Ver⸗ halten zu beweiſen, daß die Intereſſen des Staates mit jenen Sympathien in Einklang zu bringen ſeien ein Fehler, der mit aller Schwere auf ſeine Rathgeber falle. Andererſeits hat aber die preußiſche Regierung, miniſteriel⸗ len Kundgebungen zufolge, auch für den Oldenburger nicht Partei ergriffen. Zumal nicht nach der Richtung des Herrn von Ahlefeldt. Das eigenliche Regierungs⸗Programm hat dieKreuzzeitung kundgegeben. Die Regierung, welche nach Abtretung der Herzogthümer Seitens Dänemarks ſich und Oeſterreich das Dispoſitionsrecht über dieſelben vin⸗ dicirt, wird bei dieſer Dispoſition ſowohl das vor 1853 giltige Succeſſionsrecht als beſonders die Garantien berück⸗ ſichtigen, welche die Prätendenten für die konſervative Ord⸗ nung gewähren. Wer aber den Anforderungen des Herrn v. Bismark mehr Genüge leiſtet, der Oldenburger oder der Auguſtenburger, iſt zweifelhaft. Der erſtere ſoll ebenſo⸗ wenig fügſam ſein als der letztere und hat jedenfalls bei ſeinem Widerſtand einen ſtarken Rückhalt. Von miniſterieller