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Aus⸗ Troſt hnlic norum vellen
Altdeutſche Erzählungen in neuem Gewande. 267
Erzählungen, Legenden und Anekdokten enthält. Von der Seele Troſt ſind drei Handſchriften vorhanden, auch ältere Drucke exiſtiren, doch iſt in dieſen die Mundart des Niederrheins in das oberdeutſche Idiom umgeſchrie⸗ ben und ſonſt auch manches geändert. Pfeiffers Mit⸗ theilungen, einer Stuttgarter Handſchrift entnommen, haben indeſſen keineswegs ein blos linguiſtiſches Inter⸗ eſſe, wenn ſie auch in einer der Sprachforſchung gewid⸗ meten Zeitſchrift erſchienen ſind, ſondern der Heraus⸗ geber glaubt mit Recht, daß ſie auch als Beitrag zur Novellenliteratur des Mittelalters willkommen geheißen würden. Im Gegenſatze zu dem behaglichen Geplauder der oberſächſiſchen Erzählungen finden wir in den Köl⸗ niſchen eine äußerſt knapp gehaltene Form, dabei aber hat der Ton des Vortrags etwas ungemein Liebliches und Zutrauliches. Ohne Zweifel wird man den nieder⸗ rheiniſchen Märchen, Sagen und Legenden in dieſer Beziehung den Preis zuerkennen., namentlich haben die kurzen, in echtem Märchenſtyle abgefaßten Erzählungen einen beſonderen Reiz, der ihnen, was den Styl betrifft, auch in der Uebertragung erhalten bleibt, wenn ſchon es unmöglich war, den ganzen Zauber wiederzugeben, der über der alten und mundartlichen Redeweiſe aus⸗ gegoſſen iſt.— Pfeiffers Auszüge bieten etwa den dritten Theil des Buches von der Seele Troſt und be⸗ laufen ſich gerade auf hundert Stücke. Bechſtein hat aus dieſer reichen Anzahl doch nur achtzehn Erzählungen aufgenommen, denn ſeine Auswahl war mit Abſicht eine ſtrenge. Gar viele jener alten und in ihrer Weiſe vor⸗ trefflichen Erzählungen, die wohl der Kenner der Vor⸗ zeit zu verſtehen und zu würdigen vermag, wollen der allgemeinen Anſchauung unſerer Tage nicht mehr ent⸗ ſprechen, dabei mußte die Wahl ſo getroffen werden, daß auch die Jugend, welcher ja beſonders die Märchen⸗ und Sagenwelt am Herzen liegt, ſich die Sammlung durchaus zu eigen machen kann. Wie einzelne Stücke der oberſächſiſchen Sammlung dem Inhalt nach der Mehrzahl der Leſer wohl ſchon bekannt ſein werden, ſo auch hier. Wir begegnen unter andern zwei Verſionen des Märchens vom undankbaren Sohn(eine dritte in der Grimm'ſchen Sammlung), den Legenden vom Amen der Steine, von St. Julianus, von St. Chriſtophorus. Von beſonderem Intereſſe ſind die Erzählungen„die Bürgſchaft“ und„der Ritt nach dem Kalkofen“, weil ſie dem Stoffe nach dieſelben ſind, welche Schiller in ſeiner Bürgſchaft und in ſeinem Gang nach dem Eiſen⸗ hammer benutzt und poetiſch verherrlichte. Da die kurzen Märchen die charakteriſtiſchen dieſer Sammlung ſind, ſo theilen wir das folgende„der Mann ohne Herz,“ als eines der ſinnigſten mit.
— Es war ein reicher Mann zu Paris, der hatte ſein Gut erkoren zu ſeinem Abgott und hatte das viel lieber als ſeinen Schöpfer. Da er ſo großes Gut und Wohlleben hatte, ward er ſiech und ſtarb. Da kamen ſeine Freunde und ſchnitten ihn auf und wollten ſein Herz an einem andern Ort begraben. Da fanden ſie in ſeinem Leibe kein Herz. Deſſen wunderten ſie ſich alle ſehr. Da fragten ſie, ob auch ein Menſch leben könne ohne Herz. Da ſprachen die Leute:„Nein.“
Sie ſprachen:„Dieſer Menſch hat kein Herz in ſeinem Leibe.“ Der Meiſter wunderte ſich, wie das ſein könnte. Zuletzt ſprach der Meiſter:„Dieſer Mann hat großen Schatz und in dem Evangelium ſteht geſchrieben: Menſch, wo dein Schatz iſt, da iſt auch dein Herz. Da⸗ rum ſo gehet hin und ſehet zu, wo ſein Schatz iſt, ob da nicht auch ſein Herz ſei.“ Sie gingen zu ſeiner Kiſte und fanden ſein Herz liegen bei ſeinem Schatz.—
Die zuletzt veröffentlichte Sammlung, die elſaſſi— ſchen Predigtmärlein, verdanken wir ebenfalls Franz Pfeifer, der ſie aus einer früheren Straßburger, dann im Beſitze Grieshaber' befindlichen Handſchrift in ſei⸗ ner„Germania“, Vierteljahrſchrift für deutſche Alter⸗ thumskunde, abdrucken ließ. Auch hier beſchränkte er ſich auf eine Auswahl, die dreißig Stücke umſaßt. Bech⸗ ſtein hat aus dieſem Materiale nur ſieben Erzählun⸗ gen zur Uebertragung und Erneuerung geeignet gefun⸗ den. Die Mittheilung von Pfeiffer iſt als ein oberdeut⸗ ſches Seitenſtück zu den aus dem„Seelentroſt“ aus⸗ gehobenen niederrheiniſchen Erzählungen zu betrachten. Der Herausgeber geſteht ſelbſt ein, daß dieſen ober⸗ deutſchen Novellen das Weiche, Anmuthige, Einſchmei⸗ chelnde des Vortrags fehle, was jenen niederdeutſchen in ſo hohem Maße eigen iſt, aber vortrefflich erzählt wird man auch hier das Meiſte finden, und man wird auch hieran wiederum erkennen, wie unrichtig und we⸗ nig begründet die oft gehörte und immer von neuem wiederholte Behauptung iſt, das Mittelalter habe keine Proſa gehabt, ſondern dieſe habe ſich erſt im ſechszehn⸗ ten Jahrhundert gebildet. Im Gegentheil kann, wenn man Luther ausnimmt, deſſen angebornes ungemeines Talent erſt durch fleißige Lekture der Proſaiker des Mittelalters und durch ſeinen Verkehr mit dem Volke die hohe Ausbildung erhielt, die wir an ihm bewun⸗ dern, getroſt behauptet werden, daß das ſechszehnte und ſiebzehnte Jahrhundert im Vergleich mit den drei vorausgegangenen eher Rück⸗ als Fortſchritte in der Proſa gemacht hat, daß an die Stelle des frühern ein⸗ fachen natürlichen Redefluſſes häufig ein unbeholfenes Geſtotter und Geſtammel getreten iſt, welches man nicht ohne peinliches Gefühl leſen kann. Die Erzählun⸗ gen haben deshalb den Namen„Predigtmärlein“, weil ſie zu größerer Veranſchaulichung und zu beſſerer Ein⸗ prägung der vorgetragenen Moral in die Predigten eingeflochten wurden. Ohne Zweifel haben die Gleich⸗ niſſe des Neuen Teſtamentes hierzu die Anregung ge⸗ geben und zu Vorbildern gedient.— Auch hier begeg⸗ net uns eine Verſion der Erzählung vom Ritt nach dem Kalkofen. Sie iſt von größerem Umfange als die niederrheiniſche, dabei iſt ſie mit einer gewiſſen dra⸗ matiſchen Lebendigkeit erzählt, welche die knappe Dar⸗ ſtellung jener nicht in ſo ausgeprägter Weiſe kund ge⸗ ben kann. Da Schillers Gedicht vom Gang nach dem Eiſenhammer zur Vergleichung auffordert, ſo möge hier die Mittheilung auch in dieſem literariſchen Intereſſe erfolgen.
— Es war ein reicher Herr und der hatte einen einzigen Sohn, und der war ihm über die Maßen lieb. Und da der Sohn herangewachſen war und zu ſeinen
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