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Julius Roſen:„Schleswig⸗Holſtein meerumſchlungen.“
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„Es ſei! Mache Dich bereit. Morgen früh um ſieben Uhr fahren wir.“
Es mag eine ſehr traurige Nacht geweſen ſein, welche Bertha wachend und betend zubrachte. Wie ein zum Tode Verurtheilter fühlte ſie ſich, und doch mußte ſie ſtark ſcheinen, ſollte Koberts Entſchluß, ſie mitzunehmen, nicht wankend werden.
Um ſieben Uhr fuhren Robert und Bertha vom Hauſe fort. Der junge Mann hatte keinen Sekun⸗ danten, dieſe ſollte Gramonz mitbringen. Als er zu dem bezeichneten Orte kam, fand er den Major und zwei däniſche Officiere, welche ihn erwarteten.
„Ich dachte ſchon, Sie hätten es überlegt,“ warf Gramonz hin.
Robert gab ihm keine Antwort. Er trat mit ſeiner Piſtolenſchatulle auf einen der Officiere zu, über⸗ gab ihm dieſelbe und bat ihn, die Waffen zu unterſuchen.
Das geſchah. Man nahm Stellung. Die Sekun⸗ danten, beſonders jener Officier, welcher die näheren Modalitäten des Duells mit Wall verabredet hatte, verſuchten einen Ausgleich.
„Geben Sie ſich keine Mühe,“ entgegnete Wall, „ich haſſe jenen Mann und muß mich mit ihm ſchießen, und ſollte mein ganzes Lebensglück darüber in Trüm⸗ mer gehen.“
„Dazu kann Rath werden,“ brummte Gra⸗ monz und legte an.
Die Kämpfer ſtanden auf dreißig Schritte aus⸗ einander und ſollten im Avaneiren ſchießen.
Die Sekundanten zählten Eins.
Robert legte an und zielte mit ſicherem Auge. Er glaubte ſeinen Gegner ſicher zu treffen.
Zwei.
Dem jungen Officier fiel ſeine unglückliche Braut ein. Er horchte hin und hörte ſie ſchluchzen. In dieſem Augenblicke wurde„Drei“ gerufen, die Schüſſe fielen — Robert lag blutend auf der Erde.
Höhniſch lachend warf Gramonz ſein Piſtol auf den Boden und wendete ſich zum Fortgehen. Ueber⸗ raſcht kehrte er jedoch um, als ſich der Wagenſchlag öffnete und Bertha laut weinend heraus und über Robert hin ſtürzte.
„Robert, mein Heißgeliebter,“ jammerte ſie, „lebſt Du oder biſt Du meinem armen Vater voran⸗ gegangen! O lebe, Theurer, lebe, denn was wird aus Deinem armen Mädchen!“
„Ich lebe,“ ſtammelte Robert und fuhr mit der Hand nach ſeiner Wunde.
Die Kugel war ihm in die linke Schulter gegan⸗ gen und die Wunde blutete ſtark.
Berthas Augen folgten ſeiner Hand.„Armer Freund! Du bluteſt,“ fuhr ſie weinend fort.„O ſtirb mir nicht! Ich will Tag und Nacht an Deinem Lager weilen und Dich pflegen wie ein liebend Weib. O lebe, Robertl“
Mit einer unvorhergeſehenen Kraft richtete ſich Robert in die Höhe und die geballte Fauſt gegen Gramonz erhebend, ſprach er mit prophetiſcher Be⸗ geiſterung:„Ich werde leben!“
Gramonz nüäherte ſich der Gruppe.„Darf ich das Fräulein nach Hauſe begleiten?“ fragte er Bertha.
Verwundert über dieſe Frechheit richtete ſich Ber⸗ tha auf, wendete ſich zu Gramonz und rief ihm zu:„Mörder, doppelter verfluchter Mörder!— Aus meinen Augen, Abſchaum der Menſchheit!“ fuhr ſie fort und iſtieß den Arm zurück, der ſich nach ihr aus⸗ ſtreckte.„Schützen Sie mich, meine Herren, vor dieſem Elenden, vor dem Mörder meines Vaters!“ ſprach ſie zu den beiden Officieren, welche Gramonz faſt mit Gewalt mit ſich nahmen.
Bertha brachte mit Hilfe des Kutſchers ihren Geliebten in den Wagen und dieſer fuhr langſam nach der Stadt zurück.
. 11.
Als Marie, das entſchloſſene, muthige Mäd⸗ chen, von ihrer Herrin von den früher erzählten Bege⸗ benheiten unterrichtet wurde, konnte ſie nicht genug ſtaunen über Bergers Verrath und Abtrünnigkeit. Es wollte ihr nicht in den Kopf, daß ein ſo hübſcher Mann, ein Mann, welcher ihr auf den erſten Anblick ſo gut gefallen und ihr Herz im Sturm erobert hatte, der Sache ſeines Herrn, der guten deutſchen Sache untreu werden konnte. Ohne ihr Fräulein mit vielerlei Ver⸗ muthungen zu beläſtigen, faßte ſie den Entſchluß, dies Geheimniß zu ergründen, und falls ſie Alles beſtätigt fände, dem ſauberen Patron gehörig den Text zu leſen. Die Verwundung des Lieutenants Wall, obſchon ſie für den erſten Augenblick auch ihr Kummer und Sorgen genug gemacht hatte, verſchaffte ihr im weiteren Ver⸗ laufe Muße übergenug, denn da Bertha das Kran⸗ kenlager ihres Freundes nicht verließ und ſelbſt ihn hegte und pflegte, konnte Marie täglich ein paar Stündchen ihren eigenen Angelegenheiten widmen. Eines Tages beſchloß ſie nun, den ungetreuen Berger auf⸗ zuſuchen. Da ſie gut däniſch ſprach, war es ihr ein Leichtes, den Aufenthaltsort der Kriegsgefangenen zu erfahren, und ſo kam ſie ohne Mühe in die Kaſerne, die gegenwärtige Wohnung Bergers.
Sie meldete ſich beim Wachkommandanten und bat um die Erlaubniß, den kriegsgefangenen Jäger Namens Berger ſprechen zu dürfen. Dieſe Erlaubniß wurde ihr auch ſogleich ertheilt, und ſie in die Woh⸗ nung des Schließers gewieſen, wo ſie Berger höchſt wahrſcheinlich treffen würde.
„Iſt er denn nicht eingeſperrt?“ fragte verwun⸗ dert d ädchen einen der Soldaten der Wache.
frei herum,“ antwortete dieſer.„Der läuft ies nicht fort, er iſt ſo eine Art Aufſeher über die übrigen Gefangenen.“
„Der ſchlechte Menſch,“ brummte Marie vor ſich hin,„nun fange ich an, ihn auch für ſchlecht zu halten. Die Dänen würden ihn hinter Schloß und Riegel aufbewahren, hielten ſie ihn für einen braven Mann!“
Als Marie in des Schließers Zimmer trat, war
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