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Feuilleton. 221
Maler, Maurer, Lohnkutſcher, beſonders Leute, welche ge⸗ wohnt ſind, viele Spirituoſen zu ſich zu nehmen. Haus⸗ hälterinnen, Mägde und Nähterinnen ſind in ziemlicher An⸗ zahl vorhanden.
Außer den als geheilt entlaſſen eingeſchriebenen Kran⸗ ken gibt es noch mehrere vollſtändig geheilte, die trotz der erlangten Geneſung in der Kolonie zurückbehalten werden, und zwar aus Humanitätsrückſichten auf das hohe Alter oder den Mangel an Subſiſtenzmitteln. Die Gemeinden ziehen es öfters vor, die Geneſenen in Gheel zu unterhalten, als ſie einem Zuſtande der Verlaſſenheit preiszugeben, welcher nur die Wiederkehr der Krankheit begünſtigen würde; andere Geneſene werden während der rauhen Jahreszeit noch in Gheel zurückbehalten und erſt gegen den Frühling hin wieder in ihre Heimat geſchickt, zu welcher Jahreszeit ſie leichter ihren Unterhalt verdienen können. Die Sterblichkeit ſoll in Gheel verhältnißmäßig geringer ſein als in geſchloſſenen Anſtalten, und zwar ſoll — im Gegenſatz zu den in den letztern gemachten Er⸗ fahrungen— die Sterblichkeit der Frauen die der Männer überſchreiten.
Die Kranken werden bei ihrer Aufnahme zuerſt in das Krankenhaus gebracht, dort beobachtet und nach Charakter, Verhalten und Krankheitszuſtand ſtudirt, damit Jedem der paſſendſte Platz angewieſen werden könne. Solche, die für das Leben in der Kolonie ſich nicht eignen, z. B. Hang zum Entfliehen, Trieb zur Selbſtverſtümme⸗ lung zeigen, werden zurückgewieſen. Die Aufgenommenen werden eingetheilt in innere und äußere Pfleglinge. Die erſte Abtheilung begreift die Irren, welche bei den Pfleg⸗ leuten im Innern des Hauptorts untergebracht ſind, die ruhigen Irren, heilbare und unheilbare, mit verſchiedenen Krankheitsformen. Die andere Abtheilung beſteht aus Kranken, welche bei den Pflegleuten der zahlreichen, mit der Gemeinde im Verband ſtehenden Weiler wohnen, und begreift die Epileptiſchen, die Unruhigen, Tobſüchtigen, Schreier und Unreinliche in ſich; diejenigen Kranken, deren pſychzſcher Zuſtand beſonders häufige oder fortgeſetzte Aufſicht und Fürſorge erheiſcht, wohnen in den näher gelegenen, die Schwachſinnigen, Blödſinnigen Unreinlichen, die unruhigen Maniaci und die Paralytiſchen in den entfernteren Weilern. In der vierten Abtheilung, zuſammengeſetzt aus den Wei⸗ lern, in denen ſich kein fließendes Waſſer befindet, ſind die Fallſüchtigen untergebracht; für dieſe Kategorie von Kranken, welche am ſchwierigſten in einer freien Anſtalt disciplinariſch zu überwachen ſind, iſt ſchon ſeit längerer Zeit mit Vortheil ein Theil der Gemeinde, Namens Win⸗ kelomsheide benutzt, ein ſehr ausgedehntes Heideland, das ſich vom Mittelpunkt aus drei Viertelſtunden weit erſtreckt, wo ſich in gewiſſen Zwiſchenräumen von ein⸗ ander kleine Gehöfte befinden, die wie Abſonderungs⸗Pa⸗ villons eingerichtet ſind. Seit der Einführung dieſer Maß⸗ regel herrſcht in Gheel eine Ruhe und Stille, welche auf⸗ fallend mit dem früheren Zuſtande kontraſtirt.
Es iſt natürlich von großer Wichtigkeit, daß zur Ver⸗ pflegung einer jeden Kategorie von Kranken die taug⸗ lichſten Pflegväter ausgewählt werden, und es iſt hierbei nicht blos auf allgemeine Bildung und Einſicht, ſondern auch auf ſiitliche Befähigungsrauf die Zuſammenſetzung der Familie, die Einrichtung der Wohnung ꝛc. Bedacht zu nehmen. So weit es möglich iſt, werden bei dem⸗ ſelben Pflegvater Kranke von gleicher Sprache, in der⸗ ſelben Nachbarſchaft Landsleute untergebracht. Sorgfältig wird vermieden, in einer und derſelben Wohnung un⸗ ruhige Kranke und ſolche von verſchiedenem Geſchlecht zuſammenzubringen. Diejenigen Kranken, welche Hand⸗ werker ſind, werden wenn ſie es wünſchen, zu Pflegleuten gebracht, welche dasſelbe Gewerbe betreiben; es kommt aber auch vor, daß ſie das nicht wünſchen und vor ihrem Gewerbe einen wahren Abſcheu haben. Findet man, daß die Pflegleute es an der gehörigen Sorgfalt fehlen laſſen, ſo wird eine Verſetzung der Kranken angeordnet; doch ſoll dieſer Fall ſelten eintreten. Kranke, welche aus Streitſucht oder in Folge von Mißberſtändniſſen oder
einer Grille einen Haß gegen ihre Pflegleute oder deren Familie haben und ſich dadurch zu Drohungen gegen dieſelben verleiten laſſen, werden ſogleich verſetzt, wodurch oft die günſtigſte Wirkung erzielt und Ruhe in das er⸗ bitterte Gemüth der Kranken gebracht wird.
Die Zahl der Pflegleute betrug nach der letzten Hauptabrechnung 617; ein Pflegvater erhält nie mehr als zwei Pfleglinge. Den Pflegleuten ſind bezüglich der Wohnung, der Geſundheit und des ſittlichen Verhaltens der Kranken Bedingungen geſtellt, denen ſie ſich zu unter⸗ werfen haben, und ſie unterziehen ſich ihrer Miſſion mit lobenswerthem Eifer. Alle Pflegväter leben mit ihren Pfleglingen auf einem Fuße bruderlicher Gleichheit; die Kranken werden als Familienglieder aufgenommen und angeſehen, und dieſes freie Familienleben ſoll oft die intereſſanteſten und rührendſten Scenen darbieten. Daß der ſtete Umgang mit Geiſteskranken auf die Bewohner von Gheel einen ſchädlichen Einfluß äußere, iſt durch nichts zu erweiſen; doch iſt es Thatſache, daß die fort⸗ währende Berührung und der intime Umgang mit ſo vielen und ſo verſchiedenen Kranken dem Charakter der Pflegleute einen Stempel aufgedrückt hat, der ſie von den Bewohnern anderer Theile des Kempenlandes unter⸗ ſcheidet.
Die meiſten für Geiſteskranke beſtimmten Zimmer ſind einfach möblirt und werden reinlich gehalten und fleißig gelüftet. Man trifft äußerſt elegante, mit allem Komfort verſehene und ebenſo ſehr einfache, mit thöner⸗ nen Plättchen gepflaſterte und mit feinem Sand beſtreute Wohngelaſſe und Schlafzimmer bei Hoch und Nieder aber die gleiche Sauberkeit und Ordnung. Faſt an jedem Hauſe befindet ſich ein Garten, in welchem die Kranken ſich aufhalten und beſchäftigen können. Wenn dieſe be⸗ haglichen Wohnſtätten, überhaupt die getroffenen Geſund⸗ heitsmaßregeln, und die kräftige nahrhafte Koſt mit der dürftigen Lagerſtätte und den Entbehrungen, welche die armen Kranken vor ihrem Eintritt in Gheel zu ertragen hatten, verglichen werden, ſo iſt einleuchtend, daß dieſe neuen Lebensverhältniſſe nur eine günſtige Wirkung auf die Kranken haben müſſen. Die Kleidung der Kranken iſt reinlich und beſcheiden und unterſcheidet ſich nicht von der der übrigen Einwohner.
Die Hauptmittel, welche bei der Kur der Geiſtes⸗ kranken in Anwendung kommen, ſind die Iſolirung, das Familienleben, die Arbeit und Zerſtreuungen, welche den Kranken dargeboten werden. In Gheel wird unter Iſo⸗ lirung nicht die Verſetzung der Kranken in ein abgeſon⸗ dertes Lokal verſtanden, ſondern es wird dem Kranken entfernt von dem Orte, wo er ſeine Zufälle hatte, eine gaſtliche Wohnung bei einer einfachen Familie auf dem Lande angewieſen, er wird von ſeiner früheren Familie getrennt und einer andern zugetheilt, wo er ſich faſſen kann und nicht in fortwährende Berührung mit Unglücks⸗ genoſſen kommt. Von dem erſten Augenblick an zeigt der Kranke ein Erſtaunen, welches die Aufregung aufhebt und ſeinem Geiſt eine andere Richtung gibt. Er lebt frei vom Getriebe der Welt, er findet bei den Pflegleuten einen häuslichen Frieden und die Ruhe, die ſeinem zer⸗ riſſenen Herzen wohlthut und ihm nöthig iſt. Unter dem Einfluß dieſer neuen Verhältniſſe ſieht man die bitterſten Gefühle ſanfter werden und ſich ändern, ſchlimme Neigungen ſich beſchränken, reizZbare und zornmüthige Menſchen ſanft. müthig, anhänglich und vertrauensvoll werden, Traurigkeit und moraliſchen Schmerz ſich nach und nach mindern u. ſ. w. Bei den Kranken machen ſeine verkehrten Empfindungen den Verkehr mit ſeiner Familie ſchmerzhaft, ſein Mißtrauen geht in Haß über, er ſtößt ſeine nächſten Verwandten zurück; in dieſem Zuſtand iſt das Verbringen des Kranken zu Fremden nach Gheel von großem Nutzen. Namentlich wird hervorge⸗ hoben, man könne ſich keinen Begriff davon machen welche Wirkung die Ruhe des Landlebens, der Anblick der ländlichen Beſchäftigung, die freie friſche Luft und die neue Lebensordnung auf die ſtädtiſchen Kranken aus⸗ übe. Dern Kranke gibt ſich gern zu den verſchiedenen


