Jahrgang 
1864
Seite
219
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, Feuilleton.

Pariſer Humoresken. Nach dem Franzöſiſchen von Léon Grellepois.

XX. Paris in hunderl Zahren. Die Heiraten.

(Bei Geſchäftsleuten.)

Herr Groſſetste:Liebe Frau, nicht wahr, heute iſt der Geburtstag unſerer Tochter, unſerer geliebten Eulalie?

Frau Groſſetste:Ja, ja, unſere Tochter iſt heute achtzehn Jahre alt.

Sapperlot! ſie iſt in dem Alter, ſich zu verheiraten.

Das habe ich mir geſtern Abend vor dem Einſchlafen auch geſagt. Bei achtzehn Jahren war ich ſchon ſeit acht Tagen Madame Groſſetôte.

Wo iſt Eulalie?

Sie macht ihre Toilette.

Ich wünſche mit ihr zu ſprechen.

Fr. Groſſetéte(rufend):Eulalie! Eulalie! komm meine Tochter⸗ Dein Vater möchte mit Dir ein Wort reden.

Eulalie(herbeilaufend):Da bin ich, Mama.

Hr. Groſſetéste:Töchterchen mein, hat denn Dein Herz ſchon geſprochen?

Ich verſtehe Dich nicht, Papa.

Ich frage Dich ob Du Jemanden liebſt.

Ich liebe nur Dich, Papa, und Dich auch, Mama.

Welch' reizende Unſchuld!

Fr. Groſſetéte(leiſe zu ihrem Manne):Wen willſt Du denn, daß ſie liebe? Wir haben ſie ja erſt ſeit acht Tagen aus dem Penſionat herausgenommen.

Hr. Groſſetéte:Das iſt wahr; im Penſionat lehrt man wohl die jungen Mädchen das Zeitwort l ieben abwandeln, aber ſie kennen nicht die Anwendung desfel⸗ ben.(Laut) Eulalie, ich habe die Abſicht, Dich zu ver⸗ heiraten.

Eulalie:So!... Und mit wem denn, Papa?

Ich weiß nicht, aber eine Partie iſt nicht ſo ſchwer zu finden, wenn man ſich die Mühe gibt zu ſuchen. Wird es Dir lieb ſein, Dich zu verheiraten?

Ja, Papa weil ich werde Madame heißen.

Heute iſt Sonntag; ich hatte Deiner Mutter ver⸗ ſprochen, ſie auf's Land zu führen. Statt uns dem Genuſſe der friſchen Luft hinzugeben, werden wir für Eulalie einen Mann ſuchen.

Eulalie:Wo denn das, Papa?

Hr. Groſſetéte:Im Tuilerien⸗Park, genannt Hymen's Garten

Eulalie:Und Du glaubſt, daß wir dort den Gegen⸗ ſtand, den ich brauche, finden werden?

Fr. Groſſetéte:Ganz gewiß.

Hr. Groſſetéte:Beeile Dich, mit Deiner Toilette fertig zu werden, und vor Allem mache Dich hübſch.

Als wenn das liebe Kind es nicht immer wäre...

Die Mütter ſind wie die Geſchäftsleute, ſie ſehen ihre Waare immer beſſer an, als ſie es iſt..

Nachdem alle drei angekleidet ſind, begeben ſie ſich ſogleich in den Tuilerien⸗Garten. 3

Als Vorwand der Zuſammenkunft ſpielt dort eine Militär⸗Muſik. 4

Eulalie:Wo iſt denn mein Zukünftiger?

Erinnerungen. 88. Bd. 1864.

Fr. Groſſetèéte:Liebe Tochter, wir ſind ja erſt kaum da.

FSHr. Groſſetéte:Wir wollen hoffen, daß wir einen finden werden. Es wäre mir ſehr unlieb, wenn ich noch einen zweiten Sonntag herkommen müßte.

Wie Du aber Eile haſt, mein Freund.

Ja, im Geſchäft hat man keine Zeit zu verlieren.

Ein Herr mit einer weißen Kravatte nähert ſich dem Herrn Groſſetôte.

Der Herr:Ich bin der pribilegirte Heirats⸗Unter⸗ nehmer dieſes Gartens.

Hr. Groſſetéte:Ich bin ſehr erfreut, Ihre Bekannt⸗ ſchaft zu machen.

Ich mache im Mittel dreißig Heiraten täglich; Sie ſehen, daß ich eine hübſche Kundſchaft habe. Dürfte ich Ihnen meine Dienſte anbieten?

Ich komme eben, Sie um Ihre Vermittlung zu erſuchen.

Sie wunſchen Ihr Fräulein Tochter zu verheiraten?

S.2

Fr. Groſſetéte:Ich hätte es gern, wenn ſich etwas Konvenables für ſie fände.

Hr. Groſſetéte:Solides, beſonders; denn es würde mich verdrießen, wenn ſie nach einem Jahre Witwe würde. Im Geſchäfte ſind die Kinder angenehm bis zum Alter von achtzehn Jahren, weil man ſie im Penſionat laſſen kann. Aber über dieſes Alter hinaus geuiren ſie ſehr, und man muß abſolut ſie verheiraten.

Seien Sie ohne Sorge, ich mache nur in guter Qualität.(Den Mund des jungen Mädchens öffuend.) Sie erlauben?

Fr. Groſſetéte:Was ſchauen Sie an?

Der Unternehmer:Ob Fräulein alle ihre zweiund⸗ dreißig Zähne hat.

Fr. Groſſetéte:Sie hat ſie.

Der Unternehmer:Es lag mir daran, mich davon zu verſichern, da, wie ich Ihnen ſchon geſagt habe, ich für meine Waare garantire. Und dieſe Haare, gehören ſie Ihnen?

Eulalie:Nun freilich.

Der Unternehmer(ſie vom Kopf bis zu den Füßen betrachtend):Sie haben nichts Falſches?

EulalieNichts.

Der Unternehmer(zum Vater):Und wieviel geben Sie Ihrer Tochter?

Hr. Groſſetéte:Hundert tauſend Franken.

Der Unternehmer:Sehr wohl. Und nach Ihrem Tode hinterlaſſen Sie...

Das doppelte. 5 5

Ganz ſchön! Und weder Sie noch Ihre Frau haben irgend eine chroniſche Krankheit?

Zum Glück nicht.

Dann iſt es etwas weniger ſchön; denn Sie beide ſind noch jung. Nun alſo, macht nichts, ich gehe auf der Stelle das ſuchen, was das Fräulein braucht. Aber haben Sie die Gefälligkeit, Ihren Platz zu wechſeln, weil Sie ſich in dieſem Augenblicke an dem, für die Witwen reſer⸗ virten Orte befinden; denn wie Sie wiſſen müſſen, iſt dieſer Garten in drei Kategorien eingetheilt.

Ich komme ſelten hierher.

Rechts ſind die Witwen rangirt, links die jungen Mädchen, und in der Mitte die jungen Männer.

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