Jahrgang 
1864
Seite
213
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Der letzte der Beaus. 211

gefangen genommen, ehe es ihm möglich geweſen war, ſeine Uniform mit einer Verkleidung zu vertauſchen. Der franzöſiſche Dragonerofficier, dem Waters zugeführt wurde, befahl zwei Soldaten, ihn in's Hauptquartier zu ſchaffen. Abends wurde bei einem kleinen Wirthshauſer Halt gemacht und Waters durfte in der Küche bleiben. Da er heute ein einfältiger Engländer war, der kein Wort Franzöſiſch oder Spaniſch verſtand, ſo legten ſich ſeine Wächter und ihre ſpaniſchen Zechgenoſſen keinen Zwang auf, und er erfuhr Alles, was er wiſſen wollte. Am folgenden Morgen ging es weiter, und Waters hörte, wie die beiden Dragoner verabredeten, ihm in der nächſten Mühle Uhr und Geld abzunehmen, ihm Gelegenheit zur Flucht zu geben und ihn dann nieder⸗ zuſchießen. Man kam in der Mühle an, die Wächter nahmen ihm ſeine Werthſachen und gingen darauf in's Haus, als ob ſie ſich um ihn nicht kümmerten. In einem Augenblicke hatte Waters ſeinen Officiersrock an einen Olivenbuſch gehängt und ſeinen Treſſenhut darüber ge⸗ ſtellt. Auf der Erde lagen leere Mehlſäcke und ein mit vollen Säcken beladenes Maulthier ſtand daneben. Einen der vollen Säcke nahm Waters herab, kroch in einen leeren und hing ſich über das Maulthier. Jetzt traten die Soldaten wieder heraus, feuerten ihre Karabiner auf die Uniform am Olivenbuſch ab und ſprengten davon.

Kurze Zeit darauf erſchien der Müller und beſtieg ſein Maulthier. Im Reiten machte ſich der General von dem Sacke frei und ſetzte ſich hinter den Müller. Der merkte, daß ſich hinter ihm etwas bewege, drehte ſich um und ſah einen über und über weißen Mann, alſo ein Geſpenſt. Sein Schreck war ſo groß, daß Waters keine Mühe hatte, ihn aus dem Sattel zu ſtoßen. Der liſtige Quartiermeiſter kannte die Richtung nach dem engliſchen Lager und ritt ſo ſcharf, daß die wirklichen Mehlſäcke platzten und ihn noch mehr einpuderten. Wellington hörte plötzlich ein ſchallendes Gelächter der Soldaten, trat aus ſeinem Zelte und ſah den ſteinernen Gaſt aus Don Juan auf ſich losſprengen. Waters ließ ihm keine Zeit, ſich von ſeinem Erſtaunen zu erholen, ſalutirte und ſtattete ſeinen Bericht ab. Bis zu den letzten Gefechten bei Toulouſe leiſtete er noch manchen ähnlichen Dienſt, aber als Mehlſack erſchien er vor Wel⸗ lington nicht wieder.

Bordeaux war das letzte Quartier des Feldzugs von 1814. Den Garden gefiel es in der ſtark royali⸗ ſtiſchen Stadt, die wegen ihrer Frauen und ihrer Weine berühmt iſt, außerordentlich. Die Flaſche guten Liſch⸗ weins koſtete im Gaſthof fünfzehn Sous, Laroſe, Lafitte und Margot erhielt man für zwei Franken. Die jungen Damen waren nicht blos ſchön, ſondern kleideten ſich auch höchſt geſchmackvoll. Sie trugen eine ſpaniſche Mantille und Shawls von verſchiedenen Farben. Lieb⸗ ſchaften wurden ſo viele angeknüpft, daß bei der Ueber⸗ fahrt nach England ein Officier behauptete, die Segel würden durch die Seufzer der Schönen von Bordeaux geſchwellt.

Die damalige Londoner Welt bewegte ſich plane⸗ tenartig um eine Sonne, die durch die Almacks⸗Bälle

vorgeſtellt wurde. Zu dieſen zugelaſſen zu werden, war das höchſte Streben der vornehmen Welt. Die Wenig⸗ ſten hatten das Glück, die geweihten Räume zu betreten. Von den dreihundert Officieren der Garde zu Fuß wur⸗ den blos ſechs für würdig befunden, auf dieſen Bällen zu tanzen. Nach welchen Grundſätzen die ſieben Lady⸗ Patroneſſes bei der Zulaſſung verfuhren, war Jedermann und den ſieben Damen ſelbſt unbekannt. Nicht Geburt, Rang und Stand, weder das Vermögen noch die feine Bildung des Kandidaten, ſondern die augenblickliche Laune des Siebengeſtirns entſchied. Die hochmüthigſte von ihnen war Lady Jerſey, eine Dame mit dem An⸗ ſtande einer Theaterkönigin, die aber oft aus der Rolle fiel, ſich lächerlich machte und bei Gelegenheit unbegreif⸗ lich roh und gemein werden konnte. Die beliebteſte von ihnen war Lady Cowper, die jetzige Lady Palmerſton. Wer an den Bällen Theil nehmen durfte, hatte ein für alle Male die Weiſung, in weißer Halsbinde, Kniehoſen und Klapphut zu erſcheinen. Als der Herzog von Wel⸗ lington einmal in langen ſchwarzen Beinkleidern die Treppe zum Saal hinaufſtieg, fand er oben Herrn Willis, den Kaſtellan, der ihm mit einer tiefen Verbeugung ſagte:Ew. Durchlaucht können in dieſem Anzuge nicht zugelaſſen werden. Der Herzog hegte vor Geſetzen und Regulativen eine zu hohe Achtung, um nicht auf der Stelle umzukehren. Getanzt wurden auf den Almack⸗ bällen blos ſchottiſche Dreher und der altengliſche Con⸗ tretanz. 1815 brachte Lady Jerſey von Paris die Qua⸗ drille mit, und in derſelben Zeit kam der Walzer auf. Lord Palmerſton, der vor achtunddreißig Jahren ſeinem Beinamen Lord Cupido alle Ehre machte, und die Fürſtin Lieven, Baron von Neumann und die Fürſtin Eſterhazh waren die erſten walzenden Paare. Nach wenigen Wochen walzte halb London, und ſchon in den frühen Morgen⸗ ſtunden hörte man in den vornehmen Häuſern Walzer⸗ melodien, zu denen die Söhne und Töchter nach der Anweiſung eines Tanzlehrers ſich drehten. Das waren die Tage der Walzer⸗Manie, die den Engländern übri⸗ gens nichts geholfen haben. Noch heutigen Tages walzen die Söhne und vornehmlich die Töchter Albions nicht, ſondern hüpfen und ſpringen ohne eine Idee von Takt.

In dem zweiten Sammelplatze der feinſten Geſell⸗ ſchaft, dem italieniſchen Opernhauſe auf dem Heumarkte, ſtanden die Thüren etwas weiter offen. Während des Krieges gab es hier ebenfalls Lady Patroneſſes, an die man ſich wenden mußte, wenn man eine Loge oder auch nur ein einfaches Billet zu erhalten wünſchte. Waren Oper und Ballet vorbei, ſo begaben ſich die Zuſchauer in den Koncertſaal, wo getanzt und Erfriſchungen her⸗ umgereicht wurden. Später verſchwanden die Lady Patroneſſes und es wurde nun leichter, ſich Einlaß zu verſchaffen. Hinſichtlich der Kleidung der Herren blieb die ſtrengſte Etiquette aufrecht erhalten. Jeder Herr hatte kurze Beinkleider, Manchetten und einen Klapphut zu tragen. Wenn im Schloſſe Vorſtellung geweſen war, ſo kamen Herren wie Damen in ihren Hofkleidern. In den Logen des erſten Ranges waren die größten Schönhei⸗ ten des Königreichs vereinigt, lauter Repräſentantinnen des engliſchen Frauentypus, deſſen Reize in dem vollen,

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