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Julius Roſen:„Schleswig⸗Holſtein meerumſchlungen.“ 199
ſein über das Schickſal ihrer Väter und Gattinnen, be⸗ drückt von ſchweren Ahnungen des Unglücks und Ver⸗ derbens.
Berger dachte ganz richtig, als er unter dieſen Wilhelm zu ſuchen beſchloß. Er trat auf den Erſten zu und fragte:„Könnt Ihr mir nicht ſagen, Kamerad, ob ſich unter Euch des Schulmeiſters aus Erlenhof Sohn, der Wilhelm befindet?“
„Was wollt Ihr von mir!“ rief der Angeredete und ſprang auf,„was wißt Ihr von mir?“
„Der Vater und das Töchterchen laſſen Euch grüßen, ſie ſind wohlauf und in Sicherheit.“
Wilhelm war wie ausgewechſelt. Nachdem Berger all die vielen Fragen, welche Wilhelm in einem Athem an ihn ſtellte, zur Zufriedenheit beant⸗ wortet hatte, erbat er ſich von dem Kommandanten der Eskorte, den Gefangenen zu dem Lieutenant Wall bringen zu dürfen. Dieſe Bewilligung wurde ertheilt und die Beiden gingen zuſammen. Auf dem Wege ſuchte Berger das Geſpräch auf Elſe zu bringen, um ſeinen Schwager in spe auf das vermeintliche Zu⸗ ſammentreffen vorzubereiten, doch hielt Wil helm nicht Stand und ſprang immer auf etwas Anderes ab.
Sie traten ein. Wilhelms erſter Blick fiel auf die Leiche ſeines Schwiegervaters. Mit Abſcheu in den Blicken wendete er ſich um und wollte hinaus, aber Berger hinderte ihn daran und wies mit der Hand auf Wall, andeutend, daß dieſer mit dem Gefangenen ſprechen wolle.
„Was ſoll ich hier?“ fragte Wilhelm und trat auf Wall zu.
„Ihr ſollt vor Allem verzeihen,“ ſprach feierlich der junge Officier,„dem Manne verzeihen, welcher Euch im Tode geſegnet hatte.“
„Ich kann dem Mörder meines Glückes nicht ver⸗ zeihen,“ entgegnete düſter der Gefangene.
„Ihr werdet es,“ antwortete Wall,„und noch mehr, Ihr werdet verſuchen, gut zu machen, was Leiden⸗ ſchaften und Haß verdorben haben. Eure Frau—“*
„Iſt dieſe etwa auch da?“ ſprang Wilhelm dem Officier in's Wort.
„Sie war da und ich beſchwor ſie zu bleiben, auf daß Ihr Euch an der Leiche des Vaters verſöhnt.“
„Und Sie,“ lachte bitter der Gefangene,„wies Ihren Antrag zurück und ließ die Leiche ihres Vaters im Stich, nur um meinem verhaßten Anblicke zu ent⸗ gehen. Ich wußte es ja.“
„Ihr irrt, Wilhelm,“ entgegnete Wall,„und ſeid vom Haſſe ebenſo verblendet, wie Euer Weib es war. Sie floh, weil ſie ihre Schuld ſchwerer fühlt, als ſie iſt, weil ſie ſich nicht für würdig hielt, Verzeihung zu erlangen.“
Nach und nach gelang es dem Lieutenant und Berger, Wilhelm zu beruhigen und zur Verzeihung geneigt zu machen. Da Wall verwundet war und demnach ſein, der Comteſſe gegebenes Wort nicht zu löſen vermochte, hatte er beſchloſſen, Berger und Wilhelm zu Vollſtreckern ſeiner Abſicht zu machen. Er theilte ihnen ſeinen Plan mit und dieſen wird der
Leſer in den nächſten Kapiteln verkörpert vor ſich er⸗ ſcheinen ſehen.
6.
Kehren wir in das öſterreichiſche Hauptquartier zu unſerem Gefangenen, dem Major Gramonz zurück, welcher bei dem Verſuche, ſich eine Braut zu ſtehlen, ſo ſchlecht weggekommen und unſerem Helden, dem Lieute⸗ nant Wall in die Hände gerathen war.
Gramonz war nach ſeiner Uebergabe vor den Oberbefehlshaber geführt und eindringlich vernommen worden, blieb aber unbeugſam und ſtarr und verrieth über die Stellung und Stärke der Dänen nicht eine Sylbe. Dies können wir ihm auch nicht übel nehmen, denn tapferes Feſthalten an ſeiner Ueberzeugung und Treue gegen den Monarchen und Vaterland ſind Tugenden, welche wir am Feinde gerade ſo ſchätzen müſſen, als am Freunde.
Der Major war auch durchaus nicht jener fürchter⸗ liche Menſch, als welchen ſich ihn Comteſſe Bertha dachte. Er war ein tapferer Soldat, deſſen Edelmuth unter den Einwirkungen der Zeit litt, in welcher er lebte. Er war Däne mit Leib und Seele, haßte die Deutſchen und das Deutſchthum überhaupt und war überdies ver⸗ liebt. Dieſe Leidenſchaften umdüſterten ſeinen ſonſt klaren Verſtand und ließen ihn in der Sucht, ſeine Zwecke zu erreichen, Mittel verſuchen, welche nicht immer die beſten, nichts weniger aber als edel waren, So hatte er den alten Grafen in die Gefangenſchaft ge⸗ ſchleppt, hatte ihn jedoch feinem Oberkommando über⸗ geben, und die Befürchtungen Bertha', als könne Gramo 16 dem Leben ihres Vaters nachſtellen, waren demnach übertrieben und von ihm abſichtlich herbeige⸗ führt, um ſie ſeinen Wünſchen nachgiebiger zu machen.
Gramonz wurde im öſterreichiſchen Lager ſtreng bewacht, ſonſt aber gut behandelt. Man ehrte den tapferen Soldaten in ihm und geſtattete ihm ſo viel Freiheit, als ſich mit dem Begriffe eines Kriegsgefan⸗ genen vertrug. Der Major ſah ſehr wohl ein, daß ſeine Pläne mit Bertha für immer vereitelt wären, wenn er warten müßte, bis er gegen einen gefangenen öſter⸗ reichiſchen Stabsofficier ausgetauſcht würde. Sein höch⸗ ſtes Streben und Sinnen war demnach nach der Frei⸗ werdung gerichtet, und da dieſe nur durch Flucht er⸗ reicht werden konnte, beſchloß er, ſobald ſich Gelegen⸗ heit dazu böte, dieſe zu ergreifen.
Nach der unerwarteten Räumung des Dannewer⸗ kes ging es mit Windeseile vorwärts, denn der Feld⸗ herr wollte den Feind erreichen und zum Kampfe zwin⸗ gen. Die Bataillone marſchirten in Doppelmärſchen und mit gleicher Geſchwindigkeit folgten die Reſerven, bei welchen ſich Gramonz befand. Alle Operationen waren ſo ſchnell vor ſich gegang en, daß man nicht Zeit gehabt hatte, auf den Gefangenen zu denken und ihn nach rückwärts in das Land eskortiren zu laſſen. Gra⸗ monz lechzte nach einer Schlacht. In der fürchterlichen Verwirrung einer ſolchen mußte es ihm leicht werden, zu entfliehen. Sein Wunſch ging in Erfüllung. Die


