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Pariſer Tagesberühmtheiten. 179
blühten Kokette und hinter der lächelnden Heiligenmaske das freche Antlitz der Sünde. Kein Roman des Vicomte, in welchem nicht eine moderne Lais oder Aspaſia die Hauptrolle ſpielte, und was ihnen an Geiſt abgeht, er⸗ ſetzen die Sammetroben, die Brillanten und Spitzen, mit denen der gute Mann umherwirft, als wenn ſie gar kein Geld koſteten. Dieſe ſeine Heldinnen haben Ponſon zum eigentlichen Romancier des Lorettenthums, der Halbwelt gemacht, die ſich darin ſelbſtgefällig mit allen ihren Reizen beſpiegelt und zugleich die Genug⸗ thuung hat, ſich in möglichſt glänzendem moraliſchen Lichte, wie zur Beſchämung der ſie verachtenden„anſtän⸗ digen Leute“ dargeſtellt zu ſehen.
Eine weitere Eigenthümlichkeit der Ponſon’ſchen Romane iſt die Aktualität, die er denſelben in allen, ſelbſt den geringfügigſten Details zu geben weiß, indem er Perſonen und Dinge ſo völlig und ganz mit den Pariſer Verhältniſſen in Verbindung bringt, daß gar Viele in ſeinen Geſchichten mitzuſpielen glauben oder ſich gar in der einen oder andern Figur zu erkennen verſucht fühlen. Unſer anonymer Autor erzählt z. B., daß im Pavillon d'Armenonville des Bois de Boulogne, im Kabinet Nr. 7, wo die fürchterliche Vergiftungsge⸗ ſchichte der„Gandies“(eines ſeiner letzten und größten Werke) vor ſich geht, auf einer Fenſterſcheibe wirklich der Name zu finden war, den die berüchtigte und ach! ſo ſchöne Gräfin Morangis an jenem ſchrecklichen Abend mit ihrem Brillantring hineingeſchnitten haben ſollte. Der Kellner berichtete aber auf nähere Fragen hin, daß der Wirth den Namen in das Fenſter habe einritzen laſſen, nur um den ewigen und läſtigen Nachfragen der Gäſte zu entgehen, die ſammt und ſonders das Kabinet Nr. 7 beſtellten.
Aus der großen Menge derer, die unſer Autor als Vertreter der Pariſer Straßen⸗Induſtrie uns vor⸗ führt, ſei es erlaubt, zwei Perſönlichkeiten herauszuheben, von denen wir anderwärts noch nichts geleſen zu haben glauben. Nähern wir uns jenem Kreiſe, den ein paar hundert Zuſchauer dort gebildet haben, und aus deſſen Mitte wir nichts als die Worte hören:„Quarante sous, Messieurs, pas plus; quinze, seize, vingt, il manque encore vingt sous; quarante sous, pas plus!“ Von Zeit zu Zeit vernimmt man den klingenden Fall einer Kupfermünze, plötzlich ruft der Künſtler: „Halten Sie ein, meine Herrn, werfen Sie nichts mehr es ſind ſchon drei Sous zu viel; ich habe nur vierzig Sous verlangt und ein Mann ein Wort.“ Aber was will er denn zum Beſten geben für die vierzig Sous? Er iſt ein langer, hagerer Patron, verhungert und ſchäbig; vor ihm ſteht auf der Erde eine Kiſte von Holz; die Kiſte iſt verhältnißmäßig klein, und doch macht er ſich anheiſchig, in dieſelbe hineinzuſteigen und darin zu bleiben; man ſoll ſogar den Deckel zumachen und ſich darauf ſetzen. Impossible! ruft man von allen Seiten, ein Knabe hätte ja kaum in der Kiſte Platz, wie viel weniger ein ſo großer Mann! Der Equllibriſt lächelt vornehm und wiederholt einfach:„quarante sous, Messieurs, et vous allez voir!“ Er ſteigt, da er die verlangte Summe erhalten, nun auch wirklich hinein,
macht ſich natürlich vorher noch ſo lang wie irgend möglich, kriecht dann zu einem Knäuel zuſammen, der Deckel fliegt zu, ein Gamin ſpringt hinauf: er ſitzt wirklich drin, ganz und gar. Die Geſchichte kam einigen Engländern ſo unglaublich vor, daß ſie, als er wieder herausgekrochen war, ungenirt in den Kreis traten und die Kiſte von ihrem Platz hoben, um ſich zu über⸗ zeugen, daß nicht etwa der Boden fehle und ein Loch im Pflaſter ſei; ſie bezahlten darauf ihren Zweifel, denn die Kiſte war unverſehrt, ſehr großmüthig. Man er⸗ zählt, daß jener Equilibriſt täglich zehn bis zwölf Mal in ganz Paris herum ſein Kunſtſtück macht und ſomit einen Louisd'or verdient— ein franzöſiſcher Oberſt hat kaum ſo viel.
Sodann lernen wir noch den Kieſelſteinmann kennen, Yhomme aux cailloux, der ſich ſchon Jahre lang in Paris zeigt und deſſen Geheimniß bis jetzt noch Niemand zu entdecken gewußt hat. Dabei macht er vortreffliche Geſchäfte und Abends ſieht man ihn an Vergnügungsorten, in Theatern unter den Zuſchauern und ganz elegant gekleidet, mit Hut und Handſchuhen. Wenn er aber ſeine Vorſtellungen gibt, trägt er eine Blouſe. Er ſitzt auf einem kleinen Schämel und hat vor ſich einen gewaltigen Quaderſtein und um ſich herum natürlich die obligaten hundert Zuſchauer. Aus einem Sacke nimmt er einen Kieſel heraus, reichlich ſo groß wie ſeine Fauſt, mit der er ihn zerſchlagen will. So ſagt er wenigſtens und bietet Wetten an, auf die Niemand eingeht. Endlich verlangt auch er quarante sous, die denn wirklich zuſammenkommen. Während deſſen reicht er den Kieſel zur Beſichtigung umher: es iſt ein gewöhnlicher glatter, runder, grauer Silex, an dem nichts Beſonderes zu ſehen iſt, ſo daß die Behauptung, er ſei ſchon einmal mit dem Hammer zerſchlagen und geſchickt wieder zuſammengeleimt, durchaus nicht ſtich⸗ haltig iſt. Unſer Mann nimmt darauf den Kieſel... eine ſchnelle Verwechſelung iſt ebenfalls unmöglich, da ein paar hundert Augen auf ihn gerichtet ſind und alle ſeine Bewegungen bewachen... legt ihn auf den großen Stein, wendet und dreht ihn nach allen Rich⸗ tungen, bis er ihm bequem liegt, hebt die Hand, be⸗ ſinnt ſich, wiſcht ſich die Stirn, ſchüttelt den Kopf, als hätter er doch wohl zu viel verſprochen— all dieſer Hokuspokus gehört dazu, mittlerweile fallen noch ein paar mitleidige Sous— da, auf ein Mal, ein derber Fauſtſchlag und der Kieſel liegt in hundert Stücken zertrümmert vor ihm. Wer ein Stück erhaſchen kann, nimmt es zu nochmaliger Unterſuchung, die aber nichts erklärt. Der Kieſelſteinmann ſelbſt iſt aufgeſtanden, zündet ſich eine Cigarette an, lehnt ſich mit ihr manier⸗ lich über die Granitbrüſtung des Quais, raucht und kümmert ſich um nichts. Die Menge verläuft ſich, aber nach einer halben Stunde hat ſich bereits ein neuer Haufen Schauluſtiger eingefunden und die Vorſtellung beginnt wieder.
Unſer Autor erzählt von einer armen Frau, die ihm ihre Noth geklagt und dann hinzugefügt habe: „Wenn ich nur einen fonds de commerce hätte, ſo wäre mir gleich geholfen!“ Auf die Frage, wie viel ſie
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