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Das Königreich Kambodſcha. 171
Waſſer zu bringen, derſelben Zucker(ungefähr 3—4 Loth! man ja keine Bleimittel dazu anwenden, die man wohl
auf 2 Pfund Milch) zuzuſetzen, fortwährend umzurühren und auf dieſe Weiſe verdampfen zu laſſen, bis die Milch auf den fünften Theil ihres Maßes eingedampft iſt. Dann füllt man ſie in Weißblechbüchſen ganz voll läßt den Deckel auflöthen, aber eine kleine Oeffnung frei, zum Abzuge für Luft und Dampf und bringt ſie dreißig Mi⸗ nuten lang in lebhaft kochendes Waſſer; ehe ſie heraus⸗ genommen werden, läßt man das kleine Loch ebenfalls zu⸗ löthen. Es iſt alſo ganz das Appert'ſche Verfahren der Blech⸗ büchſen⸗Einkochung auf die Milch angewandt.— Will man nun die Milch gebrauchen, ſo läßt man die Büchſe auflöthen; man findet die Milch als eine gelbweißliche, halb durchſcheinende teigige Maſſe wieder; die Quanti⸗ tät, welche man gerade gebrauchen will, verſetzt man mit dem fünffachen Maße lauwarmem Waſſer und die Flüſ⸗ ſigkeit nimmt ſogleich die Form und das Anſehen der Milch an; man kocht ſie und gebraucht ſie wie friſche Milch zu Kaffee, Thee ꝛc.— Iſt eine Büchſe einmal an⸗ gebrochen, ſo hält ſich der Reſt ſechs Tage und länger recht gut, ohne zu verderben, beſonders wenn man täg⸗ lich davon die obere Schicht verbraucht.
Man hat ſchon in Konſerve⸗Fabriken angefangen in Vacuumpfannen(luftleeren Räumen) die Milch einzu⸗ dampfen, wo man nur 45—60 Grad C. Hitze nöthig hat, um den Kochgrad zu erreichen. Dabei behält die Milch noch mehr Arom und angenehmen, friſchen Geſchmack.
5. Aufbewahrung der Speiſeöle.
Rüböl, Mohnöl und Olivenöl(Baumöl) oder an⸗ dere beliebte Oele, wie Buch⸗ und Nußöl, welche ſich manche Hausfrauen ſelbſt ſchlagen laſſen, um dieſelben für den Bedarf aufzubewahren, erleiden leicht eine nach⸗ theilige Veränderung, woran zuweilen die Einflüſſe der Ernte, der Fabrikation ꝛc., meiſt aber die Zeit der Auf⸗ bewahrung und die Einwirkung der atmoſphäriſchen Luft Schuld ſind. Die Oele werden dann ſchleimig, weniger flüſſig und ranzig.
Die Oele 4e niemals ſo rein, daß nicht noch kleine Beimiſchungen ſtickſtoffiger Materie darin enthalten wä⸗ ren; auf dieſe wirkt der Sauerſtoff der Luft ein, macht ſie zu einem Gährungserreger und es entſteht das Ran⸗ zige, welches, einmal entſtanden, immer mehr fortſchrei⸗ tet und das Oel endlich ganz ungenießbar macht. Das aus dem Süden in den Handel kommende Baumöl iſt faſt immer ranzig und hat dadurch ſeinen in Nord⸗ deutſchland bekannten Geruch und Geſchmack, den das⸗ ſelbe in Italien nicht beſitzt.— Es verdirbt übrigens am leichteſten von allen anderen Oelen und ſelbſt die feinſte Sorte hält ſich höchſtens drei Jahre.
Das Oel widerſteht der Einwirkung der Luft ziem⸗ lich lange, denn man konſervirt ja gerade mit Oel an⸗ dere Nahrungsſtoffe, indem man ſie durch Oel von der Luft abſchließt, man legt Oliven, Fiſche, namentlich Sar⸗ dellen in Olivenöl.
Da aber das käufliche Oel ſelten ganz rein iſt, ſo findet der Sauerſtoff der Luft zu leicht gährungsfähige Subſtanzen darin. Man muß es möglichſt in guten, feß verſchloſſenen Steinkrügen an kühlen Orten aufbewahren und, wenn ſich ein Bodenſatz gebildet hat, davon abgie⸗ ßen. Ein unreines Gefäß befördert immer das Verder⸗ ben. Dieſer Bodenſatz beſteht gerade aus den gähren⸗ den, ſchleimigen Subſtanzen. Zur Verhütung des Ran⸗ digrseden hat man verſchiedene Mittel Angohien Man
ereitet ſich einen halbflüſſigen Teig aus 1 Theile Kreide und 2 Theilen Alaun, tränkt einen Schwamm damit und befeſtigt dieſen auf dem Boden des Gefäßes; oder man reibt etwas Oel mit Zucker ab und ſchüttet dieſes in die Oelkruke.— Das beſte Mittel bleibt aber ſtets Reinlichkeit, möglichſte Abſchließung der Luft, Ab⸗ klärung, wenn es nöthig iſt, und Kühle.
Iſt aber einmal das Oel ranzig geworden, ſo darf
angewandt und empfohlen hat, da das Oel ganz klar, ſüß und angenehm davon wird, aber auch zugleich eine gefährliche, giftige Eigenſchaft erhält. Das einfachſte und völlig unſchädliche Mittel beſteht darin, daß man das Oel mit Kohlenpulver miſcht und filtrirt, oder daß man⸗ dasſelbe mit verdünntem Branntwein, dem etwas Kalk erde beigemiſcht wurde, begießt, dann damit kocht und mit reinem heißen Waſſer auswäſcht.
Trübes, unreines Mohnöl wird nach Eglinger's Methode folgendermaßen geläutert: 5 Pfund Oel und 2 Pfund Kuhmilch werden eine Viertelſtunde mit einan⸗ der gekocht; man läßt die Maſſe dann abkühlen und filtrirt ſie, ſo lange ſie noch lauwarm iſt, auf Flaſchen, worin das Oel nach wenigen Tagen hell und gutſchmeckend wird.
Das Olivenöl ſchleimt ſehr gern und geht damit in Verderbniß über. Man kann es dann mit ſehr ver⸗ dünnter Schwefelſäure reinigen(100 Theile Oel, 200. Theile Waſſer und 2 Theile Schwefelſäure), womit man es tüchtig ſchüttelt und ſchlägt und dann ſich ſetzen läßt, um es abgießen zu können.
Man wirft auch wohl etwas Kochſalz in ſchleimig gewordenes Oel, wodurch das weitere Verderben verhü⸗ tet wird.
6. Aufbewahrung von Bier und Wein in Flaſchen.
Es hängt hier, wie bei allen gährungsfähigen Sub⸗ ſtanzen, davon ab, Luft und Wärme abzuhalten.
Der Keller muß kühl ſein; je dicker die Flaſchen ſind, um ſo weniger laſſen ſie die äußere Wärme ein⸗ dringen, bei Bieren, welche vor vollendeter Gährung auf⸗ gefüllt ſind, alſo noch eine Nachgährung unter Kohlen⸗ ſäurebildung erleiden, müſſen die Flaſchen oder Krüge ohnehin dick ſein und die Körke feſtgebunden werden, damit ſie nicht abſpringen. Alle Körke müſſen gut und luftdicht ſchließen, was man befördern kann, wenn die Körke mit Waſſer ausgekocht, dann getrocknet und darauf einige Minuten lang in geſchmolzenes Wachs geworfen werden. Jede friſche Füllung verlangt einen neuen Kork, oder, wenn derſelbe ſchon einmal gebraucht und nicht mit dem Pfropfzieher angebohrt iſt, einen ſtark ausgekochten Kork, denn jeder alte Kork kann Hefe oder Säure einge⸗ ſogen haben, die das Bier ſchuell zur Zerſetzung anregen. Alle Flaſchen müſſen aus demſelben Grunde vor der Neufüllung ſehr reinlich ausgeſpühlt und ausgelüftet wer⸗ den. Es iſt ſchon geſagt, daß man keine Flaſchen mit Bleiſchrot ausſpühlen darf, wegen der Geéfahr einer Arſenikvergiftung,
Die gefüllten Flaſchen müſſen in Sand oder auf Latten oder Börte horizontal gelagert werden, damit der Kork ſtets bedeckt iſt und feucht bleibt, da er ſonſt ein⸗ trocknen und durch ſeine Poren Luft einlaſſen könnte.
Das Königreich Kambodſcha.
as ehemals ſo mächtige Reich Kambodſcha im ſüdöſtlichen Aſten hatte ſchon ſeit dem vorigen Jahrhundert alle Bedeutung für den europäi⸗ ſchen Verkehr verloren, bis in der jüngſten Zeit das überhaupt noch wenig gekannte Land durch den Krieg Frankreich's gegen Cochinchina, dem der nördliche Theil Kambodſcha's unterworfen iſt, bei den Europäern wieder mehr Beachtung gefunden hat. Der große Strom Me⸗Kong durchſchneidet einen Theil des Landes von Nordoſten nach Südweſten und ergießt
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