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Unſeren Hausfrauen. 169
konſervirt werden können.— Hier wollen wir noch einiger, beſonders in Vorrathskammer oder Keller aufzubewahren⸗ der Lebens⸗ und Haushaltungsmittel nähere Erwähnung thun.
1. Die Aufbewahrung der Kartoffeln.
Die Winterkartoffeln werden auf Oekonomien in Erdgruben, bedeckten großen Haufen, in kleineren Haus⸗ wirthſchaften im Keller aufbewahrt.
Will man ſie in Gruben aufbewahren, ſo iſt es erforderlich, daß ſie vorher an der Luft abtrocknen und man alle ſchlechten, faulfleckigen oder beſchädigten Kar⸗ toffeln davon ſondert; die Grube darf keine feuchte Be⸗ ſchaffenheit haben, muß in trockenem, am Beſten ſandigen Boden angelegt werden und vor Zufluß von Regen⸗ oder Quellwaſſer geſichert ſein.
Die bedeckten Haufen macht man, indem man die an der Luft etwas abgetrockneten, von den ſchadhaften geſonderten Kartoffeln auf eine trockene, ſandige oder mit Sand bedeckte Bodenſtelle ſchüttet, die man vorher etwas ausgetieft hatte; die Kartoffeln werden dann fünf bis acht Fuß hoch in länglicher Form aufgehäuft, zwei Hand hoch mit trockenem Stroh bedeckt, darüber wird eine Hand hoch Erde geſchlagen und dieſe nochmals mit einer Strohlage bedeckt. Iſt der Winter feucht und warm, dann macht man einige Oeffnungen in den Haufen, damit die Kartoffeln verdunſten können, iſt der Winter aber ſehr kalt, ſo ſchützt man den Haufen noch mit Miſt. Allemal iſt es gut, den Haufen mit einem Abzugsgraben zu verſehen, um das ſich ſammelnde Waſſer von den Kartoffeln abzuleiten.
Im Keller ſchüttet man die Kartoffeln am Beſten in trockene Ecken, wo man Bretter oder Stroh unter⸗ gelegt und Bretter als Umgrenzung aufgerichtet hatte, oder füllt die feineren Sorten in große Tonnen. Iſt der Winter warm, ſo müſſen die Kellerlöcher einen ab⸗ kühlenden und verdunſtenden Luftzug einlaſſen. Wichtig bleibt es aber immer, bisweilen nachzuſehen, ob verdor⸗ bene Exemplare gefunden werden können, die ſorgfältig ausgeleſen und entfernt werden müſſen, da dieſe ſehr ſchnell ihre Nachbarn anſtecken und gleichfalls verderben.
Die in Belgien ausgeübte Methode, die Kartoffeln in einem Ofen bei 60 Graden Réaumur auszutrocknen, hat ſich in den vom rheinpreußiſchen landwirthſchaftlichen Vereine unternommenen Verſuchen nicht bewährt, dagegen bleiben an der Sonnenwärme getrocknete Kartoffeln gut und ſchmackhaft.
Die vom Engländer Edwards empfohlene Berei⸗ tung trockener, gedämpfter Kartoffelmaſſe, iſt für eine bürgerliche Hauswirthſchaft unausführbar, desgleichen die Zubereitung trockener, roher Kartoffelmaſſe, welche Prechtl empfahl.
Kartoffeln, welche an der Fäule leiden, können nur konſervirt werden, wenn man die Faulflecke ausſchneidet und die geſunden Reſte durch Ofen⸗ oder Sonnenwärme auftrocknet.
Um geſchälte und in Scheiben geſchnittene Kartoffeln für den Küchengebrauch wochenlang vorräthig zu erhalten, muß man die geſchälten Kartoffelſcheiben in Waſſer thun, dem man ſo viel Schwefelſäure(auf je 6 Loth Waſſer 20 Tropfen Säure) zutröpfelt, bis die Flüſſigkeit ſtark ſauer geworden iſt. Nach 24 Stunden gießt man dies ſaure Waſſer ab, wäſſert die Kartoffelſcheiben ſo lange aus, bis ſie nicht mehr ſauer ſchmecken und trocknet ſie dann. Die Kartoffeln verlieren hierbei ihren zwar ge⸗ ringfügigen Eiweißgehalt, auch ihren Farbeſtoff(der friſch durchſchnittene Kartoffeln an der Luft braun färbt), aber das ganze, weiße Mehl bleibt zurück; bringt man dieſe Teirocneien Scheiben dann zum Gebrauche in kochendes
aſſer, ſo erweichen ſie und quillen auf und geben jeder⸗ zeit eine gute Kartoffelſpeiſe.
Erinnerungen. 88. Bd. 1864.
2. Aufbewahrung des Obſtes.
Jedes gute Obſt, das konſervirt werden ſoll, darf durchaus keine Beſchädigung erleiden. Deshalb kann man dazu kein Fallobſt oder ſolche Exemplare gebrauchen, die geſtoßen, gedrückt, mit dem Finger feſt berührt ſind. Sowie Luft unter die Oberhaut dringt, iſt die Bedingung der Verderbniß damit gegeben. Das Obſt muß vor⸗ ſichtig gebrochen werden, aber ſeine Stiele unbeſchädigt behalten; will man ſie abkürzen, ſo muß es mit der Schere geſchehen, oder man klebt die Oeffnung des kurz abgeſchnittenen Stiels mit Wachs zu. Feine Obſtſorten dürfen gar nicht einmal das Schütteln des Fahrens er⸗ leiden.
Obſt, das in heißen, trockenen Sommerzeiten ge⸗ wachſen und bei trockenem Wetter gereift iſt, hält ſich beſſer, als das aus feuchter Jahreszeit, da es weniger wäſſrige Beſtandtheile beſitzt.— Das für die Konſer⸗ vation beſtimmte Obſt muß vor der völlig vollendeten Reife abgenommen werden, da es noch nachreift, d. h. ſein Stärkemehl in Zucker verwandelt— völlig reifes Obſt aber wird teigig und fault, indem es in Gährung (Ueberreife) ausartet.
Bei der Erhaltung aller Obſtſorten muß man ſich von dem Grundſatze leiten laſſen, Luft, Waſſer und zu große Wärme vom Innern des Obſtes abzuhalten und den gegenſeitigen Druck zu vermeiden. Ehe man das Obſt in den Keller bringt, muß man es an der Luft etwas trocknen laſſen, dann in einen trocknen, kühlen Keller oder einen Hausraum bringen, wo es nicht friert und hier auf Börte in Stroh legen, doch ſo, daß es ſich nicht berührt. Feine Aepfel wickelt man auch wohl in Papier oder bedeckt ſie mit trockenem Sande, Sägeſpänen oder mit feiner Thonerde. Man kann auch das Obſt mit Stroh, oder auf übereinander gelegte Deckelſcheiben in ein waſſerdichtes Faß verpacken und dieſes in ein größeres mit kaltem, bisweilen erneuertem Waſſer ein⸗ laſſen, was bei manchem Luxusobſte gebräuchlich iſt.— Zu künſtlichen, flüſſigen oder trocknen Miſchungen, in die man das Obſt einlegen ſoll und deren mehrere empfohlen worden ſind, rathen wir nicht; das Obſt verliert an Ge⸗ ſchmack. Iſt das Obſt äußerlich unbeſchädigt, ſo iſt ein luftiger Raum weniger nachtheilig, aber man muß das zu ſtarke Verdunſten verhindern, da dadurch das Obſt welk wird; Einwicklung oder Zudecken iſt deshalb auf freien Börten immer nützlich. Man wickelt auch wohl Aepfel in Papier und packt ſie in Kiſten; das darf aber nur mit völlig geſundem Obſte geſchehen, denn ein fleckiger Apfel vermag alle in derſelben Kiſte zur Ver⸗ derbniß anzuregen. Ueberhaupt iſt das öftere Nachſehen und Sortiren unerläßlich.— Sowohl in Verpackung, wie auf freien Börten, legt man Aepfel und Birnen ſtets auf die Blume, weil hier, wegen der größeren Dichtigkeit des Gewebes, der Druck des eigenen Gewichtes am Wenigſten nachtheilig iſt und ſich auch die Waſſertheile hier nicht leicht ſammeln.— Sehr feine Lugusfrüchte konſervirt man in Gläſern unter Weingeiſt, wodurch ſie aber an Arom verlieren.
3. Aufbewahrung der Butter.
Man muß das Ranzigwerden der Butter verhindern; dasſelbe entſteht, indem Butter, welche lange Zeit an der Luft ſteht, Sauerſtoff anzieht und eine flüchtige, unange⸗ nehm riechende und ſchmeckende Fettſäure entwickelt. Die ſogenannte alte oder Tonnenbutter iſt ſolche fettſaure Butter. Bei der Aufbewahrung iſt alſo die Abhaltung der Luft die vorzüglichſte Bedingung; dann aber erfordert ſie auch ein Vorbeugungsmittel gegen etwa eintretende Gährung. Dieſes letztere iſt namentlich Salz. Deshalb knetet man friſche Butter tüchtig mit trockenem, am Beſten auf heißer Platte getrocknetem Salze durch und drückt ſie feſt in ein Glas oder irdenes Topfgefäß, das man oben mit einer
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