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Amely Bölte: Der Liebeskaſten.
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Zimmer und weinte.„Der verwünſchte Liebeskaſten!“ dachte ſie, und wünſchte ſich den Muth, um rund heraus zu erklären, daß nichts daraus werden könne.
Herr von Schraden war früh weggefahren; man ſagte, in die Stadt, um etwas einzukaufen, die Mutter meinte, ein Brautgeſchenk.— Es war ſchon um die dritte Stunde Nachmittags, als er wiederkehrte. Klara ſtand gerade am Fenſter, hielt eine Taſſe in der Hand, und ſchlürfte traurig den braunen Mokkatrank, dabei die Tropfen zählend, die langſam vom Dache träufelten. Es war ihr ein ewig langer Tag, und doch kam der Abend immer noch viel zu ſchnell für ſie heran. Jetzt fuhr der Wagen vor, und wohl wiſſend, wenn er brachte, ſah ſie gar nicht auf, bis die Thür hinter ihr aufging und eine Stimme laut ward, die ihr ſo fremd und doch ſo wohlbekannt klang. Sie wendete den Kopf und begegnete Herrn von Hochwäch⸗ ters Auge, das ſie zu grüßen ſuchte. Vor Ueberraſchung wäre beinahe die Taſſe ihrer Hand entfallen. Er nahm ſie ihr ab und ſagte, ſich verbeugend:„Ich bin gekommen, Zeuge von dem Glücke meines Freundes zu ſein, und bringe Ihnen eine friſche Roſe für denſelben mit.“ Er reichte ihr dabei ein wun⸗ derſchönes Bouquet.
Sie nahm es kalt.„Sie ſind ſehr gütig für Herrn von Schraden bedacht,“ ſagte ſie empfindlich und legte es gleichgiltig auf den Fenſterrand.
„Beneidenswerth, wer ſo ſein Ideal gefunden, mein Fräulein!“ erwiederte er. „Mein Freund erkennt ſein Glück.“
„Ich glaube, Sie wollen meiner ſpot⸗ ten, Herr von Hochwächter!?“ verſetzte Klara und wandte ſich dem Fenſter zu.
„Wünſchen Sie an Ihrem Verlobungs⸗ tage eine andere Sprache von mir zu hören?“ fragte er hinter ihr.
„Ich bitte, reden Sie nicht davon! Wir ſind noch nicht ſo weit.“
„Wie weit?“ fragte Herr von Schra⸗ den, hinzutretend.
„Bis zur Verlobung!“ ſagte ſie, jetzt bis zum Aeußerſten gebracht.„Der dumme grüne Rock hat mich nun lange genug be⸗ ſtochen; aber glauben Sie ja nicht, daß ich im Ernſte ſo einfältig ſein werde, Ihnen darum meine Hand zu reichen.“
„Das Schickſal hat Dir aber doch Herrn von Schraden beſtimmt,“ ſagte die Mutter vom Sopha her.
„Und die Aehnlichkeit unter uns,“ fiel Jener ein.
„Und das Bild im Liebeskaſten,“ ſagte Herr von Hoch⸗ wächter.
„Ich will von dem Allen gar nichts wiſſen; am liebſten möchte ich gleich todt ſein, ſo ſehr habe ich mich in dieſen Wochen gehärmt und gequält, und wenn Sie den entſetzlichen
grünen Rock nicht gleich ausziehen, Herr von Schraden,
ſehe ich Sie mit keinem Auge wieder an.“
„Wechſeln wir! Vielleicht kleidet er Dich beſſer, Hoch wächter!“ ſagte Jener lachend.
„Ich danke für die Ehre,“ verſetzte dieſer.„Wenn Fräu
lein Klara dem Original zum Liebeskaſten entſagt ſo iſt ihr
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Herz wieder frei und ich mag darum werben, wie jeder Anderebölke
der keinen grünen Rock trägt. Die Roſen bleiben Ihnen nus
zu freier Verfügung.“
„Gottlob!“ ſagte Klara und lief mit den Blumen zum Zimmer hinaus, um nach Verlauf weniger Tage eine derſelbe dem jungen Hochwächter in ſein Knopfloch zu ſtecken.
gonnen ler Röhr ſitttelt w ſere er


