(fore castle), ſeine Schanze quarter deck) und ſeine Laufplanken, ſeine Krahnbalken zum Aufhängen des Ankers und ſeine Klüſen für das durchlaufende Ankertau. Es gab einen Kiel und einen falſchen Kiel, außerdem noch einen Schnabel, der zum Einrennen der Schiffs⸗ wände feindlicher Flotten beſtimmt war und zu dem
unſere Widderſchiffe zurückgekehrt ſind. Abweichend von den unſrigen waren die Verhältniſſe der Länge, Breite und Höhe. Ein großes Schiff maß 1 68 Fuß in der Länge und nur 26 Fuß in der Breite. Vom Waſ⸗ ſerſpiegel aus war es 15 Fuß hoch, ſein Tiefgang betrug nie mehr als 11 ½ Fuß.— Einzelne Schiffe baute man von ungeheurer ſſſf Länge. Photius be⸗ ſchreibt ein Schiff des Lyſimachus, welches 500 Fuß lang war, oder 80 Fuß länger als der Warrior, das läng⸗ ſte aller heutigen Kriegsſchiffe, aber immer noch kürzer als der Great Ea⸗ ſtern, der von vorn bis hinten 708 Fuß mißt. e Ramn Man baute die Schiffe lang und ſchmal, um ihnen die größte Schnel⸗ ligkeit zu verleihen⸗ In ruhigen Tagen ulanl gebrauchte man die Segel, um das Fahr⸗ zeug zu ſchonen. Se⸗ gel verſchaffen dem Schiff einen leich⸗ ten, gewiſſermaßen—— ſchwebenden Gang B durch das Waſſer. Ruder preſſen es vorwärts und nutzen es ſchneller ab. Dasſelbe iſt mit dem Dampf der Fall, weshalb Dampf⸗ ſchiffe nie das hohe Alter erreichen, zu dem Segelſchiffe es bringen. Was nun die Ruder betrifft, ſo kannte man in den älteſten Zeiten, wie aus Homers Beſchreibungen klar hervorgeht, blos Schiffe mit einer Reihe von Rudern. Schon vor den perſiſchen Kriegen hatten Mathematik und Technik ſolche Fortſchritte gemacht, daß Amirokles
eleuchtung des ſchiefen Thurmes zu Piſa am Galilei⸗Feſt.
Die Flotten im Alterthum und jetzt. 109
aus Korinth das höchſt künſtliche Syſtem erfinden konnte, welches mehrere Ruderreihen über einander anzubringen geſtattete. Von zwei Ruderreihen ſchritt man zu dreien vorwärts, alſo zu den Triremen, die in der griechiſchen Blüthezeit die gebräuchlichſten Schiffe waren. In den Zeiten der puniſchen Kriege waren vierrudrige und fünf⸗ rudrige Schiffe an der Tagesordnung, ja ſpäter ſteigerte man ſich noch weit mehr, bis in der Periode der See⸗ ſchlacht von Aktium ein plötzlicher Rück⸗ ſchritt eintrat. Un⸗ ter Trajan wurden Dreiruderer und Vierruderer gebaut, unter Valentinian Fünfruderer. In der byzantiniſchen Zeit verminderte man die Ruderkraft wie⸗ der und kehrte bald zu den Schiffen mit einer Ruderreihe zu⸗ rück, die im Zeitalter der Heroen üblich geweſen waren.— Man nannte ſolche Schiffe Galaien, woraus unſer„Ga⸗ leeren“ entſtanden iſt. Sie erhielten ſich neben den Segel⸗ ſchiffen, beſonders im Mittelmeer, bis zum Ende des vori⸗ gen Jahrhunderts. Dadurch vermehrte man ihre Ruder⸗ kraft, daß man meh⸗ rere Leute an ein Ruder ſetzte. In der Größe waren die Galeeren unſern heutigen Schrau⸗ ben⸗Kanonenboten ziemlich gleich.
Der bei weitem größte Theil der Schiffsbemannung mußte der Natur der Sache nach aus Ruderern beſtehen. Auf eine Trireme ſind 174 Ruderknechte zu rechnen. Seeſoldaten, Matro⸗ ſen und Officiere brauchte man außerdem. Ehe die Schiff⸗ fahrtskunde eine ſolche Ausbildung fand, daß man das Manövriren für das Weſentlichſte hielt, nahm man eine größere Zahl Bewaffneter in s Schiff. Auf den Triremen des Perxes befanden ſich dreißig Krieger, auf denen der Athener in der Schlacht von Salamis blos achtzehn, von


