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Feuilleton. 59
„Ich?“
„Ja, Sie.
„Nein. Man kennt mich. Ganz Paris weiß, daß ich mir lieber alle Glieder abgehauen hätte, als mich einer ſolchen Abſcheulichkeit hinzugeben.“
„Man ſagt dergleichen, wenn man aber einmal darin iſt..
„Junger Mann, dieſer Verdacht iſt eine Beſchimpfung.“
Die Tochter.„Halb zehn, nimm ich meine Lektion oder nimm ich ſie nicht?“
Der Profeſſor.„Ganz richtig; ich bin hier um zu unterrichten und nicht um zu disputiren. Alſo, wo ſind wir denn das letzte Mal ſtehen geblieben...“
Hr. Paravant(mit erhobener Stimme).—„Und Skt. Helena, junger Mann!“
„Was für ein Skt. Helena?“
„Das Skt. Helena Napoleons! Ah! dieſes Mal werden Sie nicht ſagen, daß ihr als ein Volk gehandelt habt, welches ſich ſelbſt reſpektirt.“
„Es handelte ſich darum, Europa von einem zu verwegenen Eroberer zu befreien.“
„Und der Verrath!“
„Was für ein Verrath?“
„Iſt es denn das, was ihr dem großen Manne ver⸗ ſprochen hattet?“
„Aber was hatten wir denn Teufel!“
„Junger Mann, geben Sie Acht, Sie gerathen in Harniſch, und dieſe Vergeßlichkeit einem Manne gegen⸗ uͤber, der Ihnen fünf Franken per Marke gibt...
„Ihre Ideen könnten mich aber auch aus der Haut bringen.“
„Mein Herr, meinet wegen iſt noch Niemand aus der Haut gefahren, und ich erlaube mir ſogar Ihnen zu ſagen,
verſprochen, zum
daß Sie das erſte Individuum ſind, daß mir ſo eine Be⸗
merkung gemacht hat.“
„Iſt es denn aber meine Schuld, wenn Sie Ihre Eroberungen nicht zu behalten wußten.“
„Ja, das iſt Ihre Schuld.“
„Und wie ſo?“
„Wie ſo..durch Ihren Verrath!“
„Aber welchen Verrath, zum Teufel!“
„Dem großen Manne und Frankreich gegenüber! Schauen Sie, Pitt hat Sie in den Augen des ganzen Univerſums, Oceanien einbegriffen, auf ewig entehrt.“
„Herr, Pitt war ein großer Miniſter.“
„Es gibt keinen großen Miniſter in England.“
„Nun das iſt doch einmal eine Dummheit!“
„Eine Dummheit! Sie ſagen, daß ich eine Dumm⸗ heit ausgeſprochen habe!“
„Und eine Erzdummheit noch dazu.“
„Ich, Paravant.“
„Seien Sie Paravant ſo viel Sie wollen, wenn man ſolche Sachen zu ſagen hat, ſo geht man ſchlafen.“
„Hinaus, mein Herr!“
„Und meine Lektion?“
„Still! Dein Vater ſpricht.. Ihnen! Sie haben mich inſultirt!“
„Entſchuldigen, vorerſt müßten Sie mich bezahlen.“
„Schicken Sie mir morgen Ihre Rechnung und ich werde ſie begleichen. In Frankreich, mein Herr, iſt man ehrenhaft. Hinaus!“
„Ich gehe freilich! Glauben Sie denn, daß es mir daran liegt, in einem Hauſe Lektionen zur geben, wo man ſolchen Tölpeln begegnet!“
„Tölpel! wen heißen Sie Tölpel?“
„Ihre Tochter gewiß nicht!“
„Dann bin alſo ich es. Ah! wenn ich zwanzig Jahre alt wäre, ſo wären Sie ſchon vor zwei Stunden nichts anderes geweſen als ein Leichnam!“
„Quarkſpitzen! Mein Herr, ich habe die Chre, Ihnen meinen Reſpekt nicht zu präſentiren... Fräulein, ſeien Sie verſichert, daß ich ſehr bedauere, aber die Geduld hat ihre Grenzen... Uebrigens, mit Ihren Anlagen
Hinaus, ſage ich
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hätten Sie in fünf Jahren kaum guten Morgen auf englich ſagen können. Beſſer iſt es, Sie gleich fahren zu laſſen!.. Auf Wiederſehen! und möge Sie Methode Ollendorff beſchützen!“
Die Tochter.„Fort! er iſt fort! Ah! das bringt mich in's Grab!“
„Was höre ich? Unglückliche! liebteſt Du ihn viel⸗ leicht?“
„Ich fürchte, ja.“
„Du liebteſt einen Engländer!.. Fünf Stockwerke ſtürzen über meinem Kopfe zuſammen! Nie, nie, nie wird das ſchöne Frankreich mit dem perfiden Albion ſich vereinen!“
XV. Der Zuave des Penſionats.
Es gab im Jahre 18.. in der Nähe von Paris ein Penſionat, deſſen niedrige Preiſe auch den weniger bemittelten Bürgern den Luxus geſtatteten, ihre Kinder hinzuſchicken. Da gab man ihnen einen leichten Anſtrich von Griechiſch und Latein; die Studien geſchahen in Galopp, und der ſtärkſte Zögling wußte bei ſeinem Aus⸗ tritte grade genug, um bei der Baccalaureats⸗Prüfung, die alljährlich in Paris Statt finden mußte, durchzufal⸗ len, ohne bei den Examinatoren eine gar zu große Hei⸗ terkeit zu erregen.
Dieſe Kneipe der Intelligenz, die eine geſunde Lage und einen mit Bäumen bepflanzten Hof hatte, zählte da⸗ mals unter ihren Gäſten einen gewiſſen Rigobert, dem ſein unerſchrockener Charakter den Namen Zuave ver⸗ ſchafft hatte. Lärmmacher im höchſten Grade Streiter nicht weniger, war er von Jedermann gefürchtet, ohne deßwegen von irgend Einem gehaßt zu ſein, denn er band nur mit ſolchen an, die ſtärker als er waren, und er hielt mit ſeinen Hieben inne, ſobald er ſeinen Gegner zu Boden geworfen hatte.
Zur Zeit des erſten Geſanges dieſes Epos haben die Zöglinge ihre Erholungsſtunde, und dennoch ſpielen ſie nicht. In Gruppen beiſammen ſtehend, beſprechen ſie ſich mit einer verſtörten Miene. In einer Ecke des Hofes iſt Re⸗ gobert, von ſeiner Garde umgeben, grade im Begriffe, zwei Stäbchen nach gleichem Muſter zuzuſchneiden.
Sein Mameluck Pamphile erlaubt ſich ihn zu fra⸗ gen, was er mit dieſen Gegenſtänden zu machen gedenke.
„Du wirſt ſchon ſehen,“ antwortet ihm Rigobert.
Hierauf zieht er aus ſeiner Taſche ein Reißzeug. nimmt den größten Zirkel heraus, bricht ihn in zwei Stücke und macht ſich daran, je eines an das Ende ſei⸗ ner Stäbchen mittelſt der Schnur ſeines Kreiſels feſt⸗ zubinden.
„Fertig!“ ſagte er als dieſe Arbeit beendigt war. „Findet ihr nicht, meine Braven, daß dies nun zwei Degen täuſchend ähnlich ſieht?“
„Ganz ähnlich,“ antwortet Pamphile,„und was wirſt Du denn damit machen?“
„Meine Kinder, ich bin von dem Studien⸗Aufſeher inſultirt worden, und ich will ihn fordern.“
„Du willſt dich mit ihm ſchlagen?“ ruft ſein Ver⸗ trauter mit Bewunderung.
„Ein wenig, und noch dazu auf Leben und Tod.— Pamphile und Du Chaumont, ich ernenne euch zu meinen Zeugen; in dieſer Eigenſchaft beauftrage ich euch, zu dieſem Schulfuchs zu gehen, um ihm meine Abſichten kund zu geben.“
Die zwei Zeugen ſehen einander an ohne zu lachen.
„Wie? würdet ihr zögern?“
„Nein, aber er wird uns vierzehn Tage Hausarreſt ge⸗ ben und uns mit lateiniſchen Verſen zu Grunde richten.“
„Das wäre erzfeige, aber immerhin möglich.“
„Alſo, Du verſtehſt?... Es iſt ſo ekelhaft, der Hausarreſt und die Verſe.“ „Pamphile, ich befehle Dir, ihm einfach zu ſagen, daß ich ihn zu ſprechen wünſche.“ 8*


