Druckschrift 
Censura Desß zu Marpurgk getruckten Buchs, dessen Titul : Kurtzer, doch Gründlicher Bericht, nach Innhalt der Augspurgischen Confession, Von den vornembsten streitigen ReformationsArtickeln, zwischen den Evangelischen, In Frag und Antwort, auß Gottes Wort, der alten Lehrer, und so wol Lutheri als Calvini, und beyderseits Theologen Büchern und Bekandtnussen, trewlich zusammen gezogen, Durch M. Jacobum Sartorium, &c. Auff einstendiges Anhalten vornemer Leute, kürtzlich gestellet Von Balthasare Mentzero, der heyligen Schrifft Doctore, und hiebevor zu Marpurg, jetzo zu Giessen Professore Ordinario
Entstehung
Seite
105
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Don der ewigen Verſeßung der Kinder Golkes. 05 Darauff fragt Sartorius quæſt.). Watumd Gott in der allge⸗ meinen Beruffung nicht allen Menſchen ein bußfertig vnnd glaͤn⸗ dig Hertz gebe/ p. 204. vnd gibt Antwort p. 205 es verdienens die Men⸗ ſchen mit jhrem vndanckbaren Weſen/ vnd Verachtung deß Worts. Welches recht vnd wol geane wortet. Aber bald darauff ruffet er Cals num zum Zeugen an/ vnd briagt die eigentliche vornembſte Brſach herbey nem⸗ lich/ weil ſie als Gefaͤß deß Zorns zur Verdamnuß zugericht ſind/ welches Bezr vnd Piſcatotis Meynung auch iſt vnd iſt diß die Summ darvon wañ man klar vnd ohne Vmbſchweiff reden wil. Warumb gibt Gott dem vnd dem nicht ein bugfertig vnnd glaͤubig Hertz? Calviniſche Ancwoꝛt/ die⸗ weil Gott von Ewigkeit hero beſchloſſen hat/ daß ers jhnen nicht geben/ ſon⸗ dern ſie verſtocken verhaͤrten woͤlle/ damit ſie deſto ſchwerer Verdamnuß erleiden muͤſſen. Piſcator redet alſo: Gott woͤlle nicht allen denen ſeine Gna⸗ de mittheilen denen er das Evangeltum predigen laſſe/ ſondern nur etlichen. Nun wiſſen ſie zwar dieſer Gottsleſterlichen Lehre( dardurch Sott zu einem Heuchter vnd Schadenfro gemachet wird) eine Farbe anzuſtreichen/ ſagen⸗ de/ man muͤſſe vnterſcheiden/ vnter dem ewigen Rahtſchluß Gottes/ vnnd deſſelben zeitlicher Vollnſtreckung. Aber das iſt ein lautere Vanitet/ vnd vergeblich Geſchwaͤtz. Dann S. Panlus zetgt vns dieſen Grund/ daß eben das Geheimnuß/ welches von ewigen Zeiten verborgen geweſen/ eben daſ⸗ ſelbige ſeye durch das Evangelium vns geoffenbaret. 2. Timoth. 1. v. 9 10. Dannenhero wir ſchlieſſen: Daß zwiſchen Gottes Rahtſchluß vnnd deſſen Vollziehung eine durchauß eigentliche vnnd genawe Gleichfoͤrmigkeit ſeye/ vnd allermaſſen/ wie Gott beſchloſſen hat vns ſeelig zu machen./ alſo ma he er vns ſeelig/ vnd hinwiderumb/ wie kurtz zuvor gemeldet/ auß S. Pauli Spruch 2. Timot. 1. v. 9. 10. Geben derowegen mit nichten zu/ daß andere onterſchtedene BVrſachen bey Gottes Rahtſchluß/ andere aber bey deſſen Vollziehung ſich befinden ſollen. Vnd ſind vns Sartorii Wort p. 206 ſehr verdechtig/ Daß die Gottloſen jhrer Verſtoſſung ſich nicht beklagen koͤnnen. Dann wann ſie in Calviniſchem Verſtand gemeynet ſind(wie es ſich auß obangezogenen Calvint Zeugnuſſen anſehen leſſet) von der ewigen bloſſen Verſtoſſung/ ſo ſtreiten ſie wider die Schrifft/ vnnd moͤzen nicht ſtehen. Was aber die zeitliche Verſtoſſung belangend/ ſo da beſchicht wegen der groſſen Vndanckbarkeit vnd Verachtung deß Evangelit jiſt klar/ daß die Gottloſen daruͤber ſich nicht zu beklagen haben/ dieweil jhnen

geſchicht/ was Gottes heylige Gericht vnd Gerechtigkeit erfordert. Dann dle 1 9 Saͤn⸗