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Censura Desß zu Marpurgk getruckten Buchs, dessen Titul : Kurtzer, doch Gründlicher Bericht, nach Innhalt der Augspurgischen Confession, Von den vornembsten streitigen ReformationsArtickeln, zwischen den Evangelischen, In Frag und Antwort, auß Gottes Wort, der alten Lehrer, und so wol Lutheri als Calvini, und beyderseits Theologen Büchern und Bekandtnussen, trewlich zusammen gezogen, Durch M. Jacobum Sartorium, &c. Auff einstendiges Anhalten vornemer Leute, kürtzlich gestellet Von Balthasare Mentzero, der heyligen Schrifft Doctore, und hiebevor zu Marpurg, jetzo zu Giessen Professore Ordinario
Entstehung
Seite
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105., Cenfura Artic. IX..

der Schrifft auch ſagen vnd bekennen. Aber er fuͤhret zu Zengen ein/ Colvi- num, Piſcatorem vnd die Pfaͤttziſchen: Wann wir deroſelben Wort vnnd Argumenta auffſchlagen/ da finden wir gantz das Gegenſpiel/ welches auch nohtwendig ſein muß bey denen/ die neben der Gnadenwahl auch in gleichem eine Zornwahl ſetzen. Daß demnach Sartorius abermal mit ſich ſelbft vn⸗ eins iſt Vnnd ſind deß Bezæ Wort ſonſt wol bekandt/ in der andern Ant⸗ wort von dem Colloquio zu Mompelgart/ daß Gott ntemals gewolt habe/ niemals woͤlle/ euch niemals woͤllen werde/ daß alle Maenſchen ſollen ſeelig werden. Vnd auß diefer Vrſachen/ wann in der Schrifft ſolche Epruͤche vorkommen daß Gott woͤlee/ daß allen Nenſchen geholffen werde/ ꝛc So ſind die Calviniſten bald da mit jren Gloſſen vnd verſtehen durch das Wort: A&: nichtalle vnd jede Menſchen: Sondern allerley Menſchen/ al⸗ lerley Orden vnd Staͤnde der Menſchen. Welchs Sartorio ohnverborgen iſt/ vnd er alſo wiſſentlich falſche Zeugen bey dieſer Sachen angegeben hat.

Welches noch mehr dannenhero erſcheinet/ dieweil er in der ſechſten Frage p. z0. ein ſolch Argument fuͤhret: Wann es Gottes Wille ſey/ daß alle Menſchen ſollen ſech werden/ ſo muͤſſe es auch geſchehen: Welches eben deß Herborniſchẽ Pilcatoris Hauptargument iſt/ darauff aber wir vnſers Orts leichtich antwort geben koͤnnen/ nemlich/ daß zwar Gott ernſtlich haben woͤlle/ daß alle Menſchen ſ ollen ſeelig werden zu welchem En⸗ de er auch ſeinen Sohn der gantzen Welt geſchenckt hat vnd durch das Ev⸗ angellum verkuͤndigen vnd vortragen laͤſſet/ Johan. 3.v. 16. Matt. 28 Marc. 16. Aber er wil ſolchs nicht ſchlecht vnd bloß dahin/ ſondern alſo vnnd mit dieſer Ordnung/ daß fie ſollen das Evangelium boͤren/ darauß Chriſtum erkennen lernen/ vnd an jhn glauben: Welchen W llen Gottes die alten/ als Chryſoſtomus Thkeophylactus, vnd anderere/ meynen den vorgehenden Willen/ oder den gnedigen vnd barmhertzigen Willen. Wer nun alſo durch das Gehoͤr deß Evangelit an Chriſtum glaubt/ der wird ſelig: Wer aber das Evangeltum verachtet/ vnd von ſich ſtoͤſſet/ vnd widerſtreht dem heyligen Geiſte/ glaubet nicht an Chriſtum/ ſondern beharꝛet boßhafftialich im Vn⸗ glauben vnd vnbußfertiskeit/ der wird verdammet. Welchen Willen Gottes die alten nennen den nachfolgenden Willen oder den Willen deß Gerichts vnd der Gerechtigkeit. Dann daran iſt kein Zweiſfel/ daß Gott viel Dings wil/ daß doch nicht geſchicht: Als/ er wil/ dz alle Menſchen ſollen fromb ſein/ ſollen nit ſuͤndigen/ er wil daß die beruffene Geſte zur Hochzeit kommen/ ꝛc. Chriſtus wil die Inden verſamlen/ aber ſie woͤllen nicht/ Matt. 23. rie

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